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[genugteam.com – Blogparade] -GEWOHNHEITEN FÜR AUSGEGLICHENHEIT & WOHLBEFINDEN

Ich bin vor ein paar Tagen auf die Blogparade von genug – Ein Blog über Minimalismus – „Gewohnheiten für Ausgeglichenheit und Wohlbefinden“ – aufmerksam geworden und fand, dass ich hier noch eine ganz andere Sicht der Dinge aufzeigen kann. Da die Blogparade kein offizielles Ende hat, kann ich wohl auch ein Jahr später noch etwas dazu schreiben – zumal es gerade ganz prima zu meiner Neumondlegung passt, die morgen an die Abonnenten meines Newsletters versendet wird (wenn Du noch nicht dabei bist, unter diesem Artikel findest Du einen Link zum anmelden).

Gerade im Zusammenhang mit Achtsamkeit und gesunden Routinen fällt oft der Satz „Rituale sind so wichtig“ – als Hexe schmunzelt man dann immer leicht, weil wir unter Ritual wohl eher eine andere Vorstellung haben, als mit diesem Satz gemeint ist. Jedoch in Zeiten von Instagram und Witchtok merkt man ganz schnell, wie unterschiedlich auch die Vorstellung von zwei Hexen auseinander gehen kann – und wenn man es mal herunter bricht – so verschieden sind die Achtsamkeitsrituale dann doch gar nicht von unseren Ritualen.

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Für mich ist es ein fester Bestandteil, sich das Leben in Zyklen vorzustellen – alles fließt und bewegt sich irgendwie wellenförmig. Stress – egal ob Arbeit, Feiertagsvorbereitung oder Beziehungsstress – kündigt sich an, erreicht seinen Höhepunkt und verfliegt wieder. Genauso ist es mit schönen Ereignissen, erst Vorfreude, dann kommt der Augenblick und dann schwelgt man in Erinnerungen. Und im Anschluss geht es wieder von vorn los.

Viele Hexen und auch andere spirituelle Menschen richten sich daher im Gesamtjahresverlauf nach dem Jahreskreis (Sonnenzyklus) und jeden Monat nach dem Mondzyklus aus. Ich möchte hier ein bisschen aus meiner Sicht schreiben, was mir ein Leben in Zyklen bringt.

Mond- und Jahreszyklus erleben

Wer kennt das nicht – plötzlich ist Weihnachten. Wenn es dafür doch nur einen festen Tag im Jahr gäbe – ach halt, gibt es ja. Wieso haben wir dann bitte jedes Jahr diesen Stress? Oder machen wir uns ihn am Ende selbst? Corona bedingt sitze ich nun mittlerweile über ein Jahr und drei Monate im Homeoffice. Und mir kommt es vor, als wenn Tag und Nacht ineinander verschwimmen und eigentlich keinen Übergang mehr haben. Schon wieder ein Monat vorbei – Wahnsinn, wie schnell das geht.

Wir leben in einer hoch digitalisierten Welt, ständig schauen wir in irgendwelche Bildschirme, freuen uns das halbe Jahr auf den Sommer und ist er da, dann ist immer was – zu viel Arbeit, schlechtes Wetter oder was anderes. Ehe man sich versieht, ist der Sommer wieder vorbei und man wollte doch noch so viel machen.

Geht mir ganz genau so. Aber mir fällt es unheimlich schwer, ganz starre Gewohnheiten in meinen Alltag zu integrieren. Ich habe ständig einen vollen Terminkalender auf der Arbeit, einmal die Woche Gesangunterricht, seit neustem drei mal die Woche streamen auf Twitch und der Große muss alle zwei Wochen zur Jugendfeuerwehr. Es gibt Tage, da passt es zu meditieren – und es gibt Tage, da passt es eben nicht.

Meine Gewohnheiten zum Mondzyklus und die Feiern zu den Jahreskreisfesten geben mir einen verloren Rhythmus wieder, ohne mir starre Termine vorzuschreiben. Ja, auf meiner Startseite findet sich ein Countdown für das nächste Jahreskreisfest. Das starre Datum ist aber nur der exakte, astrologische Termin – wir feiern an dem Fest aber die Energien der Jahreszeit. Die Energien bauen sich zu dem Datum auf, erreichen den Höhepunkt und nehmen dann wieder ab – bevor die Energien des nächsten Festes spürbar werden. Alles im Fluss – wenn es erst am Wochenende später passt, zu feiern, dann passt das auch. Wenn sich das Wochenende vorher richtiger anfühlt – go for it. Diese Feste sollen uns wieder mehr mit der Natur verbinden – eine Verbindung, die uns mehr und mehr verloren geht.

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Mein Mondzyklus sieht so aus, dass ich zu Voll- und Neumond mich mit einer Räucherung und einem Bad reinige (oder Dusche, wenn es schnell gehen muss) und jeweils die Karten für den kommenden Zyklus lege. An Vollmond Tarot, am Neumond derzeit Krafttierimpulse. Diese teile ich auch in meinem Newsletter (gern weiter unten eintragen). Danach mache ich ein winzig kleines Ritual oder dekoriere meinen Altar neu und mache anschließend etwas für mich – Musik, Singen, ein Buch lesen oder malen.

Auch Voll- oder Neumondrituale müssen nicht exakt zum Voll- oder Neumond ausgeführt werden – der Tag davor und der Tag danach zählen dazu. Der Mondzyklus lässt also zu, dass ich meine „Me Time“ optimal ins Leben einfließen lassen kann, ohne noch einen Termin zu haben.

Welche Gewohnheiten möchtest du dir angewöhnen, welche Gewohnheiten möchtest du gerne ablegen?

Bewusst mache ich das Ganze tatsächlich erst wieder seit Corona. Und auch in dieser Zeit habe ich mich einmal abbringen lassen – und prompt gemerkt, wie viel unausgeglichener ich war. Für die Zukunft möchte ich mir angewöhnen, mich nicht immer aus der Bahn werfen zu lassen von Dingen, die ich mir viel zu sehr zu Herzen nehme. Ich möchte in Zukunft dafür an diesen Ritualen fest halten, auch wenn es mir nicht gut geht – ohne einen fixen Termin daraus zu machen. Ich berichte gern, wie mir die Balance gelingt.

Sehr schöne finde ich die Idee, an Neumond eine Online- Pause einzulegen. In vielen Magieratgebern steht immer, an Neumond sollen Hexen nichts machen. Dem stimme ich nur bedingt zu, aber Neumond ist schon eher der Selbstreflexion vorbehalten. Daher habe ich es jetzt ein paar Mal so gemacht, das Handy und den Rechner auszulassen. Kurz in den Status geschrieben, dass man mal verschwunden ist, wie der Mond – und 1-2 Tage später das Handy einschalten und sehen, dass man gar nicht so viel verpasst hat. Es geht, wir können uns nur manchmal gar nicht mehr vorstellen, nicht erreichbar zu sein. Ich möchte mir wirklich abgewöhnen, immer in Bereitschaft zu sein. Nein sagen lerne ich jetzt erst – und nur ganz langsam. Aber es ist so wichtig.

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Wie ergänzen sich Minimalismus und Gewohnheiten ideal?

Instagram und Tiktok (mit dem Hashtag #witchtok) sind voll von perfekt gestylten Altären, gut gefüllten magischen Kabinetten mit Kräutern, Kerzen und so weiter. Gerade Anfänger (und selbst ich nach vielen Jahren) fühlen sich davon oft abgeschreckt. Fasst man den Mut und postet ein eigenes Ritual, Spelljar oder Zauber – es dauert nicht lange, da kommt jemand um die Ecke und erklärt ungefragt, wie es besser geht.

Ich bin der Meinung, im Leben ist die wichtigste Regel „Keep it short and simpel“ – und das gilt auch für die Magie. Ihr braucht keinen Altar, wenn Ihr Euch damit nicht wohl fühlt. Und wenn ihr einen Altar habt – der muss nicht sofort picke-packe voll sein – finde ich zum Beispiel total unpraktisch, der Altar ist mein Arbeitsplatz. Keine zwei Menschen sind so exakt gleich, dass Euch irgend jemand bei dem, was ihr als Gewohnheit oder Ritual für Euch tut, besser beraten kann, als ihr selbst. Und wer Ratschläge gibt, sollte meiner Meinung nach warten, bis er oder sie danach gefragt wird 😉

Jetzt seid Ihr dran – integriert Ihr die Zyklen der Natur in Euer Leben? Habt Ihr andere Gewohnheiten, die Euch Achtsamkeit im Alltag schenken? Erzählt davon gern in den Kommentaren. Be blessed, Keya


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Entspannungstechniken für zwischendurch

Ich bin ein großer Freund von Yogaübungen, aber im Alltag wird das manchmal schwierig. Zum Glück mögen zwar auch meine Kinder gern Yoga, aber da der Jüngste erst 5 Jahre alt ist, wird es meistens ein Kinderyogaprogramm, um ihn bei der Stange zu halten – und ich fühle mich meist hinterher noch nicht maximal entspannt, wenngleich wir alle gemeinsam ein wenig runtergefahren sind.

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Zusätzlich ist Yoga vielleicht nicht unbedingt für den Anfänger gleich entspannend – eigentlich ist es während der Übungen manchmal sogar eher unentspannt vom Feeling her, denn der entspannte Zustand setzt erst danach ein – ähnlich wie auch bei anderen Sportarten. Trotzdem kann es natürlich lohnenswert sein, sich einmal durchzubeißen und einen Kurs zu besuchen. Einmal die Basics gelernt, können folgende Entspannungstechniken als Cool down an die eigene Sportroutine angeknüpft werden und so für regelmäßige Entspannungsmomente sorgen:

Entspannungstechniken, die erlernt werden wollen

  • Yoga
  • Tai Chi oder Qi Gong
  • Progressive Muskelentspannung (PME)
  • autogenes Training
  • Meditation
  • Akkupressur

Die Reihenfolge stellt keine Rangordnung im Sinne der Einfachheit dar. Ich habe mit allen Techniken Erfahrungen sammeln können, habe aber festgestellt, dass gerade die, die super einfach zu lernen sein sollten, mir eher schwer fielen, weil mein Teenager- Ich sie „langweilig“ fand. Also einfach mal durchprobieren, zu fast jeder der o.g. Techniken gibt es mittlerweile auch gute Youtube- Videos.

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Nun werden es aber einige von Euch kennen – Vollzeitjob, danach Haushalt, Kinder und Haustiere. Und Sport und Hobby wollen auch noch untergebracht werden. Wenn alle mitziehen und kerngesund sind, läuft es und kleine Ruheinseln lassen sich prima einbauen. Dann wird ein Kind krank, gleichzeitig hat der Hund was falsches gefressen und alles läuft so aus dem Ruder, dass man selbst eine Woche später noch nicht wieder im eigenen Rhythmus ist – das waren übrigens die Punkte, die mich bisher aus jedem noch so disziplinierten Sportprogramm rausgerissen haben. Man findet den Einstieg einfach nicht, hat ein schlechtes Gewissen, bis man aufgibt.

Kleine Ruhepole für zwischendurch

Ich habe mir vorgenommen, mir einfach nicht mehr so viel vorzunehmen. Ich muss es niemandem außer mir Recht machen und wenn ich permanent meine Erwartungs- Messlatte so hoch lege, dass ich darunter aufrecht Limbo tanzen kann, ist ein Scheitern ja schon vorprogrammiert. Ein Beispiel – ich will 3 Mal die Woche Sport machen, konnte aber auf Grund einer Erkrankung nicht – in der Woche, in der ich wieder starten will, ist am Montag Elternabend und ich komme nicht dazu. In der Vergangenheit habe ich dann die komplette Woche Sport ausfallen lassen und mir gesagt „Ab nächste Woche wieder“ – wie blöd, zweimal Sport in der Woche wären doch auch gut gewesen und definitiv besser als kein Mal und ein schlechtes Gewissen. Ähnlich ging es mir auch, wenn ich regelmäßige längere Meditationssessions in meinen Alltag einbauen wollte – also erste Entspannungsregel: Druck raus! Versuche regelmäßig, Entspannung einzubauen und freue Dich über jede Minute, die Du unterbringen kannst, anstatt irgendwelchen Mindestdauern nachzujagen.

Erinnerungen in Deiner Umgebung einrichten

Suche Dir einen oder mehrere Plätze in der Wohnung, an denen Du täglich mehrmals Zeit verbringst – und platziere dort ein Bild oder einen Gegenstand, den Du mit Entspannung verbindest. So wirst Du mehrmals täglich daran erinnert – und selbst, wenn Du nicht sofort alles stehen und liegen lassen kannst, wenn Dir ein Lächeln über die Lippen huscht, bist Du gleich ein wenig entspannter als vorher.

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Waldbaden

Bei dem Ausdruck musste ich ein wenig schmunzeln, in meiner Kindheit hieß das Spazieren gehen, wenn ich dabei war und Wandern, wenn mein Opa alleine war und schneller vorankam. „Shinrin-Yoku“ nennt sich diese Technik aus Japan, bei der man mindestens eine Stunde im Wald verbringen soll – ohne Handy! Da ich ja gerade ausgeführt habe, dass starre Mindestangaben Stress verursachen und ich das Waldbaden wirklich seit einiger Zeit täglich mit meinen Hunden zusammen genieße, kann ich Euch sagen – es reichen auch 10-15 Minuten. Am Besten gleich los gehen, wenn man nach Hause kommt – oder den Nachhauseweg umplanen, damit die Couch erst gar keine Chance hat.

Reiben und Klopfen – das „Wutschen und Wedeln der Sänger“

Viele kennen es vielleicht aus Chorproben (das las ich in einem Buch zu Entspannungstechniken), ich tatsächlich aus einer ganz tollen Gesangstunde, die ich auf Insta gewonnen habe. Erst reibt man die Hände aneinander warm, dann streicht man Gesicht, Nacken, Bauch und Lendenwirbelbereich aus. Dann klopft man den ganzen Körper ab, im Gesicht beginnend mit den Fingerspitzen, an Bauch, Beinen und Armen kann man auch die Handflächen oder die Knöchel nehmen – ganz sanft, es sollte angenehm sein. Eine tolle Übung, wenn man nicht völlig groggy nach der Entspannungsübung sein möchte, sondern frisch und wach sein muss für die restlichen Aufgaben des Tages.

Schokoladenmeditation

Setze Dich ruhig und bewusst hin und nimm ein Stück Schokolade in den Mund. Lasse es langsam auf der Zunge zergehen, statt es zu verschlingen – fühle es, wie es sich anfühlt, wenn es schmilzt. Wie ist der Geschmack? Fortgeschrittene können ein Gummibärchen nehmen wie mein Opa es immer gemacht hat.

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Spül den Stress weg

Stell Dir einfach beim Duschen vor, wie Du den Stress abwäscht und er im Ausfluss verschwindet. Dabei kannst Du ein Mantra singen, wenn Du magst – ich höre gern Meditationsmusik und summe mit, eines meiner Lieblingslieder ist Mul Mantra von Snatam Knaur. Danach in bequeme Kleidung schlüpfen. Wer Aromatherapie mag, kann sich einen Tropfen Öl auf die Handgelenke geben – zu Entspannung helfen Lavendel, Bergmotte, Rosmarin oder Sandelholz, stimmungsaufhellend sind z.B. Mandarine, Rose oder Neroli und erfrischend sind Minze, Fichtennadel und Citronella.

Anti- Stress- Rezepte

Abwarten und eine Tasse Tee trinken – mein absoluten Lieblingsrezept gegen Stress. Folgendes Rezept hilft allgemein gegen Stress, aber auch unterstützend bei Schlaflosigkeit, innerer Unruhe, Reizmagen und Erschöpfungszuständen (Achtung, wenn es andauernde Zustände sind, bitte den Arzt konsultieren!) – und ich habe als Bonus noch ein Kakaorezept, da mein Sohn durch diverse Umstände eine harte Zeit hatte, bis er zum ersten Mal ein- und durchschlafen konnte. Das Rezept begleitet uns auch heute, wenn wir mal wieder eine Phase haben.

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Anti- Stress Tee

  • 2 Teile Baldrian
  • 2 Teile Melisse
  • 1 Teil Kamille
  • 1 Teil Lavendel

Kräutermischung mit kochendem Wasser übergießen, ca. 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und warm genießen.

Mikes Gute- Nacht- Kakao

  • 1 Tasse Pflanzendrink
  • 2-3 TL Kakaopulver
  • 1 TL getr. Kamillenblüten
  • 1 TL getr. Lavendelblüten
  • optional etwas Vanille

Milch und Blüten erwärmen, nicht kochen. Abseihen und den Kakao und die Vanille einrühren – bei ungesüßtem Kakaopulver ggf. noch mit Honig oder Agavendicksaft süßen.

Ich hoffe, bei diesen Tipps war für jeden etwas dabei, um ohne rechte Zeit für Pausen zu entspannen. Bleibt entspannt und be blessed, Keya


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Last- Minute Litha- Rituale mit Kindern

Oh, verdammt – ich bin schon wieder mächtig spät dran. Das liegt aber auch daran, dass ich gerade im Hintergrund daran arbeite, hier alle meine Interessen zusammenzuführen und unter einen Hut zu bekommen – ihr dürft gespannt sein, was ich demnächst hier präsentiere – eine Seite ist schon hinzugekommen, unter Galerie findet ihr ab jetzt Arbeiten von mir.

Trotzdem will ich es mir nicht nehmen lassen, eine Liste mit Ideen für das Litha- Fest mit Kindern zu teilen – auf Grund der Kürze der Zeit in der Last- Minute Version. Auf geht’s:

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1. Betrachtet gemeinsam den Sonnenauf-/ untergang

Klingt einfach – aber mal Hand aufs Herz, wann habt ihr zum letzten Mal mit euren Kindern bewusst den Sonnenauf- oder Untergang beobachtet und in dabei wirklich genossen? Meist sitzen wir abends im Garten, auch während des Sonnenuntergangs, aber sind dabei in Gespräche vertieft und bekommen den wunderschönen Anblick nur am Rande mit. Den Sonnenuntergang mal ganz bewusst zu erleben und sich auf ihn zu fokussieren, ist eine tolle Achtsamkeitsübung für uns alle – auch die Jüngsten sind heute ja schon ständig abgelenkt. Versucht es mal.

2. Kocht zusammen

Klingt auch banal – aber in meinem Litha– Beitrag hatte ich ja über Rezepte mit Gänseblümchen geschrieben. Kocht mal mit den Kindern zusammen – und das mit saisonalen und regionalen Zutaten. Ihr könnt das auch mit einem Einkauf auf dem Markt oder im regionalen Hofladen verbinden. Meine Kids wünschen sich zu jeder Jahreszeit Pizza – und oft machen wir die dann natürlich auch zu Familien-Filmabenden auf der Couch. Aber mal etwas kochen, was kein typisches Kindergericht ist, hilft unheimlich dabei, die Gaben der Natur wertschätzen zu lernen – und auf einmal mögen die Kinder auch Dinge, die vorher „Bäh“ waren. Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht.

3. Tanzt und singt, um den Sommer zu begrüßen

Am Besten draußen im Garten – wie, dass geht nicht, weil die Nachbarn gucken? Schon komisch, welche Dinge wir uns selbst untersagen, weil wir fürchten, was andere denken. Eure Kinder freuen sich bestimmt, wenn ihr mit ihnen durch das Gras tanzt.

Ist Euch zu peinlich? Wie wäre es mit einem Bewegungslied? Zu „Geh aus mein Herz und suche Freud“ gibt es hier ein Bewegungslied, das eigentlich für Senioren mit Demenz gedacht ist. Ich denke, es funktioniert aber genau so gut, um dem inneren Kind mal wieder Ausgang zu gewähren. Vielleicht mögen die Groß- oder Urgroßeltern oder älteren Nachbarn gern mitmachen – dann haben alle Freude daran.

Wer ein Instrument spielen kann (ich spiele zum Beispiel Ukulele) kann auch den Kindern die Bewegungen zeigen und die Kinder beim Singen und Tanzen begleiten. Die Akkorde für die erste Strophe gehen wie folgt:

Erste Strophe „Geh aus mein Herz und suche Freud“, Paul Gerhardt (1607-1676)

4. Flechtet Blumenkränze für die Haare

Das haben wir doch als Kinder alle gern gemacht – wer nicht mehr weiß, wie es geht, findet hier eine Anleitung:

Gänseblümchenkranz für die Haare flechten

5. Zündet Kerzen in Windlichtern an

Wie in meinem Litha– Beitrag beschrieben feiern wir Litha ja eigentlich mit einem großen Feuer. Wenn ihr kein Sommersonnenwendefeuer oder Johannesfeuer in der Nähe habt, könnt ihr Kerzen entzünden. Entweder in Windlichtern auf dem Balkon. Oder vielleicht habt ihr ja auch eine kleine Feuerschale – dann macht selbst ein kleines Feuer.

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Ich wünsche Euch ein gesegnetes Litha, eine schöne Sommersonnenwende oder einen frohen Johannestag – was auch immer ihr feiert, macht euch eine gute Zeit. Be blessed, Keya

P.S. Kennt ihr schon meinen Newsletter? Nächste Woche ist nicht nur Litha, sondern auch Vollmond und ich verschicke wieder meine Monats- Tarot Legung für den kommenden Zyklus – tragt euch gern kostenlos ein:

Litha – die Sommersonnenwende

Litha (gesprochen Litta), wie die Sommersonnenwende vor allem bei den Wicca auch genannt wird, ist auch unter den Namen Mittsommer, Alban Heruin (Licht der Küste) oder Meán Samhraidh (Mitte des Sommers) bekannt. Es markiert im Jahreskreis den Gegenpol zum Julfest, der Wintersonnenwende. Die meisten werden das Fest gleich mit Freudenfeuern, die entzündet werden, in Verbindung bringen – und so stehen wohl auch die Johannesfeuer zur Geburt Johannes des Täufers in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni mit dieser Tradition in Verbindung.

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Das Datum der Sonnenwende ist der 20. oder 21. Juni, kalendarisch markiert dieser Zeitpunkt den Beginn des Sommers. Die Sonne hat zu diesem Tag ihre volle Kraft erreicht, ab diesem Zeitpunkt werden die Tage dann wieder kürzer. Daher ist ein Thema für diesen Tag der Abstieg, der in der Mythologie in verschiedenen Geschichten thematisiert wird, z.B. Persephones jährliche Reise in die Unterwelt; Isis, die ihren Gemahl Osiris aus der Unterwelt rettet oder Baldurs Abstieg von Asgard zu den unteren Welten.

Den Abstieg kann man auch als Innenschau betrachten, bei der wir unser inneres Selbst klar erkennen und feststellen, was wir verändern müssen, um spirituell zu wachsen.

Litha ist als Sonnenfest natürlich das Hauptfest des Gottes in der Wicca Tradition. Wichtige Ritualthemen für diesen Tag sind Liebe, Ehe und Divination. Daher werden an diesem Tag Freudenfeuer zu Ehren der Sonne entzündet. Früher wurden Räder aus brennbaren Materialien entzündet. Darüber hinaus glaubte man, dass in der Nacht gesammelter Morgentau Gesundheit und beständiges Glück bringen sollte – wer also mag, kann traditionell den Morgentau an diesem Tag sammeln, weihen und als Wasser im Ritual verwenden. Ebenso sollen Birkenzweige über der Tür Haus und Hof schützen.

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Zur Divination könnt ihr Folgendes probieren – pulverisiert eine Mixtur aus Scharfgarbe, Eisenkraut, Farn und Johanneskraut und verbrennt diese im Feuer oder verräuchert sie. Aus Länge, Breite und Farbe der Flammen wurde angeblich in früheren Zeiten an diesem Tag die Zukunft vorausgesagt. Auch wenn ich nicht an eine festgeschriebene, vorhersagbare Zukunft glaube, finde ich es eine schöne Tradition, die man auch im Familienkreis spaßig versuchen kann – ähnlich wie Bleigießen an Silvester.

Zur Räucherung eignen sich aber an Litha auch besonders Zitrone, Myrrhe, Pinie, Rose und Blauregen. Wenn ihr Dekorationen auswählt gehen neben Sommerblumen Kerzen, Bänder und Servietten in grün und blau sehr gut. Als Edelsteine zur energetischen Unterstützung empfehlen sich Smaragd und Jade. Bei den Speisen könnt ihr frisches, saisonales und vor allem regionales Obst und Gemüse aber auch Pumpernickel auftischen.

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In Schweden heißt es übrigens, dass in der Mittsommernacht besonders viele Naturgeister wie Feen, Elfen und Trolle unterwegs sind und die Nacht dadurch besonders von Magie erfüllt ist. Wenn unverheiratete Mädchen am Vorabend zur Mittsommernacht Wildblumen pflücken und diese in der Nacht unter ihr Kopfkissen legen, so träumen sie von ihrem zukünftigen Ehemann, so heißt es – allerdings funktioniert dies nur, wenn sie über den Traum Stillschweigen bewahren, so heißt es.

Ich kann das leider nicht mehr für Euch testen, hätte aber einige Rezepte mit Gänseblümchen für Euch – Gänseblümchen sind tatsächlich essbar und meist auch auffindbar, wenn Ihr nicht in Nähe eines Waldes wohnt. Außerdem erkennen auch Laien Gänseblümchen meist sicher.

Gänseblümchensuppe

  • 2 Handvoll Gänseblümchen
  • 2 EL Rapsöl
  • 1l Gemüsebrühe
  • 1 Scheibe Roggenbrot
  • Gänseblümchen zum Garnieren

Die Gänseblümchen in einem EL Öl andünsten. Das Brot in einem EL Öl anrösten. Die Gemüsebrühe aufkochen, in Teller füllen und angedünstete Gänseblümchen und Brot hinzugeben. Mit Gänseblümchen garniert servieren. Für eine gehaltvollere Variante könnt ihr auch nach dem Aufkochen der Brühe 7-8 EL vegane Crème fraîche in die Gemüsebrühe hinzugeben – danach nur nicht mehr zum kochen bringen, sondern nur erwärmen, damit die Crème fraîche nicht ausflockt.

„Frischkäse/ Quark“ mit Gänseblümchen

  • 250g vegane Frischkäsealternative (was ihr mögt, entweder selbstgemacht aus Cashews, über Nacht abgetropften, ungesüßten Sojajoghurt oder einen fertigen veganen Frischkäse in Natur)
  • 1 kleine Schalotte
  • 1,5-2 TL Olivenöl
  • 10g Pastinaken- oder Brennnesselblätter
  • 15g Gänseblümchenblätter
  • 1 kleines Sauerampferblatt
  • 6 Gänseblümchenblüten
  • Salz/Pfeffer nach Geschmack

Die Schalotte fein hacken und mit Quark und Öl mischen und würzen. Die Blätter fein hacken und unter die Mischung geben, mit Gänseblümchen garnieren und servieren.

Zum Eingangs erwähnte Johannestag gibt es den Volksglauben, dass ein an diesem Tag um die Mittagszeit gepflücktes Gänseblümchen, welches man trocknet und im folgenden Jahr bei sich trägt, dafür sorgt, dass einem keine wichtige Arbeit schief ginge – daher finde ich Gänseblümchenrezepte eine sehr passende Korrespondenz zum Mittsommerfest.

Nun seid Ihr dran – welche Bräuche gibt es bei Euch in der Region zum Mittsommerfest? Werden bei Euch Johannesfeuer entzündet? Bei uns in der Gegend leider nicht, wobei es nur 100 km weiter im Harz solche Traditionen gibt. Kennt Ihr andere Traditionen aus anderen Ländern – gerade in den skandinavischen Ländern gibt es hier ja vielfältige Traditionen (und ich meine nicht Midsommar beim Möbelschweden ;)) – vielleicht hat von Euch ja schon jemand in Persona mitgefeiert und mag davon in den Kommentaren berichten. Ich freue mich darauf.

Be blessed, Keya

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Was treibe ich so in den Rauhnächten

Ich bin ein wenig abgetaucht, bitte entschuldigt mich. Eigentlich wollte ich ja noch einen Artikel über die Rauhnächte schreiben, dann hat mich aber Weihnachten und Silvester überrollt. Denn seid meine Oma nicht mehr da ist, sitzt die Familie bei mir an der Tafel, was ich ganz wunderbar finde.

Ich habe mir ein Rauhnachtskarten Set organisiert. Das fand ich wirklich sehr, sehr schön- allerdings habe ich durch den Lockdown wenige der Zutaten da. Also, eine Alraunewurzel gibt es nun wirklich nicht in jedem Supermarkt. Daher arbeite ich ein wenig anders mit dem Deck.

Die Arbeit, die durch das Kartenset inspiriert ist, werde ich dann nächstes Jahr hier genauer vorstellen. Ich sammle gerade erstmal die Inspirationen und schaue, wohin es mich treibt- die richtige Ausarbeitung erfolgt dann nach den Rauhnächten.

Ansonsten habe ich begonnen, noch intensiver mit meinem liebsten Tarot Deck zu arbeiten. Ich habe mir für meine Tarot- und Orakeldecks einen Ordner angelegt, in dem ich für die Decks allgemein sowie für jede Karte eine Seite mit Informationen sammeln kann. Im neuen Jahr wird daraus bestimmt hier eine Serie, wie man mit einem neuen Deck arbeiten kann, um eine tiefe Verbindung zum Deck zu bekommen.

Und natürlich ziehe ich jede Rauhnacht Karten. Dafür nutze ich mein Tarot – welche Einflüsse und welchen Grundcharakter wird der Monat (Anmerkung: jede der Rauhnacht steht für einen Monat des kommenden Jahres, die erste für Januar, die zweite für Februar usw.) haben. Was wird wichtig/ in den Vordergrund treten. Zusätzlich ziehe ich eine Karte aus meinem Isis Orakel. Das ist ein ganz tolles Deck zur Selbstreflexion. Jede Karte bringt Intentionen mit, wie man mehr zu sich selbst finden kann und bringt eine passende Meditation oder Übung mit. Daraus schreibe ich mir sozusagen mein „Self- Care“- Programm für die kommenden 12 Monate zusammen.

Würde es Euch interessieren, wenn ich meine Ergebnisse nach der letzen Rauhnacht hier verblogge und wir am Jahresende mal gemeinsam gucken, was war – und wie es mir so mit den Vorschlägen der Isiskarten ging?

Schreibt mir auch sehr gern, was Ihr vielleicht noch gern hier lesen möchtet. Soll ich die angesprochen Decks einmal vorstellen und rezensieren?

Ich wünsche Euch jetzt erst einmal einen guten Rutsch in ein tolles Jahr 2021. Bei genauerer Reflexion war 2020 nur unbequem, aber brachte doch überraschend viel Gutes. Man musste nur genauer hinsehen und negative Gedanken, die einem zum Teil auch eingepflanzt wurden, erst einmal bei Seite schieben. Be blessed, Keya

Jul- Rituale mit Kindern

Mich hat dieses Jahr ja komplett durcheinander gebracht. Erst habe ich mich geärgert, dass Jul nicht in meinem magischen Kalender steht – um dann zu bemerken, dass ich es einfach mal für den 21.11. eingetragen hatte. Dann habe ich gestern, am 19.12. meinen Altar fertig dekoriert (ohne ein passendes Altardeckchen, denn das habe ich noch nicht fertig stellen können) und alles für mein Ritual bereit gestellt. Da ich kein eigenes Zimmer habe, steht mein Altar nämlich im Wohnzimmer und wenn die Jahreskreisfeste auf ein Wochenende fallen, dann stehe ich ganz früh auf, um ein wenig Zeit für mein Ritual zu haben – wenn meine 3 Langschläfer dann wach werden, kommt der Familienteil des Festes.

Ein Blick auf den Kalender ließ mich dann stutzig werden – da war ich doch glatt einen Tag zu früh dran. Und ich habe mich schon geärgert, dass ich nicht so viel zum Fest schreiben konnte dieses Jahr – gut, für die kommenden Jahre sollen ja auch noch Themen bleiben, aber gut. Wenigstens habe ich dann heute noch Zeit für diesen Beitrag. Und ein Rezept für einen Last- Minute- Braten.

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Über die Bedeutung und die Herkunft des Julfest habe ich hier schon geschrieben. Viele Bräuche können daher von den bekannten Weihnachtsbräuchen übernommen werden – denn die Feste sind von der Bedeutung her sehr ähnlich bzw. vermutlich wurde Weihnachten auf diesen Termin gelegt, um dem christlichen Glauben eine Akzeptanz bei den heidnischen Völkern zu verschaffen. Es geht also um die Wiederkehr/ Wiedergeburt des Lichts in der Dunkelheit sowie Schutz und Segen für die Familie. Mit Ritualen meine ich kleine Aktivitäten mit Kindern, die den Sinn und die Bedeutung des Festes den kleinsten näher bringen – bewusst ist kein komplettes Ritual im magischen Sinne gemeint, wer will, kann die Aktivitäten aber natürlich in ein magisches Ritual einbinden. Ebenso lassen sich diese Aktivitäten natürlich auch für das Weihnachtsfest nutzen – wer sich angesprochen fühlt, darf es probieren, ganz unabhängig von persönlichen Glaubensvorstellungen. Gerade in diesem Jahr wird das Weihnachtsfest für so viele von uns so anders, vielleicht hilft Euch die ein oder andere Idee, das Fest trotz der Einschränkungen schön zu gestalten.

1. Weihnachts-/ Julkarten schreiben (und magisch aufladen)

Setzt Euch hin, schreibt von Hand Weihnachtskarten (oder Julkarten, wenn Eure Lieben auch pagane Feste feiern, ich versende Weihnachtskarten) an Verwandte, Freunde und Bekannte. Gern könnt Ihr auch Blanko- Karten im Bastelbedarf verwenden und diese von Euren Kindern gestalten lassen. Ältere Kinder können auch schon die ein oder andere Karte selbst schreiben. Bemalt, beklebt den Umschlag, wie Ihr möchtet – macht anderen eine Freude mit einer schön dekorierten Weihnachtskarte. Ich persönlich versiegele Weihnachtspost z.B. immer noch mit Siegelwachs. Allein sich einmal bewusst die Zeit dazu nehmen, Wünsche von Hand zu Papier zu bringen, hat in den heutigen Zeiten schon etwas Magisches. Überlegt Euch beim Schreiben der Karte, welche Wünsche Ihr der Person mit senden wollt. Sprecht auch mit Euren Kindern, was sich diese für die Person wünschen – für den Onkel, der in diesem Jahr vielleicht leider seinen Job verloren hat, kann das z.B. der Wunsch nach einem neuen Job sein. Ihr werdet erstaunt sein, wie feinfühlig Kinder dafür sind, was wir Erwachsenen tatsächlich brauchen. Wenn Euch das Folgende zu esoterisch ist, schickt die Karten so ab.

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Ansonsten könnt Ihr die Karten vor dem Versenden mit guten Wünschen wie Gesundheit, Erfolg oder Liebe aufladen. Das könnt ihr auf verschiedene Arten machen. Haltet die Karten in der Hand oder, wenn Ihr alle gleichzeitig mitmachen wollt, haltet Eure Hände über die Karte. Fokussiert Eure Gedanken auf die Wünsche und visualisiert, wie diese Wünsche auf die Karte übergehen. Das macht Ihr so lange, bis Ihr das Gefühl habt, die Karten sind aufgeladen – dass kann sich z.B. durch ein warmes oder kribbelndes Gefühl in der Handfläche zeigen. Ihr könnt auch ein Räucherstäbchen anzünden und die Karte in den Rauch halten (Achtung, nicht zu nah am Stäbchen, sonst habt Ihr Ruß- Schlieren auf dem Umschlag) und Euch dabei vorstellen, wie Eure Wünsche auf die Karte übergehen. Das ganze funktioniert übrigens auch mit Geschenken, die Ihr an Weihnachten verschenken wollt.

2. Schmuck für den Weihnachts-/ Julbaum basteln oder backen

Ein Teil meiner Familie kommt aus Hannover, dort gab es vor dem zweiten Weltkrieg die Tradition der sogenannten Hitje-Puppen – diese werden aus einem weichen, weißen Pfefferkuchenteig hergestellt und sind nach der Verarbeitung unverderblich, so dass sie über Generationen als Baumschmuck dienen können. Heute werden sie nur noch von der Bäckerei Bochers in aufwändiger Handarbeit hergestellt. Obwohl ich den hannoverschen Teil meines Stammbaums bis 1870 zurückverfolgen kann, habe ich erst letztes Jahr von dieser Tradition erfahren.

Aus meiner Kindheit kenne ich aber auch noch selbstgemachten Baumschmuck, z.B. Stroh- oder Papiersterne oder Puppen. Und natürlich kennt man von Weihnachtsmärkten die Lebkuchenherzen, die ähnlich wie die Hitjepuppen quasi unverderblich sind. In meiner Kindheit haben sich die Kinder meines Dorfes tatsächlich auch getroffen, um Lebkuchenmänner als Baumschmuck zu backen. Allerdings war Verderben meist nicht das Problem bei diesen Lebkuchenmännern – am Ende der Weihnachtszeit durften sie beim „Baum plündern“ natürlich gegessen werden. Neben meinem Elternhaus wohnte ein alte Dame, ein Urgestein unserer Region, die ihren Baum tatsächlich nur mit diesen selbstgemachten Dingen, Äpfeln und Kerzen schmückte – beim Plündern durfte ich dann immer dabei sein und mitnehmen, soviel in meine Taschen passte.

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Wenn Ihr haltbaren Familienschmuck zum Vererben herstellen möchtet, dann kann ich Euch zu einer anderen Variante raten – Salzteig. Für einen einfachen Salzteig 2 Tassen Mehl, 1 Tasse Wasser und eine Tasse Salz vermengen. Der Teig sollte nach dem Kneten nicht kleben, ggf. noch etwas Mehl hinzufügen. Nun könnt Ihr den Teig ausrollen und mit Ausstechformen Schmuck herstellen oder mit dem Teig modellieren. Wenn der Teig zum Modellieren geschmeidiger sein soll, kann man bis zu 2 EL Öl zur oben genannten Mischung hinzugefügt werden. Mit Lebensmittelfarbe oder aber Gewürzen wie Kurkuma könnt Ihr den Teig auch vorher einfärben.

Löcher für die Aufhängung solltet Ihr vorher durch den Schmuck bohren, hinterher geht das nicht mehr ohne das Kunstwerk zu zerstören. Energiesparend ist es, wenn Ihr Euren Schmuck an einem warmen Ort lufttrocknen lasst. Soll es schneller gehen, könnt ihr den Teig im Backofen trocknen – die ersten 30 Minuten 60° Grad, weitere 30 Minuten bei 100° und weitere 2 Stunden bei 120° Celsius. Achtung – Salzteig mag keine große Hitze. Fertig ist das Ganze, wenn die Mitte der Unterseite auch trocken ist. Nach dem Trocknen kann Salzteig auch noch bemalt werden. Auf jeden Fall solltet Ihr am Ende eine Schicht Klarlack auftragen – denn sonst würde der Teig auf Dauer Feuchtigkeit aus der Luft ziehen, was der Haltbarkeit nicht zuträglich ist.

Typische Formen für Julschmuck sind übrigens Rentiere/ Rehe (ihr Geweih ist Symbol für den gehörnten Gott in den paganen Religionen) oder runde Formen, da Jul ja Rad bedeutet und die Wiedergeburt und einen neuen Zyklus ankündigt.

3. Baut ein Lebkuchenhaus mit Euren Kindern

Ihr habt Baumschmuck und wollt keinen Salzteig oder Papiersterne am Baum – aber was anderes als das normale Weihnachtsplätzchen backen veranstalten? Dann baut ein Lebkuchenhaus. Meine Patentante, die eine Kräuterhexe ist, hat jedes Jahr ein Hexenhaus für ihre beiden Töchter und eins für mich gemacht. Wir Kinder durften es dann nach Herzenslust mit Süßkram verzieren. Genascht haben wir dann wirklich sehr dosiert über die Weihnachtstage – denn im Gegensatz zum Weihnachtsteller ist der Verzehr eines solchen Hauses mit „Arbeit“ verbunden.

Und wenn Ihr (so wie ich meistens) so richtig viel um die Ohren habt in der Weihnachtszeit – die Häuser gibt es schon als Fertigbausatz (sozusagen ein Fertig-Hexenhaus). Meine Jungs fanden Häuser nicht so spannend, daher hatten wir im letzten Jahr eine Eisenbahn.

Unsere Lebkucheneisenbahn

4. Wintervogelfutter herstellen

Wir feiern die Jahreskreisfeste, um uns mit der Natur um uns herum wieder zu verbinden. Jul ist das Fest des Gebens, aber dies sollte man nicht nur auf seine eigene Familie beziehen. Während unserer magischen Rituale opfern wir den Göttern und Naturgeistern – mit Kindern kann man dies ganz praktisch tun, indem man Vogelfutter selbst herstellt. Fertiges Fettfutter ist meist nicht wirklich ausgewogen.

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Wildvögel kann man übrigens das ganze Jahr über füttern – natürlich hört man hier und da Meinungen, dass man dies nicht tun sollte, aber durch den Wandel in der Landwirtschaft finden die meisten körnerfressenden Arten oft das ganze Jahr über nicht mehr genug Nahrung. Besonders im Winter sollte man aber füttern, so man die Möglichkeit dazu hat. Achtung – gerade auf dem Balkon einer Mietwohnung ist es manchmal nicht erwünscht, dass Vögel gefüttert werden.

Eine Anleitung für Vogelfutter findet Ihr beim NABU, dort findet Ihr auch Tipps, welche Körner und Zutaten sich eignen – vielleicht könnt Ihr das Futter individuell auf die Vögel, die in Eurer Region heimisch sind, abstimmen. Ebenso findet Ihr da auch Anleitungen zur Einrichtung einer Futterstelle.

Mit dieser Aktivität gebt Ihr nicht nur der Natur etwas zurück, Ihr könnt auch den Winter über gemeinsam mit Euren Kindern die Vögel beobachten.

5. Ein Jul- Block gestalten

Der Julblock ist ein Brauch aus vorchristlicher Zeit, der in einigen Regionen sogar als Christklotz im christlichen Glauben verbreitet ist. Dies war ein großer Scheit aus Eichen- oder Eschenholz, der am Julfest bzw. später am Heiligen Abend im Kamin verbrannt wurde und nach Möglichkeit mindestens 12 Stunden brennen sollte. An diesem Feuer wurden alle Lichter der Hauses neu entzündet, als Symbol der Rückkehr des Lichtes. Es sollte Segen bringen, wenn der Klotz oder zumindest das Feuer für die folgenden 12 Rauhnächte am Brennen gehalten wurde. Die Asche wurde hinterher auf den Feldern verteilt und ins Tierfutter gemischt.

Nun hat nicht jeder das Glück, einen Kamin sein eigen zu nennen und viele moderen Kaminöfen würden einen so großen Scheit gar nicht fassen. Daher könnt Ihr die Tradition abwandeln, in dem Ihr einen dekorativen Holzscheit mit Kerzenhaltern bestückt und Ihn mit immergrünen Zweigen und Naturmaterialien schmückt. Diese könnt Ihr mit Euren Kindern auch selbst im Garten oder Wald sammeln, wie z.B. Tannenzapfen. So habt ihr eine tolle pagane Tischdeko – wenn Ihr 4 Kerzen nutzt, könnt Ihr das ganze auch als Adventskranz nutzen.

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Beim Recherchieren bin ich übrigens auf eine andere, sehr kreative Variante gestoßen – Ihr könnt auch einen Kuchen in Stammform backen und mit Kerzen schmücken – wenn Ihr vielleicht noch einen Geburtstag in dieser Zeit habt, wäre das doch ein tolles Crossover.

6. Musiziert oder lest Geschichten vor

Singt und musiziert mit Euren Kindern. Es geht in erster Linie ums Gefühl und das Zusammensingen, nicht um die richtigen Töne (ist ja kein Casting) – versucht es einfach. Wenn ihr kein Instrument spielt, wie wäre es mit Instrumenten, die man intuitiv spielen kann, wie eine Handpan oder eine Kalimba?

Wenn das nichts ist, lest Geschichten vor – passend zum Jul wäre beispielsweise “Frau Holle” (die Göttin Holle diente wohl als Vorlage für die Figur der Frau Holle). Ansonsten gibt es vielleicht Sagen/ Legenden aus Eurer Region, die man kuscheligen Stunden gemeinsam entdecken kann. Ein etwas weihnachtlicherer Vorschlag wären die Geschichten aus „Wirklich wahre Weihnachtsgeschichten“ von Margret Rettich. In den Geschichten geht es um die zwischenmenschlichen Dinge rund um die Feiertage- mal lustig, mal traurig und mal nachdenklich.

Erzählt mal, was Ihr feiert und wie Ihr feiert? Was macht Ihr mit Euren Kindern – oder was habt Ihr als Kinder gern gemacht. Hattet Ihr früher eine Aktivität, die zu dieser Zeit gehörte? Bleibt bitte gesund und macht Euch eine schöne Zeit, trotz aller widrigen Umstände. Be blessed, Keya

Warum Männer Röcke tragen sollten

…und Frauen das akzeptieren sollten

Harry Styles wird das Cover der Vogue im Dezember zieren – als erster Mann weltweit. Und wird ein Spitzenkleid tragen- die Meldung ist ja nun eigentlich auch irgendwie schon eine Woche alt. Aber es geht um einen Mann in einem Spitzenkleid und wir haben erst… 2020. Und vor ziemlich genau 2 -3 Jahren habe ich schon einmal einen Artikel zu diesem Thema geschrieben – und es ist so ziemlich nichts in diese Richtung passiert. Bis vor einigen Tagen dieses Bild in den Instastories auftauchte – zum Glück denken alle Profile, denen ich folge, ähnlich wie ich über dieses Thema.

Leider ist mein Blogartikel aus 2017 nicht mehr da. Ich hatte meinen damaligen Blog gesichert, leider aber hat ein Festplattencrash diese Sicherung offenbar geschluckt. Oder ich soll ihn gerade nicht finden. Allerdings möchte ich mich noch einmal zu diesem Thema äußern – bzw. ich muss. Der Artikel war damals mein erfolgreichster Artikel und ich habe so viel positiven Zuspruch erhalten – vor allem von Männern, die selbst gern Röcke tragen – das war damals eine unheimlich positive Erfahrung.

Angefangen hatte ich damals mit der Erklärung, dass die Überschrift sehr krass formuliert sei, denn im Prinzip möchte ich Freiheit für jede*n und nicht jedem Mann vorschreiben, ab nun einen Rock zu tragen. Jedoch war ich auf das Thema gekommen, da ich damals eine Kollektion des Modedesigners Thom Brown gesehen und geteilt hatte. Auf dem Bild waren 3 männliche, sehr schlanke Models in Blazern mit akkurat geschneiderten Faltenröcken zu sehen – was ich in dem Bild sah, waren 3 sehr schöne Männer, mit zweireihigen Blazern wie mein Vater sie trug und Röcke, wie meine Urgroßmutter (gelernte Schneiderin) sie wohl geliebt hätte. Die Männer trugen High Heels und hatten wirklich großartige Beine (ich war dezent neidisch, um ehrlich zu sein, denn meine Beine sehen in Röcken in meinen Augen bei Weitem nicht so fabelhaft aus).

Was eine Freundin sah war: „Lächerlich!“ – ich war baff. Etliche Kommentare später war klar – Männer in Röcken wirken auf Frauen offenbar unmännlich – zumindest auf viele meiner Freundinnen. Es sei denn sie heißen Jamie Fraser und der Rock heißt Kilt – das ist nämlich wiederum das männlichste überhaupt. Ja nee, ist klar.

Erst einmal frage ich mich ja immer, wenn mir eine Freundin erklärt, wie Frauen ticken, ob ich überhaupt eine Frau bin. Ich habe in den letzten Jahren von diversen Freundinnen gelernt, dass eine Frau zu einem Mann aufblicken will, er männlich wirken und einen im Notfall ja verteidigen können müsste. Er soll der perfekte Romantiker sein, der Dame die Tür aufhalten, sie erobern, regelmäßig Blumen schenken. Die berühmte eierlegende Wollmilchsau. Meist beschwert sich die Freundin dann irgendwann bei mir über ihren Macho – während ihr Macho meinen Mann fragt, ob ich auch so Ansprüche stellen würde.

Eigentlich wünscht sich doch jede Frau Gleichberechtigung – aber unter der fehlenden Gleichberechtigung haben nicht nur wir Frauen zu leiden. Sicherlich – uns trifft es da, wo es vielleicht mehr weh tut – am Portemonnaie, bei der Karriere. Sobald man Mutter ist, kann man eh nur noch alles falsch machen in den Augen der Gesellschaft – geht man Arbeiten, ist man die Rabenmutter, bleibt man zu Hause, ist man „nur“ Hausfrau. Am Schlimmsten daran ist, dass wir Frauen untereinander so unsolidarisch sind, dass das Thema irgendwie einen eigenen Artikel verdient.

Das Problem sind die Rollenbilder der Gesellschaft. Die Frau hat in der Beziehung diese und der Mann jene Aufgaben. Das macht aber wenig Sinn, wenn die Wünsche und Talente, die ein Mensch mitbringt, nicht mit diesem Rollenbild zusammen passen. Im Bekanntenkreis habe ich schon erlebt, dass ein Mann die Elternzeit nehmen wollte – dies dann aber nicht gemacht hat, weil er auf der Arbeit gemobbt wurde. Dafür musste dann die Frau zu Hause bleiben – obwohl das Paar das anders entschieden hatte. Mein Mann und ich hatten einmal beide gleichzeitig einen neuen Job angetreten – mein Job war allerdings fest und er war über Zeitarbeit angestellt. Unser Sohn bekam Windpocken und musste aus dem Kindergarten abgeholt werden, mein Mann sagte, es wäre nicht gut, wenn ich meinen Job riskiere – und verlor tatsächlich seinen, innerhalb der Probezeit ohne Angabe von Gründen.

Ich habe sowieso das Glück in einer recht gleichberechtigten Beziehung zu leben. Ich verdiene mehr als mein Mann, was ihm auf Grund der Erziehung oft schwer fällt. Er dekoriert lieber und besser als ich, vor allem an Weihnachten. Dafür baue ich in Rekordzeit Ikeamöbel allein auf, da hat er überhaupt kein Händchen für – wobei er eigentlich ein Heimwerkerkönig ist. Trotzdem bemerke ich oftmals Probleme, wo uns unsere Erziehung und die Vorstellungen, was wir als Frau/Mann zu tun und zu lassen haben, dazwischen funken. Er macht es sich manchmal recht leicht, ich bürde mir zuviel auf – so toxisch sind diese alt hergebrachten Rollenbilder.

Ganz toll erklärt hat das Moritz Neumeier in der Carolin Kebekus Show: „Was Dich persönlich männlich macht, ist ganz allein Deine Entscheidung.“ Denn oft definieren wir männlich/weiblich nach dem, was uns so beigebracht wurde – anstatt in uns hineinzufühlen. In Bezug auf Mode bedeutet das: Frauen können/ dürfen sich stylen und kleiden, wie sie wollen, Männer eben nicht bzw. nur in ganz eingeschränktem Rahmen – wenn sie nicht bestimmten Szenen angehören/ zugerechnet werden wollen oder schief angeguckt werden wollen.

https://youtu.be/yOWc449tRpg

Ich habe selbst zwei Söhne, ich möchte, dass sie die Freiheit haben, sich auszudrücken. Wenn das irgendwann heißt, dass sie ein Spitzenkleid wie Harry Styles auf dem Vogue Cover tragen wollen – dann sollen sie das tun dürfen, ohne das jemand das mit „Lächerlich“ kommentiert. Überhaupt nie würde mir einfallen, einen anderen Menschen, der sich offensichtlich wohl in seiner Kleidung fühlt, als „Lächerlich“ zu bezeichnen. Eigentlich finde ich nur lächerlich, so unreflektiert andere in Schubladen zu stecken. Wie im Video genannt hatte auch mein Sohn eine Phase, in der er sich gern die Nägel lackiert hat – ich habe dann extra wasserlöslichen Kindernagellack besorgt, weil ich eher Angst hatte, die Chemikalien im Lack wären doof – mir war völlig egal, was im Kindergarten gesagt worden wäre. Ich habe auch sehr gefeiert, als eine Mutter durch Protest Disney dazu bewogen hat, den „Princess Day“ auch für Jungen anzubieten, die davon träumen, einen Tag mal Prinzessin zu sein.

Das Problem mit Männern in Kleidern oder Röcken ist doch eigentlich nur der ungewohnte Anblick – und somit liegt das Problem bei der Irritation des Betrachters. Es mag sein, dass es an meiner Modedesignausbildung liegt, dass mich nichts überrascht bzw. ich die Überraschung nutze, um mich mal zu fragen, was mich denn irritiert und was das über mich aussagt. Gerade, wenn mich Äußerlichkeiten irritieren – denn ich selbst empfinde Menschen, die nicht weiter als bis zum Äußeren sehen, als oberflächlich – und oberflächlich möchte ich nicht sein.

Für uns Mädels heißt das – wenn wir in Stilettos Glühbirnen auswechseln können (dafür gibt es sogar extra Ratgeber!) – wieso sollen die Herren der Schöpfung das nicht auch können? Überlegt mal, was ihr sagen würdet, wenn Euer Partner oder Sohn vielleicht schon ewig gern Röcke tragen möchte – sich das aber bisher aus Angst vor Euerer Reaktion nicht getraut hat? Ist ein Rock für einen Mann dann immer noch unmännlich oder „lächerlich“? Und für die Herren der Schöpfung – was bedroht Euch an einem Mann wie Harry Styles? Es zwingt Euch ja niemand, morgen auch im Rock rauszugehen. Vielleicht ist es eher der Mut?

„Kleidung ist dazu da, mit ihr Spaß zu haben und herum zu experimentieren. Wenn du die gängigen Konventionen hinter dir lässt, hast du viel mehr Spielraum“

Harry Styles (mehr dazu bei www.vip.de)

In diesem Sinne – habt Spaß, drückt Euch über Kleidung und Styling aus und gesteht dieses Recht auch jedem anderen zu. Be blessed, Keya

Rituale für Samhain mit Kindern

Mutter zu werden hat meine Welt ein wenig auf den Kopf gestellt – hatte man vorher die Balance gefunden, mit der Familie die offiziellen Feiertage und für sich selbst die 8 Jahreskreisfeste zumindest im Kleinen zu begehen, wird das mit Kindern und Vollzeitjob auf einmal schwierig. Ok, ich habe das auch nicht aktiv verfolgt. Nun sitze ich aber seit 6 Monaten im Homeoffice, bin auf einmal in der Mittagspause schnell mit den Hunden im Wald und merke, wie sehr es mir eigentliche gefehlt hat, im Rhythmus der Natur zu leben – somit ist mein Neujahresvorsatz für dieses Samhain, die Feste mit meinem Mann und Kindern anständig zu feiern.

Wer allein Samhain feiert, der findet sicherlich schnell Ideen für kleine Rituale – wie z.B. hier bei Beleniel’s Zaubergarten. Einige der dort gezeigten Ideen kann man natürlich prima mit den Kindern machen – einen Ahnenaltar dekorieren, die Gräber der Verstorbenen besuchen und natürlich den Klassier – einen Kürbis aushöhlen und eine Jack O’Lantern daraus machen. Meine Kindern haben bisher weniger mit Magie und Hexerei zu tun gehabt – der Mann eigentlich noch weniger. Also erst einmal einen sanften Einstieg planen. Das klassische „Dumb Supper“, also ein Abendmahl, bei dem nicht gesprochen wird, fällt eigentlich auch aus – unser Jüngster ist 5 und fängt durch eine Sprachentwicklungsverzögerung jetzt gerade an, so richtig viel zu erzählen.

Gern möchte ich jeden Interessierten einladen, das ein oder andere dieser Liste mit Eurer Familie auszuprobieren, auch wenn ihr selbst auch nichts mit Magie oder Hexerei am Hut habt – nehmt Euch die Zeit, gedenkt Eurer Vorfahren, dafür bleibt in der Regel viel zu wenig Zeit.

1. Walnuss- Schwimmkerzen entzünden

Die Kerzen könnt ihr entweder selbst gießen oder aber auch fertig kaufen. Ich habe natürlich verpeilt, dass ich sie auch hätte kaufen können und habe mir die Materialien einzeln bei Etsy bestellt (Walnusshälften, Teelichtdochte und Rapswachs) – hier gibt es gleich fertige mit Bienenwachs.

Am Samhain Abend braucht ihr dann noch eine große Schale gefüllt mit Wasser (bitte vorsorglich aus Glas/ Keramik und nicht Kunststoff) sowie eine große Kerze, an der ihr die kleinen Walnusskerzen entzünden könnt. Reih um entzündet jeder aus der Familie immer eine Kerze und erzählt zuvor, welchem Verstorbenen er diese Kerze widmet – sowie eine kleine Geschichte, die er mit dem Verstorbenen erlebt hat. Danach wird die Walnusskerze in die Schwimmschale gesetzt. Immer weiter, bis die Schwimmkerzen alle sind oder keine Geschichten mehr übrig sind (ich glaube, man hat meist zu wenig Kerzen).

Schwimm- Kerzen aus Walnuss- Schalen

Ich mag die Idee – sie erinnert mich ein wenig an die Wikingerbeerdigung von Hau-Drauf dem Stoischen in Drachenzähmen leicht gemacht 2. Ich finde es eine so schöne Art, sich gemeinsam an die Lieben zu erinnern, die uns vorausgegangen sind.

2. Macht ein Samhainfeuer

Ihr habt eine Feuerschalte im Garten? Macht ein Samhainfeuer wenn es dunkel ist. Alternativ könnt ihr natürlich auch im Kamin ein Feuer entzünden oder Euch eine besonders schöne, große Kerze kaufen, die ihr in die Mitte Eures Tisches stellt und die dann als Samhainfeuer fungiert.

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3. Das Samhain Glas

Stellt ein Schraubglas für jeden oder aber ein großes für die ganze Familie etwa 1-2 Wochen vor Samhain auf Euren Altar oder eine Stelle, zur der jedes Familienmitglied Zugang hat. Legt einen Stift und kleine Zettel daneben. Jedes Familienmitglied schreibt nun die Dinge auf, die er im neuen Jahreszyklus loslassen möchte – ob es Faulheit beim Mithelfen im Urlaub oder Nicht- zu- hören in der Schule oder auch Stress im Job ist. Die Zettel werden dann an Samhain am Feuer vorgelesen und dann symbolisch im Feuer verbrannt. Wenn ihr das drinnen machen müsst und keinen Kamin habt, dann könnt ihr sie an der Kerze entzünden und in einer feuerfesten Schale mit etwas Sand abbrennen lassen – aber bitte gut lüften.

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4. Backt ein Seelenbrot

Dies ist ein traditionelles Gericht in dieser Zeit – ein veganes Rezept findet ihr hier. Auch wenn sonst der Thermomix die Arbeit übernimmt – nehmt Euch die Zeit und knetet mit den Fingern. Lasst die Kinder helfen und habt eine tolle Zeit gemeinsam in der Küche.

5. Divination

Auch zu Silvester gehört das Bleigießen dazu – Samhain läutet den neuen Jahreszyklus ein, also könnt ihr natürlich einen Blick in die Zukunft wagen. Wenn ihr eine Jack O’Lantern schnitzt, könnt ihr z.B. die Kürbiskerne aufbewahren und sie waschen und dann bei 180-200° 20 Minuten im Backofen trocknen lassen (nach 10 Minuten einmal drehen). Wenn ihr gleich mehr macht, könnt ihr den Rest auch knacken für den Verzehr – aber in paar behaltet ihr in der Schale. Auf diese könnt ihr kleine Symbole einritzen oder mit einem Feinliner aufmalen – Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, entweder nehmt ihr die gängigen Symbole wie Kleeblatt, Hufeisen und was man sonst so von Silvester kennt – oder aber ihr nehmt mehr Kerne und macht Euch damit Runensteine (mit kleinen Kindern sind aber wahrscheinlich die einfachen Symbole die bessere Wahl).

Die Kerne packt ihr in ein kleines, undurchsichtiges Beutelchen. Am Samhain Abend kann dann jeder einen oder mehrere Kerne ziehen und ihr versucht, daraus zu erkennen, wie das kommende Jahr für die Person wird.

DIY Orakel aus Kürbiskernen

Anstatt des Kürbiskernorakels haben wir uns dieses Jahr für ein Orakelkartendeck entschieden. Ich habe es bei Etsy als Printable gekauft und bei onlyprint.de auf festen Karton drucken lassen. Das Deck hat dann insgesamt ca.15 Euro gekostet, kann aber jedes Samhain wieder verwendet werden. Die Orakelkerne werde ich aber mit Runen machen und werde sie auch an Samhain aussprobieren.

So, jetzt erzählt ihr mal – wie feiert ihr? Welche Traditionen gibt es bei Euch und wie bringt ihr diese Euren Kindern näher? Könnt ihr Euch vorstellen, eine der o.g. Ideen auszuprobieren – auch wenn ihr mit Paganismus nichts am Hut habt?

Be blessed, Keya

Anmerkung: mit Rituale in der Überschrift ist bewusst nicht ein vollständiges Ritual im magischen Sinne gemeint – ich wollte bewusst kleine Gesten nennen, die jeder probieren mag. Schutzkreis, Anrufung von Gott, Göttin oder Ahnen könnt ihr bei Bedarf natürlich gern hinzufügen

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