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Ein Blog über Magie, Nachhaltigkeit, Tarot und Kunst

Bucket List für den Live Stream

Mit Abstimmung – bestimmt, was ich als nächstes Projekt umsetzen soll

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Immer Dienstags streame ich die Entstehung meines neuesten digitalen Kunstwerks. Mein letztes fertiges Kunstwerk habe ich Euch hier schon vorgestellt – nun ist es an der Zeit, sich über das nächste Gedanken zu machen. Für Morgen und die kommenden Wochen habe ich schon einen Plan, aber danach soll es ein der folgenden Motive werden – und Ihr dürft mitbestimmen. Wenn Ihr eine ganz andere abgefahrene Idee habt – kein Problem, schreibt mir gern eine Nachricht oder unten in die Kommentare. Bitte beachtet, dass ich vor allem Porträts aus dem Bereich Mythologie, Legenden und Fantasy male.

Der Minotaurus

Der griechischen Legende nach wurde Minotaurus von König Minos in einem Labyrinth auf der Insel Kreta gehalten – alle neun Jahre mussten ihm sieben Jungfrauen und sieben Jünglinge geopfert werden.

Horus

Horus ist einer der Hauptgötter des alten Ägyptens und ist je nach Erzählung mal der Sohn mal aber auch der Gefährte der Hathor. Für mich sind Hathor und Horus ein Paar, daher ist für die Zukunft natürlich ein Horus- Porträt geplant.

Hel

Die Göttin der Unterwelt in der nordischen Mythologie.

Hades (Fanart)

Ok, das wird ein wenig anders werden als die zuvor genannten, denn es wird (erst einmal) ein Disney Fanart werden. Wobei ich nicht ausschließen würde, den guten Hades auch noch einmal selbst zu interpretieren.

Harpyie

In der griechischen Mythologie waren die Harpyien mischgestaltige Wesen mit dem Oberkörper einer Frau und dem Leib eines Greifvogels. Wieviel Harpyien es gibt, wird nicht beschrieben, aber in den Geschichten werden immer nur jeweils 2 beim Namen genannt. Ihre Gestalt reicht von wunderschön bis hin zu dämonisch.

Ich bin sehr gespannt auf Eure Abstimmung oder weiteren Vorschläge. Die Abstimmung ist bis zum 31.07.2021 offen, bis dahin fixiere ich diesen Beitrag oben im Blog. Am 10.08.2021 ist dann voraussichtlich der erste Tag, an dem ich dieses Projekt live streame. Ihr dürft aber auch davor natürlich sehr gern bei Twitch zuschauen – meine Streamzeiten findet Ihr hier. Be blessed, Keya


Lughnasadh Rituale für die gesamte Familie

Hier noch ganz schnell die Last- Minute Liste für Euer Lughnasadh- Fest gemeinsam mit Kindern, Familie und Freunden. Wenn Ihr noch nicht genau wisst, was wir an diesem Tag feiern, lest Euch meinen ersten Beitrag zu diesem Fest gern noch einmal durch.

Ein besonderer Vorschlag zu diesem Fest – was immer Ihr von den Vorschlägen machen möchtet – wenn Ihr kleine Kinder dabei habt, könnt Ihr die einzelnen Zutaten im Garten verstecken und die Kinder suchen lassen oder gemeinsam mit Ihnen suchen – bei jedem gefundenen Gegenstand erklärt, wofür er im Zusammenhang mit Lughnasadh steht und was damit gemacht wird. Sind alle gefunden könnt Ihr gemeinsam die gewählte Aktion zur Feier des Tages durchführen.

1. Backt Brot

Da Lughnasadh den Beginn der Kornernte markiert, ist natürlich selbstgebackenes Brot das Festessen zu diesem Tag. Für alle Eiligen habe ich hier ein Blitzbrotrezept:

Zutaten:

  • 1 Würfel Hefe
  • 450ml Wasser
  • 250g Dinkelvollkornmehl
  • 250g Weizenvollkornmehl
  • 80g Sonnenblumenkerne
  • 80g Leinsamen geschrotet
  • 2TL Salz
  • 2EL Essig (alternativ Zitronensaft)
  • Fett für die Form

Hefe und Wasser verrühren, dann die restlichen Zutaten zugeben und alles verkneten. In eine gefettete Form füllen und im nicht vorgeheizten Backofen bei 200°C 60 Minuten backen.

Als Belag macht sich eine Mischung aus einem Teil veganem Butterseratz und einem Teil veganem Frischkäse gut – teilt diese Grundmischung zu gleichen Teilen auf und würzt sie verschieden – fertig ist ein tolles Lammas Festmahl. Probiert einmal folgende Würzungen aus:

  • Tomatenmark & Basilikum
  • Kräuter & Knoblauch
  • Curry oder Kurkuma
  • kleingeschnittene Blüten und Kapuzinerkresse
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Soll es etwa warmes dazugeben, eignet sich Schmorkohl. Dafür einen Spitzkohl putzen, den Strunk entfernen und vierteln. In dünne Streifen schneiden. Eine Zwiebel würfeln, diese in einer Pfanne mit Öl dünsten und den Kohl dazugeben und scharf anbraten, dabei öfter wenden – wenn der Kohl Farbe angenommen hat, etwa 250- 350ml Gemüsebrühe angießen, mit Paprikapulver, Kümmel und Salz, Pfeffer würzen und mit geschlossenem Pfannendeckel 5 Minuten schmoren lassen. Danach den Deckel öffnen und solange weiterschmoren, bis die Flüssigkeit verdampft ist.

2. Eine Kornpuppe basteln

Früher hat sich unser Dorf getroffen, um die Erntekrone für das Erntedankfest zu binden – manchmal hat dies mehrere gesellige Abende/ Nachmittage gedauert (je nachdem, ob es viel zu klönen gab oder konzentriert gearbeitet wurde). Zu Lammas bauen wir entweder Strohpuppen aus Getreidehalmen oder eine „Corn Husk“ Puppe aus Mais. Anregungen habe ich Euch hier auf einer Pinterest Pinnwand zusammengestellt:

https://www.pinterest.de/freifliegend_keya/kornpuppe/

3. Ein Sonnenrad aus Maiskolben bauen

Alternativ könnt Ihr ein Sonnenrad aus Maiskolben binden – wenn Ihr das dann trocknen lasst, habt Ihr bis in den Herbst hinein für alle 3 Erntefeste eine tolle Dekoration:

https://www.pinterest.de/freifliegend_keya/sonnenrad/

4. Zelten im Freien oder ein Picknick in der Natur

Wenn möglich, verbringt diese Nacht im Zelt draußen in der Natur, um die Magie der Nacht zu spüren. Gern einfach im Garten oder aber, wenn das Fest günstig liegt, fahrt auf einen Campingplatz und lasst die Seele baumeln. Alternativ geht auch ein Picknick im Freien – mit den Rezepten von Oben könnt Ihr so eine richtig tolle Brotzeit in der Natur machen.

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5. Trinkt Bier – für die jüngsten gern ein Malzbier

Bier war früher nicht nur in Deutschland ein Grundnahrungsmittel. Im Mittelalter wurde es mit altbackenem Brot als Biersuppe gereicht – natürlich war das zu Hause gebraute Bier vom Alkoholgehalt nicht mit unserem heutigen Bier vergleichbar.

Bierbrauen hat in Deutschland eine lange Tradition und nicht um sonst haben wir ein Reinheitsgebot, das besagt, dass ein Bier nur aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser bestehen darf – damit ist es natürlich das Getränk der Wahl zum Schnitterfest. Für die Kinder und für alle, die auf Alkohol verzichten möchten, gibt es mit Malzbier eine tolle, alkoholfreie Variante. Aber auch einige andere alkoholfreie Biere schmecken inzwischen echt gut. Feiert Abends an der Feuerschale die Nacht vom 31.7. auf den 1.8. mit Freunden bei Bier und guten Gesprächen oder lasst das Fest am 01.08. abends mit einem Bierchen ausklingen.

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Ich wünsche Euch ein tolles Schnitterfest – be blessed, Keya

Das erste Erntefest – Lughnasadh

Der Name dieses Fests (gesprochen Luu-a-sah oder auch Luu- na- sah) ist ähnlich wie Samhain keltischen Ursprungs, jedoch fanden auch bei den Germanen Feierlichkeiten um diese Zeit statt. Lughnasadh ist das erste der 3 Erntefesten im Jahreskreis (gefolgt von Mabon und Samhain) und markiert sozusagen den Beginn der Erntezeit.

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Andere Namen für dieses Fest sind Lammas (ein alt-christlicher Name, der vom alt-englischen „loaf-mass“, also Laibfest abstammt) oder aber auch Schnitterfest und Kräuterweihe – der letzte Begriff zeigt, dass auch die Kräuterernte und Verarbeitung jetzt beginnt, bevor der Winter kommt.


Astrologischer Zeitpunkt für dieses Fest war ursprünglich entweder der 8. Vollmond des Jahres oder der Zeitpunkt, an dem die Sonne 15° Löwe erreicht. Eingebürgert hat sich aber die Nacht zum 01. August.
Wichtige Ritualthemen sind der Beginn der Erntezeit – vor allem die Getreide- und Kräuterernte, sportliche Wettkämpfe, Segnungen, Begleichen von Schulden sowie Wetterzauber. Ebenso fanden oft Handfastings, d.h. keltische Hochzeitsrituale zu dieser Zeit statt.

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Edelsteine, die in Korrespondenz zu den Energien des Lammas- Festes stehen sind Peridot, Sardonyx, Citrin und Aventurin. Geräuchert wird bevorzugt mit frischen und fruchtigen Düften – also Sandelholz, Aloe, Rose, Yasmin, Galgant und Brombeerblätter.


Die Kerzen wählt man in den warmen Farben des Sommers – gelb, orange, rot und gold. Den Altar dekoriert man am Besten mit Kornpuppen aus Getreidehalmen, einem Sonnenrad aus Maiskolben, Blumen, Kräuter, Ähren und Früchten – wer hat, kann eine Sichel für das Erntethema als Deko nutzen.


Zum Lughnasadh- Festessen gehört natürlich frisch und am Besten selbst gebackenes Brot. Ein Brauch ist, das Brot zu brechen und unter Verwandten und Freunden mit guten Segenswünschen zu verteilen. Frisches Brot und verschiedene Dipsorten reichen fast. Ein weiterer Brauch ist, dass zum Fest jeder geladene Gast die schönste Frucht mitbringt – aus allen Früchten wird dann gemeinsam ein Obstsalat gemacht und mit Honig gewürzt und zusammen verspeist. Ansonsten kann man Spitz- oder Weißkohl in Wasser und ggf. etwas Wein dünsten.

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Weitere Anregungen rund um das Lughnasad findet Ihr hier. Im nächsten Blogpost verrate ich Euch noch, wie Ihr das Fest mit Euren Kindern gestalten könnt. Bis dahin, be blessed, Keya.

Hathor – Ägyptische Sonnengöttin

Himmelsgöttin des Westens

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Hathor – ägyptische Göttin – Fantasy Porträt

Heute möchte ich ein Werk von mir teilen, was ich auf meinem Twitchkanal live entworfen und gezeichnet habe. Falls Ihr mir live zuschauen wollt – meinen Stream- Plan, die Themenvorschau sowie Details zu meinem Twitchkanal findet Ihr hier.

Viele ägyptische Götter haben im Laufe der langen ägyptischen Geschichte (den ersten bekannten Pharao trennen von Cleopatra, der letzten Pharaonin übrigens mehr Jahre als uns von Cleopatra) eine Wandlung durchgemacht. So gibt es viele Geschichten und Variationen dieser Geschichten über Hathor, die Sonnengöttin und Göttin der Liebe des Friedens, der Schönheit, des Tanzes und der Musik. Hathor war das Sistrum geweiht, ein Schelleninstrument.

Zusätzlich gab es bei den Ägyptern auch das Phänomen, dass einzelne Gottheiten miteinander verschmolzen – und fortan als eine Gottheit erwähnt wurden, oder aber die vereinte Form für bestimmte Anlässe und Zwecke angerufen wurde, da sie die Stärken beider Götter in sich vereinte. Die Mythen und Legenden scheinen sich manchmal zu widersprechen – dabei müssen wir aber die extreme Zeitspanne, die das ägyptische Reich überdauerte, bedenken. Zudem sahen die Ägypter in den Widersprüchen auch einen Weg, die komplexe Welt zu erklären.

Alles in allem bin ich kein Experte auf dem Gebiet, fühle mich jedoch einigen ägyptischen Gottheiten verbunden – diese Darstellung dient daher, Euch meine Inspiration zu erläutern und erhebt nicht den Anspruch, eine historisch vollständige und korrekte Abhandlung zu sein.

Hathor war im Ursprung eine lokal verehrte Göttin, die später zur Himmelsgöttin des Westens aufstieg. Als Sonnengöttin steht sie mit dem Sonnengott Re in Verbindung – in einem Mythos wird sie von ihm geschaffen, um ihn jeden Morgen neu zu gebären, in anderen Mythen ist sie das Auge Re selbst. Auch im Totenkult spielte sie eine Rolle.

Typisch für die Darstellung von Hathor ist die Krone mit den nach außen gebogenen Hörnern und der Sonnenscheibe dazwischen. Manchmal wird sie als Kuh dargestellt, manchmal menschlich mit Kuhohren. Die ikonische Krone der Hathor findet sich zumindest bei modernen Darstellungen oft auch bei Isis wieder. Historisch ist Isis eine jüngere Gottheit und erbte von Hathor einige Aufgaben. So kommt es, dass Hathor in älteren Geschichten die Mutter Horus‘ ist, während in späteren Mythen Horus der Sohn von Isis und Osiris ist. Hathor wurde später zur Gemahlin von Horus.

Eines der größten der Hathor gewidmeten Heiligtümer war in Dendera, im Tempelkomplex von Sarabit al-Chadim wird Hathor als „Herrin des Türkis“ verehrt, daher habe ich in meinem Werk den Kragen mit Türkis geschmückt und die beim Fell der Kuh diese Farbe wieder aufgenommen. Mich fasziniert an Hathor, dass sie so facettenreich ist. Zeitgleich ist sie neben der prominenteren Isis ein wenig in Vergessenheit geraten.

Nun kommt ein wenig Werbung in eigener Sache: Falls Ihr Interesse an einer Postkarte oder einem Notizbuch mit dem Motiv habt, habe ich da etwas in meinem Etsy-Shop für Euch. Am Wochenende werden vermutlich auch noch Poster dazu kommen:

Das war die Vorstellung meines neuesten Werks – ich freue mich, wenn der ein oder andere von Euch mal bei Twitch rein schaut, mir über die Schulter schaut und wir ein wenig quatschen können. Bis dahin, be blessed, Keya


P.S. Und wo ich beim Klappern bin, dass ja zum Handwerk gehört – kennt Ihr meinen Newsletter? Hier bekommt Ihr immer zum Vollmond ein Tarot- Reading. Hier könnt Ihr Euch anmelden:

[genugteam.com – Blogparade] -GEWOHNHEITEN FÜR AUSGEGLICHENHEIT & WOHLBEFINDEN

Ich bin vor ein paar Tagen auf die Blogparade von genug – Ein Blog über Minimalismus – „Gewohnheiten für Ausgeglichenheit und Wohlbefinden“ – aufmerksam geworden und fand, dass ich hier noch eine ganz andere Sicht der Dinge aufzeigen kann. Da die Blogparade kein offizielles Ende hat, kann ich wohl auch ein Jahr später noch etwas dazu schreiben – zumal es gerade ganz prima zu meiner Neumondlegung passt, die morgen an die Abonnenten meines Newsletters versendet wird (wenn Du noch nicht dabei bist, unter diesem Artikel findest Du einen Link zum anmelden).

Gerade im Zusammenhang mit Achtsamkeit und gesunden Routinen fällt oft der Satz „Rituale sind so wichtig“ – als Hexe schmunzelt man dann immer leicht, weil wir unter Ritual wohl eher eine andere Vorstellung haben, als mit diesem Satz gemeint ist. Jedoch in Zeiten von Instagram und Witchtok merkt man ganz schnell, wie unterschiedlich auch die Vorstellung von zwei Hexen auseinander gehen kann – und wenn man es mal herunter bricht – so verschieden sind die Achtsamkeitsrituale dann doch gar nicht von unseren Ritualen.

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Für mich ist es ein fester Bestandteil, sich das Leben in Zyklen vorzustellen – alles fließt und bewegt sich irgendwie wellenförmig. Stress – egal ob Arbeit, Feiertagsvorbereitung oder Beziehungsstress – kündigt sich an, erreicht seinen Höhepunkt und verfliegt wieder. Genauso ist es mit schönen Ereignissen, erst Vorfreude, dann kommt der Augenblick und dann schwelgt man in Erinnerungen. Und im Anschluss geht es wieder von vorn los.

Viele Hexen und auch andere spirituelle Menschen richten sich daher im Gesamtjahresverlauf nach dem Jahreskreis (Sonnenzyklus) und jeden Monat nach dem Mondzyklus aus. Ich möchte hier ein bisschen aus meiner Sicht schreiben, was mir ein Leben in Zyklen bringt.

Mond- und Jahreszyklus erleben

Wer kennt das nicht – plötzlich ist Weihnachten. Wenn es dafür doch nur einen festen Tag im Jahr gäbe – ach halt, gibt es ja. Wieso haben wir dann bitte jedes Jahr diesen Stress? Oder machen wir uns ihn am Ende selbst? Corona bedingt sitze ich nun mittlerweile über ein Jahr und drei Monate im Homeoffice. Und mir kommt es vor, als wenn Tag und Nacht ineinander verschwimmen und eigentlich keinen Übergang mehr haben. Schon wieder ein Monat vorbei – Wahnsinn, wie schnell das geht.

Wir leben in einer hoch digitalisierten Welt, ständig schauen wir in irgendwelche Bildschirme, freuen uns das halbe Jahr auf den Sommer und ist er da, dann ist immer was – zu viel Arbeit, schlechtes Wetter oder was anderes. Ehe man sich versieht, ist der Sommer wieder vorbei und man wollte doch noch so viel machen.

Geht mir ganz genau so. Aber mir fällt es unheimlich schwer, ganz starre Gewohnheiten in meinen Alltag zu integrieren. Ich habe ständig einen vollen Terminkalender auf der Arbeit, einmal die Woche Gesangunterricht, seit neustem drei mal die Woche streamen auf Twitch und der Große muss alle zwei Wochen zur Jugendfeuerwehr. Es gibt Tage, da passt es zu meditieren – und es gibt Tage, da passt es eben nicht.

Meine Gewohnheiten zum Mondzyklus und die Feiern zu den Jahreskreisfesten geben mir einen verloren Rhythmus wieder, ohne mir starre Termine vorzuschreiben. Ja, auf meiner Startseite findet sich ein Countdown für das nächste Jahreskreisfest. Das starre Datum ist aber nur der exakte, astrologische Termin – wir feiern an dem Fest aber die Energien der Jahreszeit. Die Energien bauen sich zu dem Datum auf, erreichen den Höhepunkt und nehmen dann wieder ab – bevor die Energien des nächsten Festes spürbar werden. Alles im Fluss – wenn es erst am Wochenende später passt, zu feiern, dann passt das auch. Wenn sich das Wochenende vorher richtiger anfühlt – go for it. Diese Feste sollen uns wieder mehr mit der Natur verbinden – eine Verbindung, die uns mehr und mehr verloren geht.

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Mein Mondzyklus sieht so aus, dass ich zu Voll- und Neumond mich mit einer Räucherung und einem Bad reinige (oder Dusche, wenn es schnell gehen muss) und jeweils die Karten für den kommenden Zyklus lege. An Vollmond Tarot, am Neumond derzeit Krafttierimpulse. Diese teile ich auch in meinem Newsletter (gern weiter unten eintragen). Danach mache ich ein winzig kleines Ritual oder dekoriere meinen Altar neu und mache anschließend etwas für mich – Musik, Singen, ein Buch lesen oder malen.

Auch Voll- oder Neumondrituale müssen nicht exakt zum Voll- oder Neumond ausgeführt werden – der Tag davor und der Tag danach zählen dazu. Der Mondzyklus lässt also zu, dass ich meine „Me Time“ optimal ins Leben einfließen lassen kann, ohne noch einen Termin zu haben.

Welche Gewohnheiten möchtest du dir angewöhnen, welche Gewohnheiten möchtest du gerne ablegen?

Bewusst mache ich das Ganze tatsächlich erst wieder seit Corona. Und auch in dieser Zeit habe ich mich einmal abbringen lassen – und prompt gemerkt, wie viel unausgeglichener ich war. Für die Zukunft möchte ich mir angewöhnen, mich nicht immer aus der Bahn werfen zu lassen von Dingen, die ich mir viel zu sehr zu Herzen nehme. Ich möchte in Zukunft dafür an diesen Ritualen fest halten, auch wenn es mir nicht gut geht – ohne einen fixen Termin daraus zu machen. Ich berichte gern, wie mir die Balance gelingt.

Sehr schöne finde ich die Idee, an Neumond eine Online- Pause einzulegen. In vielen Magieratgebern steht immer, an Neumond sollen Hexen nichts machen. Dem stimme ich nur bedingt zu, aber Neumond ist schon eher der Selbstreflexion vorbehalten. Daher habe ich es jetzt ein paar Mal so gemacht, das Handy und den Rechner auszulassen. Kurz in den Status geschrieben, dass man mal verschwunden ist, wie der Mond – und 1-2 Tage später das Handy einschalten und sehen, dass man gar nicht so viel verpasst hat. Es geht, wir können uns nur manchmal gar nicht mehr vorstellen, nicht erreichbar zu sein. Ich möchte mir wirklich abgewöhnen, immer in Bereitschaft zu sein. Nein sagen lerne ich jetzt erst – und nur ganz langsam. Aber es ist so wichtig.

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Wie ergänzen sich Minimalismus und Gewohnheiten ideal?

Instagram und Tiktok (mit dem Hashtag #witchtok) sind voll von perfekt gestylten Altären, gut gefüllten magischen Kabinetten mit Kräutern, Kerzen und so weiter. Gerade Anfänger (und selbst ich nach vielen Jahren) fühlen sich davon oft abgeschreckt. Fasst man den Mut und postet ein eigenes Ritual, Spelljar oder Zauber – es dauert nicht lange, da kommt jemand um die Ecke und erklärt ungefragt, wie es besser geht.

Ich bin der Meinung, im Leben ist die wichtigste Regel „Keep it short and simpel“ – und das gilt auch für die Magie. Ihr braucht keinen Altar, wenn Ihr Euch damit nicht wohl fühlt. Und wenn ihr einen Altar habt – der muss nicht sofort picke-packe voll sein – finde ich zum Beispiel total unpraktisch, der Altar ist mein Arbeitsplatz. Keine zwei Menschen sind so exakt gleich, dass Euch irgend jemand bei dem, was ihr als Gewohnheit oder Ritual für Euch tut, besser beraten kann, als ihr selbst. Und wer Ratschläge gibt, sollte meiner Meinung nach warten, bis er oder sie danach gefragt wird 😉

Jetzt seid Ihr dran – integriert Ihr die Zyklen der Natur in Euer Leben? Habt Ihr andere Gewohnheiten, die Euch Achtsamkeit im Alltag schenken? Erzählt davon gern in den Kommentaren. Be blessed, Keya


Du möchtest mir zwei Mal im Monat in die Karten schauen – dann melde Dich hier an:

Keine Antwort – stellst Du die richtigen Fragen?

Tarot- und Orakelkartenlegungen leben von der richtigen Fragenstellung

Ich bin ja recht neu auf TikTok – und auch nicht ganz so aktiv, aber manchmal poste ich dort kleine Impulse aus meinen Neumond- und Vollmondlegungen. Neben der Reichweite, die dort echt immens ist, kamen jetzt aber auch ein paar Mal konkrete Fragen in den Kommentaren, die die Betreffenden gern von mir mittels Karten beantwortet haben wollten. Und ich versuche wirklich mein Bestes, aber einige Fragen zeigten wieder, wie tief die falschen Vorstellungen über das Kartenlegen verwurzelt sind.

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Nimmst Du Dein Leben in die Hand – oder verzettelst Du Dich in Fragen?

Ich möchte Euch eine Geschichte aus meinem Leben erzählen – ich habe meinen ersten Mann mit 14 Jahren kennen gelernt bzw. „wiedergefunden“. Wiedergefunden, weil wir uns sicher waren, uns aus einem früheren Leben zu kennen. Wir wurden ein Paar, als wir 16 waren und waren 9,5 Jahre zusammen, bis er endlich mal den Antrag machte- und so heiratete ich mit 23 zum ersten Mal. Leider hatte er ca. eine Woche vor der Hochzeit herausgefunden, dass er inzwischen unsere damals beste Freundin liebte – war aber zu feige, die Hochzeit abzusagen.

Kommt er wieder zurück zu mir?

Eine der häufigsten Fragen

Es kam, wie es kommen musste, mit 25 stand ich also vor einem Scherbenhaufen. Mein Ex hatte sich 1,5 Jahre auf den Knall vorbereitet und war sich sicher, dass er direkt bei seiner Neuen einziehen konnte – und ich stand auf der Straße, mitten im Studium, ohne Wohnung, Geld und Perspektive. Und auch ich stellte damals meinen Karten diese Frage – wie geht es mit uns weiter, kommt er wieder zurück? Ich hatte mit 21 Jahren das Kartenlegen begonnen und auch eine Zeit lang als Nebenjob Karten gelegt – aber nun saß ich vor diesem Kartenbild und fand keine Antwort, die mir geholfen hätte.

Was hätten die Tarotkarten auch sagen sollen?

Ihr müsst Euch die Karten vorstellen, wie Eure beste Freundin/ Euren besten Freund. Wenn Ihr verheult anruft und genau diese Frage stellt, dann tätschelt ein gute*r Freund*in Euch die Schulter, sagt tröstende Worte und versucht in Nebensätzen verpackt Optionen aufzuzeigen: Tue jetzt erst einmal etwas für Dich! Jetzt kannst Du endlich den Roadtrip machen, auf den der Partner/ die Partnerin keinen Bock hatte! Lass uns morgen zum Friseur und einen Beautytag machen/ Lass uns eine Kneipentour machen und das Nachtleben genießen!

Übrigens haben ich mein Tarot- Journal aus dieser Zeit noch – und was soll ich sagen, die Antworten, die ich gebraucht hätte, die lagen da! Ich konnte sie nur nicht sehen – weil mein Fokus seit Jahren auf einem „Wir“ lag, dass vielleicht schon lange vorher kein Wir mehr gewesen war. Weder er noch ich waren ehrlich zu uns selbst gewesen und hatten uns verrannt – während er schon immer dazu tendierte, sich aus solchen Situationen ohne offene Aussprache herauszuwinden, bin ich ein Mensch, der alles für eine Beziehung tut. Und somit war mein kompletter Lebensinhalt weggebrochen, von jetzt auf gleich.

Wie bereits in diesem Beitrag beschrieben, können Karten eben keine Zukunft voraus sagen – weil die Zukunft nicht in Stein gemeißelt ist. Wenn wir aber mal ehrlich sind – solange wir wie ein Häufchen Elend verrotzt und heulend hinter dem/der Ex laufen, wir die Motivation, zurückzukehren, nicht sehr groß sein. Denn der, der sich trennt, genießt meist erst einmal die neu gewonnene Freiheit. Meistens kommt die Einsicht, was man hatte, bei dieser Person erst ein halbes bis dreiviertel Jahr nach der Trennung (wenn sie denn kommt). Bewahrt Euch als Verlassener also bitte ein bisschen Restwürde.

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Die richtigen Fragen an die Karten

Stellt den Karten daher lieber nicht die Fragen, die Euer Gedankenkarussell bei Nacht antreiben und Euch um den Schlaf bringen. Diese Fragen bringen Euch meist nicht weiter, weil es tatsächlich keine Antworten gibt – Ihr bleibt gefangen in einem Hamsterrad. Eine Möglichkeit ist, nach dem Warum zu fragen – idealerweise auch nach dem eigenen Anteil an diesem Warum. Denn so könnt Ihr Euer eigenes Verhalten reflektieren und in Zukunft alte Muster durchbrechen oder vermeiden. Jedoch kann auch das direkt nach der Trennung noch unangebracht sein – denn meistens geht es da um sehr persönliche Dinge und die Verletzungen sind noch viel zu frisch.

Viel besser ist es, Fragen zu stellen, was man tun kann – dafür ist natürlich erst einmal eine Analyse sinnvoll. Was fehlt mir jetzt am meisten? Selbstvertrauen, Nähe oder will ich nur nicht allein sein? Habe ich Angst vor dem Allein sein? Will ich vielleicht nur nicht Allein sein? Geht es gar nicht darum, diesen einen Menschen wieder zu bekommen? Der nächste Punkt, den man mit den Karten dann analysieren kann ist: Was brauche ich jetzt? Was kann ich tun, um meine Situation zu verbessern? Wie kann ich meine Mitte wieder finden? Wie finde ich wieder zu mir selbst?

Auch mehrmaliges Befragen der Karten oder mehrerer Kartenleger wird das Ergebnis nicht verändern

Für Euch getestet – gern geschehen

Mein 25-jähriges Ich ließ übrigens nicht locker. Die Antwort gefällt nicht – ach, einfach nochmal mischen und legen. Irgendwann rief ich einen Kartenleger- Kollegen an. Auch dieser Kollege hatte eigentlich keine Antwort für mich, zu mindestens nicht die, die ich hören wollte. Das erlebe ich tatsächlich auch bei Anfragen auf TikTok- da wird man jeden Tag mit derselben Frage angeschrieben oder einfach derselbe Kommentar einmal bei mehreren Kanälen gepostet – irgendwer wird schon mit der Antwort kommen, die man hören will. So funktioniert das aber leider nicht. Die unbequemsten Antworten sind leider meistens die, die uns weiter bringen im Leben.

Ja, es tut weh. Das wird es auch noch eine Weile, jedoch könnt nur Ihr Euch selbst da rausholen. Und je eher Ihr das realisiert, desto eher könnt Ihr aktiv etwas zum Positiven verändern. Je länger Ihr an Fragen hängt, die Euch immer in der Trauer festhalten, desto weniger könnt Ihr in der Trauerverarbeitung voran schreiten.

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Ich weiß, wie einfach das geschrieben und gesagt ist. Es ist ja auch nichts Neues, wenn man aber in der Situation ist, dann will es einem nicht gelingen, loszulassen und nach vorne zu schauen. Genau da sollte eine gute Kartenlegung ansetzen – ein guter Kartenleger wird Euch nicht unbedingt die Frage beantworten, mit der Ihr zu ihm kommt, sondern Euch erst einmal beraten, was denn vielleicht eine geeignetere Formulierung wäre. Denn es geht nicht darum, Euch das zu sagen, was Ihr hören wollt – sondern Euch Handlungsoptionen aufzuzeigen. Ob Ihr diese umsetzen möchtet, ist Eure Entscheidung.

In diesem Sinne, be blessed, Keya


Zu jedem Vollmond und Neumond versende ich eine Tarotlegung oder Impulse für den kommenden Monat – trage Dich jetzt gern hier ein:

Entspannungstechniken für zwischendurch

Ich bin ein großer Freund von Yogaübungen, aber im Alltag wird das manchmal schwierig. Zum Glück mögen zwar auch meine Kinder gern Yoga, aber da der Jüngste erst 5 Jahre alt ist, wird es meistens ein Kinderyogaprogramm, um ihn bei der Stange zu halten – und ich fühle mich meist hinterher noch nicht maximal entspannt, wenngleich wir alle gemeinsam ein wenig runtergefahren sind.

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Zusätzlich ist Yoga vielleicht nicht unbedingt für den Anfänger gleich entspannend – eigentlich ist es während der Übungen manchmal sogar eher unentspannt vom Feeling her, denn der entspannte Zustand setzt erst danach ein – ähnlich wie auch bei anderen Sportarten. Trotzdem kann es natürlich lohnenswert sein, sich einmal durchzubeißen und einen Kurs zu besuchen. Einmal die Basics gelernt, können folgende Entspannungstechniken als Cool down an die eigene Sportroutine angeknüpft werden und so für regelmäßige Entspannungsmomente sorgen:

Entspannungstechniken, die erlernt werden wollen

  • Yoga
  • Tai Chi oder Qi Gong
  • Progressive Muskelentspannung (PME)
  • autogenes Training
  • Meditation
  • Akkupressur

Die Reihenfolge stellt keine Rangordnung im Sinne der Einfachheit dar. Ich habe mit allen Techniken Erfahrungen sammeln können, habe aber festgestellt, dass gerade die, die super einfach zu lernen sein sollten, mir eher schwer fielen, weil mein Teenager- Ich sie „langweilig“ fand. Also einfach mal durchprobieren, zu fast jeder der o.g. Techniken gibt es mittlerweile auch gute Youtube- Videos.

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Nun werden es aber einige von Euch kennen – Vollzeitjob, danach Haushalt, Kinder und Haustiere. Und Sport und Hobby wollen auch noch untergebracht werden. Wenn alle mitziehen und kerngesund sind, läuft es und kleine Ruheinseln lassen sich prima einbauen. Dann wird ein Kind krank, gleichzeitig hat der Hund was falsches gefressen und alles läuft so aus dem Ruder, dass man selbst eine Woche später noch nicht wieder im eigenen Rhythmus ist – das waren übrigens die Punkte, die mich bisher aus jedem noch so disziplinierten Sportprogramm rausgerissen haben. Man findet den Einstieg einfach nicht, hat ein schlechtes Gewissen, bis man aufgibt.

Kleine Ruhepole für zwischendurch

Ich habe mir vorgenommen, mir einfach nicht mehr so viel vorzunehmen. Ich muss es niemandem außer mir Recht machen und wenn ich permanent meine Erwartungs- Messlatte so hoch lege, dass ich darunter aufrecht Limbo tanzen kann, ist ein Scheitern ja schon vorprogrammiert. Ein Beispiel – ich will 3 Mal die Woche Sport machen, konnte aber auf Grund einer Erkrankung nicht – in der Woche, in der ich wieder starten will, ist am Montag Elternabend und ich komme nicht dazu. In der Vergangenheit habe ich dann die komplette Woche Sport ausfallen lassen und mir gesagt „Ab nächste Woche wieder“ – wie blöd, zweimal Sport in der Woche wären doch auch gut gewesen und definitiv besser als kein Mal und ein schlechtes Gewissen. Ähnlich ging es mir auch, wenn ich regelmäßige längere Meditationssessions in meinen Alltag einbauen wollte – also erste Entspannungsregel: Druck raus! Versuche regelmäßig, Entspannung einzubauen und freue Dich über jede Minute, die Du unterbringen kannst, anstatt irgendwelchen Mindestdauern nachzujagen.

Erinnerungen in Deiner Umgebung einrichten

Suche Dir einen oder mehrere Plätze in der Wohnung, an denen Du täglich mehrmals Zeit verbringst – und platziere dort ein Bild oder einen Gegenstand, den Du mit Entspannung verbindest. So wirst Du mehrmals täglich daran erinnert – und selbst, wenn Du nicht sofort alles stehen und liegen lassen kannst, wenn Dir ein Lächeln über die Lippen huscht, bist Du gleich ein wenig entspannter als vorher.

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Waldbaden

Bei dem Ausdruck musste ich ein wenig schmunzeln, in meiner Kindheit hieß das Spazieren gehen, wenn ich dabei war und Wandern, wenn mein Opa alleine war und schneller vorankam. „Shinrin-Yoku“ nennt sich diese Technik aus Japan, bei der man mindestens eine Stunde im Wald verbringen soll – ohne Handy! Da ich ja gerade ausgeführt habe, dass starre Mindestangaben Stress verursachen und ich das Waldbaden wirklich seit einiger Zeit täglich mit meinen Hunden zusammen genieße, kann ich Euch sagen – es reichen auch 10-15 Minuten. Am Besten gleich los gehen, wenn man nach Hause kommt – oder den Nachhauseweg umplanen, damit die Couch erst gar keine Chance hat.

Reiben und Klopfen – das „Wutschen und Wedeln der Sänger“

Viele kennen es vielleicht aus Chorproben (das las ich in einem Buch zu Entspannungstechniken), ich tatsächlich aus einer ganz tollen Gesangstunde, die ich auf Insta gewonnen habe. Erst reibt man die Hände aneinander warm, dann streicht man Gesicht, Nacken, Bauch und Lendenwirbelbereich aus. Dann klopft man den ganzen Körper ab, im Gesicht beginnend mit den Fingerspitzen, an Bauch, Beinen und Armen kann man auch die Handflächen oder die Knöchel nehmen – ganz sanft, es sollte angenehm sein. Eine tolle Übung, wenn man nicht völlig groggy nach der Entspannungsübung sein möchte, sondern frisch und wach sein muss für die restlichen Aufgaben des Tages.

Schokoladenmeditation

Setze Dich ruhig und bewusst hin und nimm ein Stück Schokolade in den Mund. Lasse es langsam auf der Zunge zergehen, statt es zu verschlingen – fühle es, wie es sich anfühlt, wenn es schmilzt. Wie ist der Geschmack? Fortgeschrittene können ein Gummibärchen nehmen wie mein Opa es immer gemacht hat.

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Spül den Stress weg

Stell Dir einfach beim Duschen vor, wie Du den Stress abwäscht und er im Ausfluss verschwindet. Dabei kannst Du ein Mantra singen, wenn Du magst – ich höre gern Meditationsmusik und summe mit, eines meiner Lieblingslieder ist Mul Mantra von Snatam Knaur. Danach in bequeme Kleidung schlüpfen. Wer Aromatherapie mag, kann sich einen Tropfen Öl auf die Handgelenke geben – zu Entspannung helfen Lavendel, Bergmotte, Rosmarin oder Sandelholz, stimmungsaufhellend sind z.B. Mandarine, Rose oder Neroli und erfrischend sind Minze, Fichtennadel und Citronella.

Anti- Stress- Rezepte

Abwarten und eine Tasse Tee trinken – mein absoluten Lieblingsrezept gegen Stress. Folgendes Rezept hilft allgemein gegen Stress, aber auch unterstützend bei Schlaflosigkeit, innerer Unruhe, Reizmagen und Erschöpfungszuständen (Achtung, wenn es andauernde Zustände sind, bitte den Arzt konsultieren!) – und ich habe als Bonus noch ein Kakaorezept, da mein Sohn durch diverse Umstände eine harte Zeit hatte, bis er zum ersten Mal ein- und durchschlafen konnte. Das Rezept begleitet uns auch heute, wenn wir mal wieder eine Phase haben.

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Anti- Stress Tee

  • 2 Teile Baldrian
  • 2 Teile Melisse
  • 1 Teil Kamille
  • 1 Teil Lavendel

Kräutermischung mit kochendem Wasser übergießen, ca. 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und warm genießen.

Mikes Gute- Nacht- Kakao

  • 1 Tasse Pflanzendrink
  • 2-3 TL Kakaopulver
  • 1 TL getr. Kamillenblüten
  • 1 TL getr. Lavendelblüten
  • optional etwas Vanille

Milch und Blüten erwärmen, nicht kochen. Abseihen und den Kakao und die Vanille einrühren – bei ungesüßtem Kakaopulver ggf. noch mit Honig oder Agavendicksaft süßen.

Ich hoffe, bei diesen Tipps war für jeden etwas dabei, um ohne rechte Zeit für Pausen zu entspannen. Bleibt entspannt und be blessed, Keya


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Last- Minute Litha- Rituale mit Kindern

Oh, verdammt – ich bin schon wieder mächtig spät dran. Das liegt aber auch daran, dass ich gerade im Hintergrund daran arbeite, hier alle meine Interessen zusammenzuführen und unter einen Hut zu bekommen – ihr dürft gespannt sein, was ich demnächst hier präsentiere – eine Seite ist schon hinzugekommen, unter Galerie findet ihr ab jetzt Arbeiten von mir.

Trotzdem will ich es mir nicht nehmen lassen, eine Liste mit Ideen für das Litha- Fest mit Kindern zu teilen – auf Grund der Kürze der Zeit in der Last- Minute Version. Auf geht’s:

Photo by Jill Wellington on Pexels.com

1. Betrachtet gemeinsam den Sonnenauf-/ untergang

Klingt einfach – aber mal Hand aufs Herz, wann habt ihr zum letzten Mal mit euren Kindern bewusst den Sonnenauf- oder Untergang beobachtet und in dabei wirklich genossen? Meist sitzen wir abends im Garten, auch während des Sonnenuntergangs, aber sind dabei in Gespräche vertieft und bekommen den wunderschönen Anblick nur am Rande mit. Den Sonnenuntergang mal ganz bewusst zu erleben und sich auf ihn zu fokussieren, ist eine tolle Achtsamkeitsübung für uns alle – auch die Jüngsten sind heute ja schon ständig abgelenkt. Versucht es mal.

2. Kocht zusammen

Klingt auch banal – aber in meinem Litha– Beitrag hatte ich ja über Rezepte mit Gänseblümchen geschrieben. Kocht mal mit den Kindern zusammen – und das mit saisonalen und regionalen Zutaten. Ihr könnt das auch mit einem Einkauf auf dem Markt oder im regionalen Hofladen verbinden. Meine Kids wünschen sich zu jeder Jahreszeit Pizza – und oft machen wir die dann natürlich auch zu Familien-Filmabenden auf der Couch. Aber mal etwas kochen, was kein typisches Kindergericht ist, hilft unheimlich dabei, die Gaben der Natur wertschätzen zu lernen – und auf einmal mögen die Kinder auch Dinge, die vorher „Bäh“ waren. Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht.

3. Tanzt und singt, um den Sommer zu begrüßen

Am Besten draußen im Garten – wie, dass geht nicht, weil die Nachbarn gucken? Schon komisch, welche Dinge wir uns selbst untersagen, weil wir fürchten, was andere denken. Eure Kinder freuen sich bestimmt, wenn ihr mit ihnen durch das Gras tanzt.

Ist Euch zu peinlich? Wie wäre es mit einem Bewegungslied? Zu „Geh aus mein Herz und suche Freud“ gibt es hier ein Bewegungslied, das eigentlich für Senioren mit Demenz gedacht ist. Ich denke, es funktioniert aber genau so gut, um dem inneren Kind mal wieder Ausgang zu gewähren. Vielleicht mögen die Groß- oder Urgroßeltern oder älteren Nachbarn gern mitmachen – dann haben alle Freude daran.

Wer ein Instrument spielen kann (ich spiele zum Beispiel Ukulele) kann auch den Kindern die Bewegungen zeigen und die Kinder beim Singen und Tanzen begleiten. Die Akkorde für die erste Strophe gehen wie folgt:

Erste Strophe „Geh aus mein Herz und suche Freud“, Paul Gerhardt (1607-1676)

4. Flechtet Blumenkränze für die Haare

Das haben wir doch als Kinder alle gern gemacht – wer nicht mehr weiß, wie es geht, findet hier eine Anleitung:

Gänseblümchenkranz für die Haare flechten

5. Zündet Kerzen in Windlichtern an

Wie in meinem Litha– Beitrag beschrieben feiern wir Litha ja eigentlich mit einem großen Feuer. Wenn ihr kein Sommersonnenwendefeuer oder Johannesfeuer in der Nähe habt, könnt ihr Kerzen entzünden. Entweder in Windlichtern auf dem Balkon. Oder vielleicht habt ihr ja auch eine kleine Feuerschale – dann macht selbst ein kleines Feuer.

Photo by Shiebi AL on Pexels.com

Ich wünsche Euch ein gesegnetes Litha, eine schöne Sommersonnenwende oder einen frohen Johannestag – was auch immer ihr feiert, macht euch eine gute Zeit. Be blessed, Keya

P.S. Kennt ihr schon meinen Newsletter? Nächste Woche ist nicht nur Litha, sondern auch Vollmond und ich verschicke wieder meine Monats- Tarot Legung für den kommenden Zyklus – tragt euch gern kostenlos ein:

Litha – die Sommersonnenwende

Litha (gesprochen Litta), wie die Sommersonnenwende vor allem bei den Wicca auch genannt wird, ist auch unter den Namen Mittsommer, Alban Heruin (Licht der Küste) oder Meán Samhraidh (Mitte des Sommers) bekannt. Es markiert im Jahreskreis den Gegenpol zum Julfest, der Wintersonnenwende. Die meisten werden das Fest gleich mit Freudenfeuern, die entzündet werden, in Verbindung bringen – und so stehen wohl auch die Johannesfeuer zur Geburt Johannes des Täufers in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni mit dieser Tradition in Verbindung.

Photo by Vlad Bagacian on Pexels.com

Das Datum der Sonnenwende ist der 20. oder 21. Juni, kalendarisch markiert dieser Zeitpunkt den Beginn des Sommers. Die Sonne hat zu diesem Tag ihre volle Kraft erreicht, ab diesem Zeitpunkt werden die Tage dann wieder kürzer. Daher ist ein Thema für diesen Tag der Abstieg, der in der Mythologie in verschiedenen Geschichten thematisiert wird, z.B. Persephones jährliche Reise in die Unterwelt; Isis, die ihren Gemahl Osiris aus der Unterwelt rettet oder Baldurs Abstieg von Asgard zu den unteren Welten.

Den Abstieg kann man auch als Innenschau betrachten, bei der wir unser inneres Selbst klar erkennen und feststellen, was wir verändern müssen, um spirituell zu wachsen.

Litha ist als Sonnenfest natürlich das Hauptfest des Gottes in der Wicca Tradition. Wichtige Ritualthemen für diesen Tag sind Liebe, Ehe und Divination. Daher werden an diesem Tag Freudenfeuer zu Ehren der Sonne entzündet. Früher wurden Räder aus brennbaren Materialien entzündet. Darüber hinaus glaubte man, dass in der Nacht gesammelter Morgentau Gesundheit und beständiges Glück bringen sollte – wer also mag, kann traditionell den Morgentau an diesem Tag sammeln, weihen und als Wasser im Ritual verwenden. Ebenso sollen Birkenzweige über der Tür Haus und Hof schützen.

Photo by Freddie Ramm on Pexels.com

Zur Divination könnt ihr Folgendes probieren – pulverisiert eine Mixtur aus Scharfgarbe, Eisenkraut, Farn und Johanneskraut und verbrennt diese im Feuer oder verräuchert sie. Aus Länge, Breite und Farbe der Flammen wurde angeblich in früheren Zeiten an diesem Tag die Zukunft vorausgesagt. Auch wenn ich nicht an eine festgeschriebene, vorhersagbare Zukunft glaube, finde ich es eine schöne Tradition, die man auch im Familienkreis spaßig versuchen kann – ähnlich wie Bleigießen an Silvester.

Zur Räucherung eignen sich aber an Litha auch besonders Zitrone, Myrrhe, Pinie, Rose und Blauregen. Wenn ihr Dekorationen auswählt gehen neben Sommerblumen Kerzen, Bänder und Servietten in grün und blau sehr gut. Als Edelsteine zur energetischen Unterstützung empfehlen sich Smaragd und Jade. Bei den Speisen könnt ihr frisches, saisonales und vor allem regionales Obst und Gemüse aber auch Pumpernickel auftischen.

Photo by Agnese Lunecka on Pexels.com

In Schweden heißt es übrigens, dass in der Mittsommernacht besonders viele Naturgeister wie Feen, Elfen und Trolle unterwegs sind und die Nacht dadurch besonders von Magie erfüllt ist. Wenn unverheiratete Mädchen am Vorabend zur Mittsommernacht Wildblumen pflücken und diese in der Nacht unter ihr Kopfkissen legen, so träumen sie von ihrem zukünftigen Ehemann, so heißt es – allerdings funktioniert dies nur, wenn sie über den Traum Stillschweigen bewahren, so heißt es.

Ich kann das leider nicht mehr für Euch testen, hätte aber einige Rezepte mit Gänseblümchen für Euch – Gänseblümchen sind tatsächlich essbar und meist auch auffindbar, wenn Ihr nicht in Nähe eines Waldes wohnt. Außerdem erkennen auch Laien Gänseblümchen meist sicher.

Gänseblümchensuppe

  • 2 Handvoll Gänseblümchen
  • 2 EL Rapsöl
  • 1l Gemüsebrühe
  • 1 Scheibe Roggenbrot
  • Gänseblümchen zum Garnieren

Die Gänseblümchen in einem EL Öl andünsten. Das Brot in einem EL Öl anrösten. Die Gemüsebrühe aufkochen, in Teller füllen und angedünstete Gänseblümchen und Brot hinzugeben. Mit Gänseblümchen garniert servieren. Für eine gehaltvollere Variante könnt ihr auch nach dem Aufkochen der Brühe 7-8 EL vegane Crème fraîche in die Gemüsebrühe hinzugeben – danach nur nicht mehr zum kochen bringen, sondern nur erwärmen, damit die Crème fraîche nicht ausflockt.

„Frischkäse/ Quark“ mit Gänseblümchen

  • 250g vegane Frischkäsealternative (was ihr mögt, entweder selbstgemacht aus Cashews, über Nacht abgetropften, ungesüßten Sojajoghurt oder einen fertigen veganen Frischkäse in Natur)
  • 1 kleine Schalotte
  • 1,5-2 TL Olivenöl
  • 10g Pastinaken- oder Brennnesselblätter
  • 15g Gänseblümchenblätter
  • 1 kleines Sauerampferblatt
  • 6 Gänseblümchenblüten
  • Salz/Pfeffer nach Geschmack

Die Schalotte fein hacken und mit Quark und Öl mischen und würzen. Die Blätter fein hacken und unter die Mischung geben, mit Gänseblümchen garnieren und servieren.

Zum Eingangs erwähnte Johannestag gibt es den Volksglauben, dass ein an diesem Tag um die Mittagszeit gepflücktes Gänseblümchen, welches man trocknet und im folgenden Jahr bei sich trägt, dafür sorgt, dass einem keine wichtige Arbeit schief ginge – daher finde ich Gänseblümchenrezepte eine sehr passende Korrespondenz zum Mittsommerfest.

Nun seid Ihr dran – welche Bräuche gibt es bei Euch in der Region zum Mittsommerfest? Werden bei Euch Johannesfeuer entzündet? Bei uns in der Gegend leider nicht, wobei es nur 100 km weiter im Harz solche Traditionen gibt. Kennt Ihr andere Traditionen aus anderen Ländern – gerade in den skandinavischen Ländern gibt es hier ja vielfältige Traditionen (und ich meine nicht Midsommar beim Möbelschweden ;)) – vielleicht hat von Euch ja schon jemand in Persona mitgefeiert und mag davon in den Kommentaren berichten. Ich freue mich darauf.

Be blessed, Keya

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Tarot – glaubst Du daran?

„Glauben kannst Du in der Kirche“ – hätte mein Mathelehrer jetzt gesagt. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich mich hier nicht über irgend einen Glauben lustig machen möchte (ich selbst habe ja meinen ganz eigenen Glauben, wie ihr hier lesen könnt). Das Tarot an sich ist aber nichts, woran man glauben kann – allerdings glauben viele Menschen Dinge über das Tarot, so dass mir dann die oben genannte Frage gestellt wird.

Laut Duden kann man der Tarot und das Tarot nennen – tatsächlich nutze ich beide Artikel. Heute schreibe ich über Tarot im Allgemeinen, daher hört sich das Tarot richtig an. Spreche ich von einem konkreten Tarotdeck sage ich meistens „Der xx- Tarot“, z.B. der Crowley Tarot.

Was genau ist Tarot

Tarot ist ein Kartenspiel mit 78 Karten. Es gehört zu der Gruppe der Tarockspiele, deren Urform irgendwann um 1425. Tarockspiele bestehen aus Farbkarte (vergleichbar mit Karo, Herz, Kreuz und Pik im Skatspiel) und sogenannten Trumpfkarten. Je nach Spiel und Epoche variiert die Anzahl der Karten der Spiele sehr stark. Das klassische Tarot hat aber 78 Karten – manche Künstler fügen aber 2 Zusatzkarten hinzu (ok, manche auch mehr). Das liegt daran, dass auf den letzten Druckbogen 2 Karten mehr passen würden – so gestalten manche Künstler eben weitere Karten, bei anderen Decks wird daraus ein Deckblatt und etwas anderes.

Den Karten und vor allem den Trümpfen des Tarot wurden mit der Zeit spirituelle Bedeutungen beigemessen. Die Trümpfe im Tarot nennt man übrigens Große Arkana, die Farbkarten Kleine Arkana. Tatsächlich beschreiben die Karten der Großen Arkana eine „Reise der Erkenntnis“, die nunmal jede*r durchläuft. Sie kann als Sinnbild für das gesamte Leben gesehen werden – wer aber schon ein bisschen erfahrener ist weiß, irgendwie verläuft das Leben in Zyklen und manchmal steht man wieder am Anfang – ist aber nicht mehr derselbe Mensch wie zuvor. Die Große Arkana ist auch Sinnbild für diese Zyklen und die Weiterentwicklung, die durch sie stattfindet.

Die Kleine Arkana besteht aus 56 Hofkarten, im Tarot sind das meist Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen. Jede Reihe besteht aus 10 Zahlenkarten (Ass bis 10) und 4 Hofkarten (Page, Ritter, Königin und König). Jede Farbe ist dabei einem Thema zugeteilt – Stäbe beschreiben unsere Leidenschaft, den Tatendrang und den Impuls, Dinge anzupacken. Die Kelche stehen für Emotionen, Gefühle oder aber auch das Unterbewusstsein. Schwerte symbolisieren den Verstand und die Worte – beides zweischneidig und potentiell verletzend wie ein Schwert. Und die Münzen stehen zu guter Letzt natürlich für Geld und alle materiellen Bedürfnisse. Die Kleine Arkana zeigt eher die alltäglichen Probleme.

Tarot wird zum Wahrsagen benutzt

Nein, auch wenn Wikipedia das schreibt. Obwohl das viele so versuchen und es ganze Fernsehkanäle gibt, die diesen Glauben nutzen. Es geht nicht um Wahrsagen sondern um Wahrheitsfindung- ein himmelweiter Unterschied.

Das jedoch jahrhundertelang bis heute der Eindruck vermittelt wurde, es gäbe ein unveränderliches Schicksal für jeden Menschen und mit den Karten könnte es voraussagt werden, erklärt sich die Frage nach dem Glauben – eigentlich müsste die Frage heißen, glaubst Du an unveränderliches Schicksal. Nein, glaube ich nicht. Für mich ist Schicksal eine Art Zufallsgenerator – eigentlich wollte man was ganz anderes und am Ende lacht man darüber und sagt „Das war Schicksal“.

Ein Beispiel- ich war schon einmal verheiratet und stand nach der Trennung auf der Straße, als Studentin mit wenig Geld. Also habe ich eine WG Gründen wollen und mich mit dem Bewerber getroffen – am Ende bin ich jetzt wieder verheiratet und wir brauchten nur ein Bett in der WG. So kann es gehen, dass hätte aber im Leben niemand vorhersagen können. Hätte ich mich anders entschieden und wäre in ein Wohnheim gezogen – ich hätte diesen Menschen nie getroffen.

Wenn nicht Wahrsagerei – was denn dann?

Da Tarot wie oben beschrieben eine Systematik und Symbolik zu Grunde liegt, die ganz allgemein Phasen, Zyklen und Lebensabschnitte, die ein jeder von uns kennt, beschreibt, funktioniert es eben sehr gut, die Intuition mit den Karten zu schulen. Jede Karte hat wirklich eine ganz vielschichtige Bedeutung und bei der Fülle an Tarotdecks wird jede*r ein Deck finden, bei der die Bilder ihm*ihr sofort Geschichten erzählen.

An Hand der Karte kann dann reflektiert werden: Zeigt die Karte mein Problem? Weist sie schon auf einen möglichen Lösungsweg hin? Ist eine Person abgebildet? Was würde mir diese Person raten? So können viele neue Sichtweisen und Impulse gewonnen werden, die eigenen Handlungsmöglichkeiten abzuwägen. Ob du etwas davon annimmst und umsetzt ist „up to you“, wie es Neudeutsch so schön heißt.

Wichtiger Punkt ist, die Tarotkarten sind nur ein Werkzeug. Sie haben keine Macht und befehlen Dir auch nicht, was Du tun sollst. Und selbst wenn „negative“ Karten (die es so gar nicht gibt, denn eigentlich sind alle Karten neutral) fallen – es sind nur bunte Bildchen auf Papier.

Tarot legen ist also doch nur Cold Reading

Cold Reading beschreibt Techniken, die Zauberkünstler und Mentalisten einsetzen, in dem sie bei interviewartigen Gesprächen den Eindruck vermitteln, die Person zu kennen, obwohl sie das nicht tun. Gern wird eben behauptet, genau so wird beim Karten legen gearbeitet, um dem Klienten das zu sagen, was er hören will.

Wie im letzten Absatz beschrieben, geht es um Beratung zu einem konkreten Problem. Tarotkarten haben eine allgemeine Symbolik, also muss ein Berater*in zwangsläufig mit Klient*innen diese besprechen, um eine Beratung zu ermöglichen. Also, ohne Gespräch geht es gar nicht. Und wie gesagt – das Tarot ist ein Werkzeug, man könnte auch einfach so reden. Allerdings eigenen sich gerade Bilder sehr gut, um Gefühle anzusprechen, die manche Menschen schwer formulieren können.

Da Kartenlegen eine Beratung ist, ist es also natürlich interaktiv. Da ein seriöser Berater aber gar nicht den Eindruck erwecken wollen wird, eine Gabe zu haben, ist der Vorwurf von Cold Reading nicht gerechtfertigt. Ich stelle mir das immer bei anderen Berufen vor – z.B. beim Arzt „Was tut denn weh?“ – „Sie sind der Fachmann, finden Sie es raus.“ Oder in der Autowerkstatt- da kann das schon teuer werden, wenn der Fachmann sagt, was ausgetauscht werden soll.

Aber wie funktioniert das genau?

Woher weiß ich denn, dass die richtigen Karten für mich da liegen?” Gegenfrage- nach allem, was Du oben gelesen hast, wäre es da noch wichtig, ob die Karten gezielt ausgewählt werden oder ob zufällige Kartenbilder genutzt werden? Denn wie oben beschrieben – die Karte sind ein Werkzeug, die Intuition zu schulen und mit ihrer Hilfe neue Ansätze zu finden, ein Problem zu lösen oder mit einer Situation umzugehen.

Meistens eine Situation, in der wir entweder mit dem Verstand nicht weiter kommen- oder aber Herz und Verstand uns wie Engelchen und Teufelchen auf der Schulter gegensätzliche Handlungsempfehlungen zu flüstern. Wir sind gewohnt, Dinge mit em Verstand zu entscheiden- zwei Jobangebote und wir nehmen das besser bezahlte an. Nun erfüllt uns dieser Job aber nicht und wir fühlen uns nicht wohl. Der Verstand kann dies aber nicht erklären- es scheint doch alles perfekt.

Genau bei solchen Fragestellungen ist es gut, sich bewusst zu werden und die eigene Gefühlswelt zu analysieren. Dabei kann Tarot helfen, da die Karten eine vielschichtige, allgemeine Bedeutung haben. Jedoch muss man sich darauf einlassen. Frage daher vielleicht eher: Funktioniert Tarot für mich? Einfach mal probieren und darauf einlassen.

Natürlich gibt es Theorien dazu, wie Tarot und insbesondere das Ziehen der richtigen Karten funktionieren soll. Diese Konzepte sind aber sehr komplex, so dass ich hierzu zur gegebenen Zeit einen eigenen Beitrag verfassen werde.

Wie oben erwähnt sind Tarotkarten ein Werkzeug, die Lösung zu finden, wenn der Verstand und das Herz sich mal nicht einigen können. Also in einer Situation, in der Dich der Verstand allein ohnehin nicht weiter bringt – vielleicht ist es dann an der Zeit, etwas Neues zu probieren? Und ob Du darauf vertraust, dass eine höhere Macht die richtigen Karten für Dich wählt oder Du bei der Betrachtung zufälliger Karten auf die Lösung kommst oder einen Aha- Moment erfährst – das ist ja dann vielleicht sogar unwichtig? In dem Sinne – bleibe neugierig.

Be Blessed, Keya

P.S. In eigener Sache, ich habe mir da etwas überlegt – ich möchte gerne meine allgemeine Tarot Legung, die ich zum Vollmond durchführe, mit Euch teilen. Wenn Ihr also ein-/ zweimal (zu Voll- und Neumond) im Monat allerhöchstens Post mit Impulsen für den kommenden Monat erhalten wollt, dann meldet Euch bei meinem Newsletter an:

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