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Schlagwort: Spiritualität (Seite 1 von 2)

Lughnasadh Rituale für die gesamte Familie

Hier noch ganz schnell die Last- Minute Liste für Euer Lughnasadh- Fest gemeinsam mit Kindern, Familie und Freunden. Wenn Ihr noch nicht genau wisst, was wir an diesem Tag feiern, lest Euch meinen ersten Beitrag zu diesem Fest gern noch einmal durch.

Ein besonderer Vorschlag zu diesem Fest – was immer Ihr von den Vorschlägen machen möchtet – wenn Ihr kleine Kinder dabei habt, könnt Ihr die einzelnen Zutaten im Garten verstecken und die Kinder suchen lassen oder gemeinsam mit Ihnen suchen – bei jedem gefundenen Gegenstand erklärt, wofür er im Zusammenhang mit Lughnasadh steht und was damit gemacht wird. Sind alle gefunden könnt Ihr gemeinsam die gewählte Aktion zur Feier des Tages durchführen.

1. Backt Brot

Da Lughnasadh den Beginn der Kornernte markiert, ist natürlich selbstgebackenes Brot das Festessen zu diesem Tag. Für alle Eiligen habe ich hier ein Blitzbrotrezept:

Zutaten:

  • 1 Würfel Hefe
  • 450ml Wasser
  • 250g Dinkelvollkornmehl
  • 250g Weizenvollkornmehl
  • 80g Sonnenblumenkerne
  • 80g Leinsamen geschrotet
  • 2TL Salz
  • 2EL Essig (alternativ Zitronensaft)
  • Fett für die Form

Hefe und Wasser verrühren, dann die restlichen Zutaten zugeben und alles verkneten. In eine gefettete Form füllen und im nicht vorgeheizten Backofen bei 200°C 60 Minuten backen.

Als Belag macht sich eine Mischung aus einem Teil veganem Butterseratz und einem Teil veganem Frischkäse gut – teilt diese Grundmischung zu gleichen Teilen auf und würzt sie verschieden – fertig ist ein tolles Lammas Festmahl. Probiert einmal folgende Würzungen aus:

  • Tomatenmark & Basilikum
  • Kräuter & Knoblauch
  • Curry oder Kurkuma
  • kleingeschnittene Blüten und Kapuzinerkresse
Photo by Mariana Kurnyk on Pexels.com

Soll es etwa warmes dazugeben, eignet sich Schmorkohl. Dafür einen Spitzkohl putzen, den Strunk entfernen und vierteln. In dünne Streifen schneiden. Eine Zwiebel würfeln, diese in einer Pfanne mit Öl dünsten und den Kohl dazugeben und scharf anbraten, dabei öfter wenden – wenn der Kohl Farbe angenommen hat, etwa 250- 350ml Gemüsebrühe angießen, mit Paprikapulver, Kümmel und Salz, Pfeffer würzen und mit geschlossenem Pfannendeckel 5 Minuten schmoren lassen. Danach den Deckel öffnen und solange weiterschmoren, bis die Flüssigkeit verdampft ist.

2. Eine Kornpuppe basteln

Früher hat sich unser Dorf getroffen, um die Erntekrone für das Erntedankfest zu binden – manchmal hat dies mehrere gesellige Abende/ Nachmittage gedauert (je nachdem, ob es viel zu klönen gab oder konzentriert gearbeitet wurde). Zu Lammas bauen wir entweder Strohpuppen aus Getreidehalmen oder eine „Corn Husk“ Puppe aus Mais. Anregungen habe ich Euch hier auf einer Pinterest Pinnwand zusammengestellt:

https://www.pinterest.de/freifliegend_keya/kornpuppe/

3. Ein Sonnenrad aus Maiskolben bauen

Alternativ könnt Ihr ein Sonnenrad aus Maiskolben binden – wenn Ihr das dann trocknen lasst, habt Ihr bis in den Herbst hinein für alle 3 Erntefeste eine tolle Dekoration:

https://www.pinterest.de/freifliegend_keya/sonnenrad/

4. Zelten im Freien oder ein Picknick in der Natur

Wenn möglich, verbringt diese Nacht im Zelt draußen in der Natur, um die Magie der Nacht zu spüren. Gern einfach im Garten oder aber, wenn das Fest günstig liegt, fahrt auf einen Campingplatz und lasst die Seele baumeln. Alternativ geht auch ein Picknick im Freien – mit den Rezepten von Oben könnt Ihr so eine richtig tolle Brotzeit in der Natur machen.

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5. Trinkt Bier – für die jüngsten gern ein Malzbier

Bier war früher nicht nur in Deutschland ein Grundnahrungsmittel. Im Mittelalter wurde es mit altbackenem Brot als Biersuppe gereicht – natürlich war das zu Hause gebraute Bier vom Alkoholgehalt nicht mit unserem heutigen Bier vergleichbar.

Bierbrauen hat in Deutschland eine lange Tradition und nicht um sonst haben wir ein Reinheitsgebot, das besagt, dass ein Bier nur aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser bestehen darf – damit ist es natürlich das Getränk der Wahl zum Schnitterfest. Für die Kinder und für alle, die auf Alkohol verzichten möchten, gibt es mit Malzbier eine tolle, alkoholfreie Variante. Aber auch einige andere alkoholfreie Biere schmecken inzwischen echt gut. Feiert Abends an der Feuerschale die Nacht vom 31.7. auf den 1.8. mit Freunden bei Bier und guten Gesprächen oder lasst das Fest am 01.08. abends mit einem Bierchen ausklingen.

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Ich wünsche Euch ein tolles Schnitterfest – be blessed, Keya

Das erste Erntefest – Lughnasadh

Der Name dieses Fests (gesprochen Luu-a-sah oder auch Luu- na- sah) ist ähnlich wie Samhain keltischen Ursprungs, jedoch fanden auch bei den Germanen Feierlichkeiten um diese Zeit statt. Lughnasadh ist das erste der 3 Erntefesten im Jahreskreis (gefolgt von Mabon und Samhain) und markiert sozusagen den Beginn der Erntezeit.

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Andere Namen für dieses Fest sind Lammas (ein alt-christlicher Name, der vom alt-englischen „loaf-mass“, also Laibfest abstammt) oder aber auch Schnitterfest und Kräuterweihe – der letzte Begriff zeigt, dass auch die Kräuterernte und Verarbeitung jetzt beginnt, bevor der Winter kommt.


Astrologischer Zeitpunkt für dieses Fest war ursprünglich entweder der 8. Vollmond des Jahres oder der Zeitpunkt, an dem die Sonne 15° Löwe erreicht. Eingebürgert hat sich aber die Nacht zum 01. August.
Wichtige Ritualthemen sind der Beginn der Erntezeit – vor allem die Getreide- und Kräuterernte, sportliche Wettkämpfe, Segnungen, Begleichen von Schulden sowie Wetterzauber. Ebenso fanden oft Handfastings, d.h. keltische Hochzeitsrituale zu dieser Zeit statt.

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Edelsteine, die in Korrespondenz zu den Energien des Lammas- Festes stehen sind Peridot, Sardonyx, Citrin und Aventurin. Geräuchert wird bevorzugt mit frischen und fruchtigen Düften – also Sandelholz, Aloe, Rose, Yasmin, Galgant und Brombeerblätter.


Die Kerzen wählt man in den warmen Farben des Sommers – gelb, orange, rot und gold. Den Altar dekoriert man am Besten mit Kornpuppen aus Getreidehalmen, einem Sonnenrad aus Maiskolben, Blumen, Kräuter, Ähren und Früchten – wer hat, kann eine Sichel für das Erntethema als Deko nutzen.


Zum Lughnasadh- Festessen gehört natürlich frisch und am Besten selbst gebackenes Brot. Ein Brauch ist, das Brot zu brechen und unter Verwandten und Freunden mit guten Segenswünschen zu verteilen. Frisches Brot und verschiedene Dipsorten reichen fast. Ein weiterer Brauch ist, dass zum Fest jeder geladene Gast die schönste Frucht mitbringt – aus allen Früchten wird dann gemeinsam ein Obstsalat gemacht und mit Honig gewürzt und zusammen verspeist. Ansonsten kann man Spitz- oder Weißkohl in Wasser und ggf. etwas Wein dünsten.

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Weitere Anregungen rund um das Lughnasad findet Ihr hier. Im nächsten Blogpost verrate ich Euch noch, wie Ihr das Fest mit Euren Kindern gestalten könnt. Bis dahin, be blessed, Keya.

[genugteam.com – Blogparade] -GEWOHNHEITEN FÜR AUSGEGLICHENHEIT & WOHLBEFINDEN

Ich bin vor ein paar Tagen auf die Blogparade von genug – Ein Blog über Minimalismus – „Gewohnheiten für Ausgeglichenheit und Wohlbefinden“ – aufmerksam geworden und fand, dass ich hier noch eine ganz andere Sicht der Dinge aufzeigen kann. Da die Blogparade kein offizielles Ende hat, kann ich wohl auch ein Jahr später noch etwas dazu schreiben – zumal es gerade ganz prima zu meiner Neumondlegung passt, die morgen an die Abonnenten meines Newsletters versendet wird (wenn Du noch nicht dabei bist, unter diesem Artikel findest Du einen Link zum anmelden).

Gerade im Zusammenhang mit Achtsamkeit und gesunden Routinen fällt oft der Satz „Rituale sind so wichtig“ – als Hexe schmunzelt man dann immer leicht, weil wir unter Ritual wohl eher eine andere Vorstellung haben, als mit diesem Satz gemeint ist. Jedoch in Zeiten von Instagram und Witchtok merkt man ganz schnell, wie unterschiedlich auch die Vorstellung von zwei Hexen auseinander gehen kann – und wenn man es mal herunter bricht – so verschieden sind die Achtsamkeitsrituale dann doch gar nicht von unseren Ritualen.

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Für mich ist es ein fester Bestandteil, sich das Leben in Zyklen vorzustellen – alles fließt und bewegt sich irgendwie wellenförmig. Stress – egal ob Arbeit, Feiertagsvorbereitung oder Beziehungsstress – kündigt sich an, erreicht seinen Höhepunkt und verfliegt wieder. Genauso ist es mit schönen Ereignissen, erst Vorfreude, dann kommt der Augenblick und dann schwelgt man in Erinnerungen. Und im Anschluss geht es wieder von vorn los.

Viele Hexen und auch andere spirituelle Menschen richten sich daher im Gesamtjahresverlauf nach dem Jahreskreis (Sonnenzyklus) und jeden Monat nach dem Mondzyklus aus. Ich möchte hier ein bisschen aus meiner Sicht schreiben, was mir ein Leben in Zyklen bringt.

Mond- und Jahreszyklus erleben

Wer kennt das nicht – plötzlich ist Weihnachten. Wenn es dafür doch nur einen festen Tag im Jahr gäbe – ach halt, gibt es ja. Wieso haben wir dann bitte jedes Jahr diesen Stress? Oder machen wir uns ihn am Ende selbst? Corona bedingt sitze ich nun mittlerweile über ein Jahr und drei Monate im Homeoffice. Und mir kommt es vor, als wenn Tag und Nacht ineinander verschwimmen und eigentlich keinen Übergang mehr haben. Schon wieder ein Monat vorbei – Wahnsinn, wie schnell das geht.

Wir leben in einer hoch digitalisierten Welt, ständig schauen wir in irgendwelche Bildschirme, freuen uns das halbe Jahr auf den Sommer und ist er da, dann ist immer was – zu viel Arbeit, schlechtes Wetter oder was anderes. Ehe man sich versieht, ist der Sommer wieder vorbei und man wollte doch noch so viel machen.

Geht mir ganz genau so. Aber mir fällt es unheimlich schwer, ganz starre Gewohnheiten in meinen Alltag zu integrieren. Ich habe ständig einen vollen Terminkalender auf der Arbeit, einmal die Woche Gesangunterricht, seit neustem drei mal die Woche streamen auf Twitch und der Große muss alle zwei Wochen zur Jugendfeuerwehr. Es gibt Tage, da passt es zu meditieren – und es gibt Tage, da passt es eben nicht.

Meine Gewohnheiten zum Mondzyklus und die Feiern zu den Jahreskreisfesten geben mir einen verloren Rhythmus wieder, ohne mir starre Termine vorzuschreiben. Ja, auf meiner Startseite findet sich ein Countdown für das nächste Jahreskreisfest. Das starre Datum ist aber nur der exakte, astrologische Termin – wir feiern an dem Fest aber die Energien der Jahreszeit. Die Energien bauen sich zu dem Datum auf, erreichen den Höhepunkt und nehmen dann wieder ab – bevor die Energien des nächsten Festes spürbar werden. Alles im Fluss – wenn es erst am Wochenende später passt, zu feiern, dann passt das auch. Wenn sich das Wochenende vorher richtiger anfühlt – go for it. Diese Feste sollen uns wieder mehr mit der Natur verbinden – eine Verbindung, die uns mehr und mehr verloren geht.

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Mein Mondzyklus sieht so aus, dass ich zu Voll- und Neumond mich mit einer Räucherung und einem Bad reinige (oder Dusche, wenn es schnell gehen muss) und jeweils die Karten für den kommenden Zyklus lege. An Vollmond Tarot, am Neumond derzeit Krafttierimpulse. Diese teile ich auch in meinem Newsletter (gern weiter unten eintragen). Danach mache ich ein winzig kleines Ritual oder dekoriere meinen Altar neu und mache anschließend etwas für mich – Musik, Singen, ein Buch lesen oder malen.

Auch Voll- oder Neumondrituale müssen nicht exakt zum Voll- oder Neumond ausgeführt werden – der Tag davor und der Tag danach zählen dazu. Der Mondzyklus lässt also zu, dass ich meine „Me Time“ optimal ins Leben einfließen lassen kann, ohne noch einen Termin zu haben.

Welche Gewohnheiten möchtest du dir angewöhnen, welche Gewohnheiten möchtest du gerne ablegen?

Bewusst mache ich das Ganze tatsächlich erst wieder seit Corona. Und auch in dieser Zeit habe ich mich einmal abbringen lassen – und prompt gemerkt, wie viel unausgeglichener ich war. Für die Zukunft möchte ich mir angewöhnen, mich nicht immer aus der Bahn werfen zu lassen von Dingen, die ich mir viel zu sehr zu Herzen nehme. Ich möchte in Zukunft dafür an diesen Ritualen fest halten, auch wenn es mir nicht gut geht – ohne einen fixen Termin daraus zu machen. Ich berichte gern, wie mir die Balance gelingt.

Sehr schöne finde ich die Idee, an Neumond eine Online- Pause einzulegen. In vielen Magieratgebern steht immer, an Neumond sollen Hexen nichts machen. Dem stimme ich nur bedingt zu, aber Neumond ist schon eher der Selbstreflexion vorbehalten. Daher habe ich es jetzt ein paar Mal so gemacht, das Handy und den Rechner auszulassen. Kurz in den Status geschrieben, dass man mal verschwunden ist, wie der Mond – und 1-2 Tage später das Handy einschalten und sehen, dass man gar nicht so viel verpasst hat. Es geht, wir können uns nur manchmal gar nicht mehr vorstellen, nicht erreichbar zu sein. Ich möchte mir wirklich abgewöhnen, immer in Bereitschaft zu sein. Nein sagen lerne ich jetzt erst – und nur ganz langsam. Aber es ist so wichtig.

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Wie ergänzen sich Minimalismus und Gewohnheiten ideal?

Instagram und Tiktok (mit dem Hashtag #witchtok) sind voll von perfekt gestylten Altären, gut gefüllten magischen Kabinetten mit Kräutern, Kerzen und so weiter. Gerade Anfänger (und selbst ich nach vielen Jahren) fühlen sich davon oft abgeschreckt. Fasst man den Mut und postet ein eigenes Ritual, Spelljar oder Zauber – es dauert nicht lange, da kommt jemand um die Ecke und erklärt ungefragt, wie es besser geht.

Ich bin der Meinung, im Leben ist die wichtigste Regel „Keep it short and simpel“ – und das gilt auch für die Magie. Ihr braucht keinen Altar, wenn Ihr Euch damit nicht wohl fühlt. Und wenn ihr einen Altar habt – der muss nicht sofort picke-packe voll sein – finde ich zum Beispiel total unpraktisch, der Altar ist mein Arbeitsplatz. Keine zwei Menschen sind so exakt gleich, dass Euch irgend jemand bei dem, was ihr als Gewohnheit oder Ritual für Euch tut, besser beraten kann, als ihr selbst. Und wer Ratschläge gibt, sollte meiner Meinung nach warten, bis er oder sie danach gefragt wird 😉

Jetzt seid Ihr dran – integriert Ihr die Zyklen der Natur in Euer Leben? Habt Ihr andere Gewohnheiten, die Euch Achtsamkeit im Alltag schenken? Erzählt davon gern in den Kommentaren. Be blessed, Keya


Du möchtest mir zwei Mal im Monat in die Karten schauen – dann melde Dich hier an:

Last- Minute Litha- Rituale mit Kindern

Oh, verdammt – ich bin schon wieder mächtig spät dran. Das liegt aber auch daran, dass ich gerade im Hintergrund daran arbeite, hier alle meine Interessen zusammenzuführen und unter einen Hut zu bekommen – ihr dürft gespannt sein, was ich demnächst hier präsentiere – eine Seite ist schon hinzugekommen, unter Galerie findet ihr ab jetzt Arbeiten von mir.

Trotzdem will ich es mir nicht nehmen lassen, eine Liste mit Ideen für das Litha- Fest mit Kindern zu teilen – auf Grund der Kürze der Zeit in der Last- Minute Version. Auf geht’s:

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1. Betrachtet gemeinsam den Sonnenauf-/ untergang

Klingt einfach – aber mal Hand aufs Herz, wann habt ihr zum letzten Mal mit euren Kindern bewusst den Sonnenauf- oder Untergang beobachtet und in dabei wirklich genossen? Meist sitzen wir abends im Garten, auch während des Sonnenuntergangs, aber sind dabei in Gespräche vertieft und bekommen den wunderschönen Anblick nur am Rande mit. Den Sonnenuntergang mal ganz bewusst zu erleben und sich auf ihn zu fokussieren, ist eine tolle Achtsamkeitsübung für uns alle – auch die Jüngsten sind heute ja schon ständig abgelenkt. Versucht es mal.

2. Kocht zusammen

Klingt auch banal – aber in meinem Litha– Beitrag hatte ich ja über Rezepte mit Gänseblümchen geschrieben. Kocht mal mit den Kindern zusammen – und das mit saisonalen und regionalen Zutaten. Ihr könnt das auch mit einem Einkauf auf dem Markt oder im regionalen Hofladen verbinden. Meine Kids wünschen sich zu jeder Jahreszeit Pizza – und oft machen wir die dann natürlich auch zu Familien-Filmabenden auf der Couch. Aber mal etwas kochen, was kein typisches Kindergericht ist, hilft unheimlich dabei, die Gaben der Natur wertschätzen zu lernen – und auf einmal mögen die Kinder auch Dinge, die vorher „Bäh“ waren. Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht.

3. Tanzt und singt, um den Sommer zu begrüßen

Am Besten draußen im Garten – wie, dass geht nicht, weil die Nachbarn gucken? Schon komisch, welche Dinge wir uns selbst untersagen, weil wir fürchten, was andere denken. Eure Kinder freuen sich bestimmt, wenn ihr mit ihnen durch das Gras tanzt.

Ist Euch zu peinlich? Wie wäre es mit einem Bewegungslied? Zu „Geh aus mein Herz und suche Freud“ gibt es hier ein Bewegungslied, das eigentlich für Senioren mit Demenz gedacht ist. Ich denke, es funktioniert aber genau so gut, um dem inneren Kind mal wieder Ausgang zu gewähren. Vielleicht mögen die Groß- oder Urgroßeltern oder älteren Nachbarn gern mitmachen – dann haben alle Freude daran.

Wer ein Instrument spielen kann (ich spiele zum Beispiel Ukulele) kann auch den Kindern die Bewegungen zeigen und die Kinder beim Singen und Tanzen begleiten. Die Akkorde für die erste Strophe gehen wie folgt:

Erste Strophe „Geh aus mein Herz und suche Freud“, Paul Gerhardt (1607-1676)

4. Flechtet Blumenkränze für die Haare

Das haben wir doch als Kinder alle gern gemacht – wer nicht mehr weiß, wie es geht, findet hier eine Anleitung:

Gänseblümchenkranz für die Haare flechten

5. Zündet Kerzen in Windlichtern an

Wie in meinem Litha– Beitrag beschrieben feiern wir Litha ja eigentlich mit einem großen Feuer. Wenn ihr kein Sommersonnenwendefeuer oder Johannesfeuer in der Nähe habt, könnt ihr Kerzen entzünden. Entweder in Windlichtern auf dem Balkon. Oder vielleicht habt ihr ja auch eine kleine Feuerschale – dann macht selbst ein kleines Feuer.

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Ich wünsche Euch ein gesegnetes Litha, eine schöne Sommersonnenwende oder einen frohen Johannestag – was auch immer ihr feiert, macht euch eine gute Zeit. Be blessed, Keya

P.S. Kennt ihr schon meinen Newsletter? Nächste Woche ist nicht nur Litha, sondern auch Vollmond und ich verschicke wieder meine Monats- Tarot Legung für den kommenden Zyklus – tragt euch gern kostenlos ein:

Litha – die Sommersonnenwende

Litha (gesprochen Litta), wie die Sommersonnenwende vor allem bei den Wicca auch genannt wird, ist auch unter den Namen Mittsommer, Alban Heruin (Licht der Küste) oder Meán Samhraidh (Mitte des Sommers) bekannt. Es markiert im Jahreskreis den Gegenpol zum Julfest, der Wintersonnenwende. Die meisten werden das Fest gleich mit Freudenfeuern, die entzündet werden, in Verbindung bringen – und so stehen wohl auch die Johannesfeuer zur Geburt Johannes des Täufers in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni mit dieser Tradition in Verbindung.

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Das Datum der Sonnenwende ist der 20. oder 21. Juni, kalendarisch markiert dieser Zeitpunkt den Beginn des Sommers. Die Sonne hat zu diesem Tag ihre volle Kraft erreicht, ab diesem Zeitpunkt werden die Tage dann wieder kürzer. Daher ist ein Thema für diesen Tag der Abstieg, der in der Mythologie in verschiedenen Geschichten thematisiert wird, z.B. Persephones jährliche Reise in die Unterwelt; Isis, die ihren Gemahl Osiris aus der Unterwelt rettet oder Baldurs Abstieg von Asgard zu den unteren Welten.

Den Abstieg kann man auch als Innenschau betrachten, bei der wir unser inneres Selbst klar erkennen und feststellen, was wir verändern müssen, um spirituell zu wachsen.

Litha ist als Sonnenfest natürlich das Hauptfest des Gottes in der Wicca Tradition. Wichtige Ritualthemen für diesen Tag sind Liebe, Ehe und Divination. Daher werden an diesem Tag Freudenfeuer zu Ehren der Sonne entzündet. Früher wurden Räder aus brennbaren Materialien entzündet. Darüber hinaus glaubte man, dass in der Nacht gesammelter Morgentau Gesundheit und beständiges Glück bringen sollte – wer also mag, kann traditionell den Morgentau an diesem Tag sammeln, weihen und als Wasser im Ritual verwenden. Ebenso sollen Birkenzweige über der Tür Haus und Hof schützen.

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Zur Divination könnt ihr Folgendes probieren – pulverisiert eine Mixtur aus Scharfgarbe, Eisenkraut, Farn und Johanneskraut und verbrennt diese im Feuer oder verräuchert sie. Aus Länge, Breite und Farbe der Flammen wurde angeblich in früheren Zeiten an diesem Tag die Zukunft vorausgesagt. Auch wenn ich nicht an eine festgeschriebene, vorhersagbare Zukunft glaube, finde ich es eine schöne Tradition, die man auch im Familienkreis spaßig versuchen kann – ähnlich wie Bleigießen an Silvester.

Zur Räucherung eignen sich aber an Litha auch besonders Zitrone, Myrrhe, Pinie, Rose und Blauregen. Wenn ihr Dekorationen auswählt gehen neben Sommerblumen Kerzen, Bänder und Servietten in grün und blau sehr gut. Als Edelsteine zur energetischen Unterstützung empfehlen sich Smaragd und Jade. Bei den Speisen könnt ihr frisches, saisonales und vor allem regionales Obst und Gemüse aber auch Pumpernickel auftischen.

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In Schweden heißt es übrigens, dass in der Mittsommernacht besonders viele Naturgeister wie Feen, Elfen und Trolle unterwegs sind und die Nacht dadurch besonders von Magie erfüllt ist. Wenn unverheiratete Mädchen am Vorabend zur Mittsommernacht Wildblumen pflücken und diese in der Nacht unter ihr Kopfkissen legen, so träumen sie von ihrem zukünftigen Ehemann, so heißt es – allerdings funktioniert dies nur, wenn sie über den Traum Stillschweigen bewahren, so heißt es.

Ich kann das leider nicht mehr für Euch testen, hätte aber einige Rezepte mit Gänseblümchen für Euch – Gänseblümchen sind tatsächlich essbar und meist auch auffindbar, wenn Ihr nicht in Nähe eines Waldes wohnt. Außerdem erkennen auch Laien Gänseblümchen meist sicher.

Gänseblümchensuppe

  • 2 Handvoll Gänseblümchen
  • 2 EL Rapsöl
  • 1l Gemüsebrühe
  • 1 Scheibe Roggenbrot
  • Gänseblümchen zum Garnieren

Die Gänseblümchen in einem EL Öl andünsten. Das Brot in einem EL Öl anrösten. Die Gemüsebrühe aufkochen, in Teller füllen und angedünstete Gänseblümchen und Brot hinzugeben. Mit Gänseblümchen garniert servieren. Für eine gehaltvollere Variante könnt ihr auch nach dem Aufkochen der Brühe 7-8 EL vegane Crème fraîche in die Gemüsebrühe hinzugeben – danach nur nicht mehr zum kochen bringen, sondern nur erwärmen, damit die Crème fraîche nicht ausflockt.

„Frischkäse/ Quark“ mit Gänseblümchen

  • 250g vegane Frischkäsealternative (was ihr mögt, entweder selbstgemacht aus Cashews, über Nacht abgetropften, ungesüßten Sojajoghurt oder einen fertigen veganen Frischkäse in Natur)
  • 1 kleine Schalotte
  • 1,5-2 TL Olivenöl
  • 10g Pastinaken- oder Brennnesselblätter
  • 15g Gänseblümchenblätter
  • 1 kleines Sauerampferblatt
  • 6 Gänseblümchenblüten
  • Salz/Pfeffer nach Geschmack

Die Schalotte fein hacken und mit Quark und Öl mischen und würzen. Die Blätter fein hacken und unter die Mischung geben, mit Gänseblümchen garnieren und servieren.

Zum Eingangs erwähnte Johannestag gibt es den Volksglauben, dass ein an diesem Tag um die Mittagszeit gepflücktes Gänseblümchen, welches man trocknet und im folgenden Jahr bei sich trägt, dafür sorgt, dass einem keine wichtige Arbeit schief ginge – daher finde ich Gänseblümchenrezepte eine sehr passende Korrespondenz zum Mittsommerfest.

Nun seid Ihr dran – welche Bräuche gibt es bei Euch in der Region zum Mittsommerfest? Werden bei Euch Johannesfeuer entzündet? Bei uns in der Gegend leider nicht, wobei es nur 100 km weiter im Harz solche Traditionen gibt. Kennt Ihr andere Traditionen aus anderen Ländern – gerade in den skandinavischen Ländern gibt es hier ja vielfältige Traditionen (und ich meine nicht Midsommar beim Möbelschweden ;)) – vielleicht hat von Euch ja schon jemand in Persona mitgefeiert und mag davon in den Kommentaren berichten. Ich freue mich darauf.

Be blessed, Keya

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Tarot – glaubst Du daran?

„Glauben kannst Du in der Kirche“ – hätte mein Mathelehrer jetzt gesagt. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich mich hier nicht über irgend einen Glauben lustig machen möchte (ich selbst habe ja meinen ganz eigenen Glauben, wie ihr hier lesen könnt). Das Tarot an sich ist aber nichts, woran man glauben kann – allerdings glauben viele Menschen Dinge über das Tarot, so dass mir dann die oben genannte Frage gestellt wird.

Laut Duden kann man der Tarot und das Tarot nennen – tatsächlich nutze ich beide Artikel. Heute schreibe ich über Tarot im Allgemeinen, daher hört sich das Tarot richtig an. Spreche ich von einem konkreten Tarotdeck sage ich meistens „Der xx- Tarot“, z.B. der Crowley Tarot.

Was genau ist Tarot

Tarot ist ein Kartenspiel mit 78 Karten. Es gehört zu der Gruppe der Tarockspiele, deren Urform irgendwann um 1425. Tarockspiele bestehen aus Farbkarte (vergleichbar mit Karo, Herz, Kreuz und Pik im Skatspiel) und sogenannten Trumpfkarten. Je nach Spiel und Epoche variiert die Anzahl der Karten der Spiele sehr stark. Das klassische Tarot hat aber 78 Karten – manche Künstler fügen aber 2 Zusatzkarten hinzu (ok, manche auch mehr). Das liegt daran, dass auf den letzten Druckbogen 2 Karten mehr passen würden – so gestalten manche Künstler eben weitere Karten, bei anderen Decks wird daraus ein Deckblatt und etwas anderes.

Den Karten und vor allem den Trümpfen des Tarot wurden mit der Zeit spirituelle Bedeutungen beigemessen. Die Trümpfe im Tarot nennt man übrigens Große Arkana, die Farbkarten Kleine Arkana. Tatsächlich beschreiben die Karten der Großen Arkana eine „Reise der Erkenntnis“, die nunmal jede*r durchläuft. Sie kann als Sinnbild für das gesamte Leben gesehen werden – wer aber schon ein bisschen erfahrener ist weiß, irgendwie verläuft das Leben in Zyklen und manchmal steht man wieder am Anfang – ist aber nicht mehr derselbe Mensch wie zuvor. Die Große Arkana ist auch Sinnbild für diese Zyklen und die Weiterentwicklung, die durch sie stattfindet.

Die Kleine Arkana besteht aus 56 Hofkarten, im Tarot sind das meist Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen. Jede Reihe besteht aus 10 Zahlenkarten (Ass bis 10) und 4 Hofkarten (Page, Ritter, Königin und König). Jede Farbe ist dabei einem Thema zugeteilt – Stäbe beschreiben unsere Leidenschaft, den Tatendrang und den Impuls, Dinge anzupacken. Die Kelche stehen für Emotionen, Gefühle oder aber auch das Unterbewusstsein. Schwerte symbolisieren den Verstand und die Worte – beides zweischneidig und potentiell verletzend wie ein Schwert. Und die Münzen stehen zu guter Letzt natürlich für Geld und alle materiellen Bedürfnisse. Die Kleine Arkana zeigt eher die alltäglichen Probleme.

Tarot wird zum Wahrsagen benutzt

Nein, auch wenn Wikipedia das schreibt. Obwohl das viele so versuchen und es ganze Fernsehkanäle gibt, die diesen Glauben nutzen. Es geht nicht um Wahrsagen sondern um Wahrheitsfindung- ein himmelweiter Unterschied.

Das jedoch jahrhundertelang bis heute der Eindruck vermittelt wurde, es gäbe ein unveränderliches Schicksal für jeden Menschen und mit den Karten könnte es voraussagt werden, erklärt sich die Frage nach dem Glauben – eigentlich müsste die Frage heißen, glaubst Du an unveränderliches Schicksal. Nein, glaube ich nicht. Für mich ist Schicksal eine Art Zufallsgenerator – eigentlich wollte man was ganz anderes und am Ende lacht man darüber und sagt „Das war Schicksal“.

Ein Beispiel- ich war schon einmal verheiratet und stand nach der Trennung auf der Straße, als Studentin mit wenig Geld. Also habe ich eine WG Gründen wollen und mich mit dem Bewerber getroffen – am Ende bin ich jetzt wieder verheiratet und wir brauchten nur ein Bett in der WG. So kann es gehen, dass hätte aber im Leben niemand vorhersagen können. Hätte ich mich anders entschieden und wäre in ein Wohnheim gezogen – ich hätte diesen Menschen nie getroffen.

Wenn nicht Wahrsagerei – was denn dann?

Da Tarot wie oben beschrieben eine Systematik und Symbolik zu Grunde liegt, die ganz allgemein Phasen, Zyklen und Lebensabschnitte, die ein jeder von uns kennt, beschreibt, funktioniert es eben sehr gut, die Intuition mit den Karten zu schulen. Jede Karte hat wirklich eine ganz vielschichtige Bedeutung und bei der Fülle an Tarotdecks wird jede*r ein Deck finden, bei der die Bilder ihm*ihr sofort Geschichten erzählen.

An Hand der Karte kann dann reflektiert werden: Zeigt die Karte mein Problem? Weist sie schon auf einen möglichen Lösungsweg hin? Ist eine Person abgebildet? Was würde mir diese Person raten? So können viele neue Sichtweisen und Impulse gewonnen werden, die eigenen Handlungsmöglichkeiten abzuwägen. Ob du etwas davon annimmst und umsetzt ist „up to you“, wie es Neudeutsch so schön heißt.

Wichtiger Punkt ist, die Tarotkarten sind nur ein Werkzeug. Sie haben keine Macht und befehlen Dir auch nicht, was Du tun sollst. Und selbst wenn „negative“ Karten (die es so gar nicht gibt, denn eigentlich sind alle Karten neutral) fallen – es sind nur bunte Bildchen auf Papier.

Tarot legen ist also doch nur Cold Reading

Cold Reading beschreibt Techniken, die Zauberkünstler und Mentalisten einsetzen, in dem sie bei interviewartigen Gesprächen den Eindruck vermitteln, die Person zu kennen, obwohl sie das nicht tun. Gern wird eben behauptet, genau so wird beim Karten legen gearbeitet, um dem Klienten das zu sagen, was er hören will.

Wie im letzten Absatz beschrieben, geht es um Beratung zu einem konkreten Problem. Tarotkarten haben eine allgemeine Symbolik, also muss ein Berater*in zwangsläufig mit Klient*innen diese besprechen, um eine Beratung zu ermöglichen. Also, ohne Gespräch geht es gar nicht. Und wie gesagt – das Tarot ist ein Werkzeug, man könnte auch einfach so reden. Allerdings eigenen sich gerade Bilder sehr gut, um Gefühle anzusprechen, die manche Menschen schwer formulieren können.

Da Kartenlegen eine Beratung ist, ist es also natürlich interaktiv. Da ein seriöser Berater aber gar nicht den Eindruck erwecken wollen wird, eine Gabe zu haben, ist der Vorwurf von Cold Reading nicht gerechtfertigt. Ich stelle mir das immer bei anderen Berufen vor – z.B. beim Arzt „Was tut denn weh?“ – „Sie sind der Fachmann, finden Sie es raus.“ Oder in der Autowerkstatt- da kann das schon teuer werden, wenn der Fachmann sagt, was ausgetauscht werden soll.

Aber wie funktioniert das genau?

Woher weiß ich denn, dass die richtigen Karten für mich da liegen?” Gegenfrage- nach allem, was Du oben gelesen hast, wäre es da noch wichtig, ob die Karten gezielt ausgewählt werden oder ob zufällige Kartenbilder genutzt werden? Denn wie oben beschrieben – die Karte sind ein Werkzeug, die Intuition zu schulen und mit ihrer Hilfe neue Ansätze zu finden, ein Problem zu lösen oder mit einer Situation umzugehen.

Meistens eine Situation, in der wir entweder mit dem Verstand nicht weiter kommen- oder aber Herz und Verstand uns wie Engelchen und Teufelchen auf der Schulter gegensätzliche Handlungsempfehlungen zu flüstern. Wir sind gewohnt, Dinge mit em Verstand zu entscheiden- zwei Jobangebote und wir nehmen das besser bezahlte an. Nun erfüllt uns dieser Job aber nicht und wir fühlen uns nicht wohl. Der Verstand kann dies aber nicht erklären- es scheint doch alles perfekt.

Genau bei solchen Fragestellungen ist es gut, sich bewusst zu werden und die eigene Gefühlswelt zu analysieren. Dabei kann Tarot helfen, da die Karten eine vielschichtige, allgemeine Bedeutung haben. Jedoch muss man sich darauf einlassen. Frage daher vielleicht eher: Funktioniert Tarot für mich? Einfach mal probieren und darauf einlassen.

Natürlich gibt es Theorien dazu, wie Tarot und insbesondere das Ziehen der richtigen Karten funktionieren soll. Diese Konzepte sind aber sehr komplex, so dass ich hierzu zur gegebenen Zeit einen eigenen Beitrag verfassen werde.

Wie oben erwähnt sind Tarotkarten ein Werkzeug, die Lösung zu finden, wenn der Verstand und das Herz sich mal nicht einigen können. Also in einer Situation, in der Dich der Verstand allein ohnehin nicht weiter bringt – vielleicht ist es dann an der Zeit, etwas Neues zu probieren? Und ob Du darauf vertraust, dass eine höhere Macht die richtigen Karten für Dich wählt oder Du bei der Betrachtung zufälliger Karten auf die Lösung kommst oder einen Aha- Moment erfährst – das ist ja dann vielleicht sogar unwichtig? In dem Sinne – bleibe neugierig.

Be Blessed, Keya

P.S. In eigener Sache, ich habe mir da etwas überlegt – ich möchte gerne meine allgemeine Tarot Legung, die ich zum Vollmond durchführe, mit Euch teilen. Wenn Ihr also ein-/ zweimal (zu Voll- und Neumond) im Monat allerhöchstens Post mit Impulsen für den kommenden Monat erhalten wollt, dann meldet Euch bei meinem Newsletter an:

Magie – das Salz in der Suppe des Lebens

„Hast Du gesehen, was Sabrina da um den Hals trägt“ – ich habe auf meiner Hochzeit wohl gehört, was der Mann meiner besten Freundin ihr zugeflüstert hat. Gemeint war meine Pentagramm- Kette, die ich mit 24 eigentlich gar nicht abgelegt habe. „Ja, natürlich, dass ist das Zeichen der Göttin, nicht das was Du denkst“ höre ich meine Freundin zurück zischen – sichtlich genervt, weil sie im Gegensatz zu ihrem Mann bemerkt hat, dass ich die beiden höre.

Das Pentagramm ist natürlich soviel mehr als das, aber auf meiner Hochzeit hatte ich nicht so ganz viel Zeit, mich darüber zu unterhalten und auch hier führt das zu weit. Denn ich möchte eigentlich über Magie schreiben – und wieso ich daran „glaube“ und Magie praktiziere. Denn – und deswegen habe ich mit der Geschichte begonnen – aus dem Alltag kennen mich die meisten Menschen als den rationalsten Menschen, den sie kennen. Ich arbeite irgendwas mit Datenbanken und Programmieren, bin gut in Mathe und auf vielen Gebieten ein Klugscheißer. Und irgendwie kriegen viele Menschen das nicht überein mit meinem spirituellen Weg.

Bei Magie denken viele bestimmt erst einmal an Harry Potter und ganz viel Special Effects. Also etwas, dass im Film vorkommt, damit er nicht so langweilig ist wie die Realität – wo es eben scheinbar keine Magie gibt. Aber gibt es das wirklich nicht? Klar, da gibt es viele in der Esoterik- Szene, die sagen, dass es Magie gibt und das ganze so darstellen, als wenn es entgegen den Naturgesetzen, die wissenschaftlich bewiesen werden können, steht. Das würde ich dann aber zum Beispiel als Wunder bezeichnen.

Dann denken einige vielleicht an Magier, die Kartentricks aufführen und vermeintlich junge Damen in der Mitte durchsägen. Das Illusionisten sich als Magier bezeichnen bzw. das, was sie da tun als Magie bezeichnet wird, nervt mich ein wenig. Deswegen mag ich, dass Wicca im Englischen zwischen Magic und Magick unterscheiden (letzteres ist das, was Hexen bzw. Wicca wirken). So was hätte ich im Deutschen auch gern – oder gibt es das schon, dann schreibt mir das Wort gern in die Kommentare.

Der Magier - The Magician - Rider Waite Smith
Der Magier aus dem klassischen Rider Waite Smith Tarot

Was ist denn nun Magie? Ich finde es hilfreich, sich dazu einmal die Karte „Der Magier“ aus dem Tarot anzusehen.* Auf dieser ist der Magier in roter Robe zu sehen, er hält den Zauberstab in die Höhe und zeigt mit der anderen Hand zum Boden, er bildet gleichsam eine Verbindung von oben nach unten. Vor ihm auf dem Tisch liegen die vier Elemente, die er benötigt, um etwas zu schaffen: die Münze für das materielle, der Kelch als Symbol für die Emotionen und das Unterbewusstsein, das Schwert für die messerscharfen Gedanken und den Stab als Impuls bzw. den Funken, den es braucht, um zu beginnen. Der Magier versucht, seine Welt zu formen und zu verändern, in dem er seine Gedanken in der realen Welt manifestieren möchte. Dafür nutzt er – Magie.

Ja, aber so funktioniert es ja in Wirklichkeit nicht, wird jetzt der ein oder andere von Euch sagen. Niemand hat behauptet, dass es einfach sein wird (außer vielleicht die Harry Potter Filme, in denen Geschirr mittels Magie gespült wird). Jedoch möchte ich zu bedenken geben – in vielen Coachings zur Persönlichkeitsentwicklung wird „die Gedanken manifestieren“ als Endziel des Coachings beschrieben. Und dass auch in nicht esoterisch oder spirituell angehauchten Seminaren. Es geht darum, die Beste Form seines Selbst zu werden – und dafür muss man es erst einmal selbst glauben bzw. vor dem inneren Auge sehen – erst dann kann man es in die Tat umsetzen. Gar kein Fauler Zauber – unser Geist funktioniert einfach so.

Irgendwann habe ich mal den Satz „Magie praktizieren ist wie eine konzentrierte Form des Gebetes“ gelesen – das finde ich sehr treffend. Manche Menschen beten, um etwas in ihr Leben zu ziehen. Hexen praktizieren dafür vielleicht Magie, wieder andere schreiben eine ToDo- Liste oder fassen gute Vorsätze und handeln dann danach. Magie ist eine Kraft, eine Energie – von Gedankenkraft, die Deinen Finger zum Lichtschalter bewegt bis hin zur tatsächlichen Energie in Form von Strom, der dann in durch die Leitung zur Leuchte fließt. In Teilen können wir das mit unseren Naturwissenschaften erklären – Teile vielleicht auch noch nicht. In dem Fall können wir die Wirkung dann auch nicht voraussagen. Aber Magie und Wissenschaft stehen nicht zwangsläufig im Widerspruch zueinander.

Ganz romantisiert kann man es vielleicht wie in einem anderen Film ausdrücken – Magie umgibt uns wie die Macht in Star Wars – aber wenn ihre Wirkungsweisen real im Film wiedergegeben worden wären, dann hätten die Filme alle Überlänge. Eine sehr schöne Darstellung von Magie findet sich übrigens in der Serie „The Good Witch“ – es geht in der Serie um eine Frau, die sich selbst nie als Hexe bezeichnet, aber irgendwie immer Vertrauen in die Magie hat und daher immer für alles und jeden eine Lösung findet – auch wenn die manchmal nur im Warten auf den richtigen Zeitpunkt besteht. Im Laufe der Serie heiratet sie dann den Allgemeinmediziner, der neu in die Stadt gekommen ist – und im Laufe der Serie wird sehr schön deutlich, dass Wissenschaft und alternative Methoden sich eigentlich ergänzen und nicht in Konkurrenz stehen.

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Photo by Jen Theodore on Unsplash

Einen weiteren, sehr schönen Beitrag zum Thema Magie hat Die Kleinstadthexe geschrieben – schaut mal vorbei. Und wo wir gerade schon über die Karte „Der Magier“ gesprochen haben – bist Du Dir Deiner Schöpferkraft bewusst? Glaubst Du, dass Du mit der Kraft Deiner Gedanken Dein Leben nach Deinen Wünschen verändern kannst? Schreib mir die Antwort gern in die Kommentare – ich bin sehr gespannt.

Be blessed, Keya

*Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Königfurt-Urania Verlags, © Königsfurt-Urania Verlag, www.koenigsfurt-urania.com

Was treibe ich so in den Rauhnächten

Ich bin ein wenig abgetaucht, bitte entschuldigt mich. Eigentlich wollte ich ja noch einen Artikel über die Rauhnächte schreiben, dann hat mich aber Weihnachten und Silvester überrollt. Denn seid meine Oma nicht mehr da ist, sitzt die Familie bei mir an der Tafel, was ich ganz wunderbar finde.

Ich habe mir ein Rauhnachtskarten Set organisiert. Das fand ich wirklich sehr, sehr schön- allerdings habe ich durch den Lockdown wenige der Zutaten da. Also, eine Alraunewurzel gibt es nun wirklich nicht in jedem Supermarkt. Daher arbeite ich ein wenig anders mit dem Deck.

Die Arbeit, die durch das Kartenset inspiriert ist, werde ich dann nächstes Jahr hier genauer vorstellen. Ich sammle gerade erstmal die Inspirationen und schaue, wohin es mich treibt- die richtige Ausarbeitung erfolgt dann nach den Rauhnächten.

Ansonsten habe ich begonnen, noch intensiver mit meinem liebsten Tarot Deck zu arbeiten. Ich habe mir für meine Tarot- und Orakeldecks einen Ordner angelegt, in dem ich für die Decks allgemein sowie für jede Karte eine Seite mit Informationen sammeln kann. Im neuen Jahr wird daraus bestimmt hier eine Serie, wie man mit einem neuen Deck arbeiten kann, um eine tiefe Verbindung zum Deck zu bekommen.

Und natürlich ziehe ich jede Rauhnacht Karten. Dafür nutze ich mein Tarot – welche Einflüsse und welchen Grundcharakter wird der Monat (Anmerkung: jede der Rauhnacht steht für einen Monat des kommenden Jahres, die erste für Januar, die zweite für Februar usw.) haben. Was wird wichtig/ in den Vordergrund treten. Zusätzlich ziehe ich eine Karte aus meinem Isis Orakel. Das ist ein ganz tolles Deck zur Selbstreflexion. Jede Karte bringt Intentionen mit, wie man mehr zu sich selbst finden kann und bringt eine passende Meditation oder Übung mit. Daraus schreibe ich mir sozusagen mein „Self- Care“- Programm für die kommenden 12 Monate zusammen.

Würde es Euch interessieren, wenn ich meine Ergebnisse nach der letzen Rauhnacht hier verblogge und wir am Jahresende mal gemeinsam gucken, was war – und wie es mir so mit den Vorschlägen der Isiskarten ging?

Schreibt mir auch sehr gern, was Ihr vielleicht noch gern hier lesen möchtet. Soll ich die angesprochen Decks einmal vorstellen und rezensieren?

Ich wünsche Euch jetzt erst einmal einen guten Rutsch in ein tolles Jahr 2021. Bei genauerer Reflexion war 2020 nur unbequem, aber brachte doch überraschend viel Gutes. Man musste nur genauer hinsehen und negative Gedanken, die einem zum Teil auch eingepflanzt wurden, erst einmal bei Seite schieben. Be blessed, Keya

Das Julfest – die dunkelste Nacht des Jahres

Nach Samhain ist das nächste Fest im Jahreskreis das Julfest oder Jul. Oft sieht man auch die Schreibweise Yule – besonders im englischsprachigen Raum und dort auch in Weihnachtsliedern:

Have yourself a merry little Christmas, make the Yuletide gay.

Hugh Martin und Ralph Blane

Das Oxford Dictionary erklärt, Yuletide sei ein archaischer Ausdruck für Weihnachten – und tatsächlich hängen diese beiden Feste auch zusammen. Wie genau weiß man zwar heute nicht mehr ganz genau, ähnlich wie bei Samhain und Halloween gibt es diverse Theorien. Beide feste haben jedoch einen ähnlichen Anlass und ähnliche Traditionen. In einigen skandinavischen Ländern heißt Weihnachten auch tatsächlich Jul.

Jul wird zur Wintersonnenwende gefeiert. Der astrologische Zeitpunkt ist der Wechsel der Sonne von Schütze zu Steinbock (1° Steinbock). Als fixer Termin wird daher meist der 21.12. genannt. Die Wintersonnenwende ist die längste Nacht des Jahres – ab nun werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Das Licht kommt wieder, d.h. der an Samhain gestorbene Gott wird durch die Göttin wiedergeboren. Jul ist sinnbildlich die Wiederkehr allen neuen Lebens.

Viele Kulturen haben zu dieser Zeit die (Wieder-) Geburt des Gottes gefeiert, z.B. im römischen Sol Invictus (Mithras) Kult wurde die Geburt des Lichtgottes vermutlich am 25.12. gefeiert. Dieser Termin wurde später angeblich von den Christen als Geburt Jesu überno men, da die frühen Christen angeblich viele Parallelen zwischen dem Sonnengott und Jesus sahen. Der Tag ist seit 336 n. Chr. ein kirchlich belegter Feiertag.

Jul ist auch in den paganen Religionen das Fest der Familie. Es symbolisiert den Zusammenhalt in dunkler Nacht und erinnert uns, dass alles ewig währt. Es gibt Hoffnung in der dunkelsten Zeit des Jahres.

Um die Unsterblichkeit zu symbolisieren, wird das Haus mit dem immergrünen Julbaum oder Julbüschel (als Zweige oder Kränze) dekoriert. Dazu werden überall Kerzen und Lichter aufgestellt, die das wiedergeborene Licht präsentieren. Die traditionellen Farben zur Dekoration sind daher grün (Erde, Natur und Hoffnung), gold (Licht, der Gott) und rot (Leben, Geburt, das Blut der Göttin).

Als Symbole dienen neben immergrünen Pflanzenteilen wie o.g. Kerzen oder aber auch ein Rad als Symbol des Jahresrades – denn das Wort Jul bedeutet Rad oder Kreislauf. Sehr schön kann man daher auch getrocknete Orangenscheiben verwenden. Als Opfer eignen sich Glühwein oder Gewürzgebäck (oder eben die kinderfreundliche Variante Milch und Kekse).

Wer räuchern möchte, der kann auf jedes würziges Räucherwerk zurückgreifen: Rosmarin, Zeder, Kiefer, Lorbeer, Tanne, Zimt, Weihrauch, Myhrre und Salbei. Wer einen Kamin hat, der kann einen Julblock verbrennen – traditionell wurde an Jul ein Feuer mit einem lange brennenden Holzblock angezündet, dass mindestens 12 Stunden brennen sollte. Wer keinen Kamin hat, der kann einen Julblock dekorieren und mit Kerzen schmücken und symbolisch als Tischschmuck verwenden (ähnlich wie dem christlichen Adventskranz).

Ritualthemen an Jul sind neben Wiedergeburt auch Schutz und Segen für sich selbst und seine Lieben. Als Edelsteine zur Unterstützung können Malachite, grüner Aventurin und Rubin genutzt werden.

Das Festessen darf deftig sein. Meine Favoriten sind Drei- Nuß- oder Linsenbraten oder Mock- Duck à l’orange. An Naschereien eignen sich Nüsse, Äpfel, Obstkuchen und Apfelsinen.

Der Vollständigkeit halber – andere Namen für Jul sind Jolablót (Julopfer), Sonarblót (Eberopfer) oder Midvertblót (Mittwinteropfer), Modraniht oder Alban Arthuan (Licht von Arthur).

Während bei den Kelten Samhain als Beginn des Jahres gesehen wurde, war bei den Germanen Modraniht, die Nacht der Mütter mit den folgenden Nächten die Zeit des Jahreswechsel. Als Symbol wurden am Julabend alle Lichter gelöscht und am Feuer des Julblock neu entzündet. An Jul und den folgenden Rauhnächten durfte das Rad des Jahres nicht durch das Drehen eines anderen Rades gestört werden – Pflug, Spinnrad, Schubkarre und andere Gerätschaften durften in dieser Zeit nicht bewegt werden. Zu den Rauhnächten folgt aber noch ein gesonderter Artikel.

Erzählt doch mal – was feiert Ihr? Jul, Weihnachten oder beides? Was sind Eure Traditionen? Und wie feiert Ihr 2020 in dieser wirklich besonderen Situation durch Covid 19? Ich wünsche Euch eine schöne, besinnliche Zeit, lasst uns das Beste daraus machen. Be blessed, Keya

P.S. – wer sich über einen kleinen musikalischen Adventskalender freut und nichts gegen den ein oder anderen falschen Ton hat, kann mir auf Instagram lauschen, diesen Account hatte ich für musikalische Unterstützung meiner Lieben in der Coronazeit eingerichtet.

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