Ein Blog über Magie, Nachhaltigkeit, Tarot und Kunst

Schlagwort: Hexenkunst

Keine Antwort – stellst Du die richtigen Fragen?

Tarot- und Orakelkartenlegungen leben von der richtigen Fragenstellung

Ich bin ja recht neu auf TikTok – und auch nicht ganz so aktiv, aber manchmal poste ich dort kleine Impulse aus meinen Neumond- und Vollmondlegungen. Neben der Reichweite, die dort echt immens ist, kamen jetzt aber auch ein paar Mal konkrete Fragen in den Kommentaren, die die Betreffenden gern von mir mittels Karten beantwortet haben wollten. Und ich versuche wirklich mein Bestes, aber einige Fragen zeigten wieder, wie tief die falschen Vorstellungen über das Kartenlegen verwurzelt sind.

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Nimmst Du Dein Leben in die Hand – oder verzettelst Du Dich in Fragen?

Ich möchte Euch eine Geschichte aus meinem Leben erzählen – ich habe meinen ersten Mann mit 14 Jahren kennen gelernt bzw. „wiedergefunden“. Wiedergefunden, weil wir uns sicher waren, uns aus einem früheren Leben zu kennen. Wir wurden ein Paar, als wir 16 waren und waren 9,5 Jahre zusammen, bis er endlich mal den Antrag machte- und so heiratete ich mit 23 zum ersten Mal. Leider hatte er ca. eine Woche vor der Hochzeit herausgefunden, dass er inzwischen unsere damals beste Freundin liebte – war aber zu feige, die Hochzeit abzusagen.

Kommt er wieder zurück zu mir?

Eine der häufigsten Fragen

Es kam, wie es kommen musste, mit 25 stand ich also vor einem Scherbenhaufen. Mein Ex hatte sich 1,5 Jahre auf den Knall vorbereitet und war sich sicher, dass er direkt bei seiner Neuen einziehen konnte – und ich stand auf der Straße, mitten im Studium, ohne Wohnung, Geld und Perspektive. Und auch ich stellte damals meinen Karten diese Frage – wie geht es mit uns weiter, kommt er wieder zurück? Ich hatte mit 21 Jahren das Kartenlegen begonnen und auch eine Zeit lang als Nebenjob Karten gelegt – aber nun saß ich vor diesem Kartenbild und fand keine Antwort, die mir geholfen hätte.

Was hätten die Tarotkarten auch sagen sollen?

Ihr müsst Euch die Karten vorstellen, wie Eure beste Freundin/ Euren besten Freund. Wenn Ihr verheult anruft und genau diese Frage stellt, dann tätschelt ein gute*r Freund*in Euch die Schulter, sagt tröstende Worte und versucht in Nebensätzen verpackt Optionen aufzuzeigen: Tue jetzt erst einmal etwas für Dich! Jetzt kannst Du endlich den Roadtrip machen, auf den der Partner/ die Partnerin keinen Bock hatte! Lass uns morgen zum Friseur und einen Beautytag machen/ Lass uns eine Kneipentour machen und das Nachtleben genießen!

Übrigens haben ich mein Tarot- Journal aus dieser Zeit noch – und was soll ich sagen, die Antworten, die ich gebraucht hätte, die lagen da! Ich konnte sie nur nicht sehen – weil mein Fokus seit Jahren auf einem „Wir“ lag, dass vielleicht schon lange vorher kein Wir mehr gewesen war. Weder er noch ich waren ehrlich zu uns selbst gewesen und hatten uns verrannt – während er schon immer dazu tendierte, sich aus solchen Situationen ohne offene Aussprache herauszuwinden, bin ich ein Mensch, der alles für eine Beziehung tut. Und somit war mein kompletter Lebensinhalt weggebrochen, von jetzt auf gleich.

Wie bereits in diesem Beitrag beschrieben, können Karten eben keine Zukunft voraus sagen – weil die Zukunft nicht in Stein gemeißelt ist. Wenn wir aber mal ehrlich sind – solange wir wie ein Häufchen Elend verrotzt und heulend hinter dem/der Ex laufen, wir die Motivation, zurückzukehren, nicht sehr groß sein. Denn der, der sich trennt, genießt meist erst einmal die neu gewonnene Freiheit. Meistens kommt die Einsicht, was man hatte, bei dieser Person erst ein halbes bis dreiviertel Jahr nach der Trennung (wenn sie denn kommt). Bewahrt Euch als Verlassener also bitte ein bisschen Restwürde.

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Die richtigen Fragen an die Karten

Stellt den Karten daher lieber nicht die Fragen, die Euer Gedankenkarussell bei Nacht antreiben und Euch um den Schlaf bringen. Diese Fragen bringen Euch meist nicht weiter, weil es tatsächlich keine Antworten gibt – Ihr bleibt gefangen in einem Hamsterrad. Eine Möglichkeit ist, nach dem Warum zu fragen – idealerweise auch nach dem eigenen Anteil an diesem Warum. Denn so könnt Ihr Euer eigenes Verhalten reflektieren und in Zukunft alte Muster durchbrechen oder vermeiden. Jedoch kann auch das direkt nach der Trennung noch unangebracht sein – denn meistens geht es da um sehr persönliche Dinge und die Verletzungen sind noch viel zu frisch.

Viel besser ist es, Fragen zu stellen, was man tun kann – dafür ist natürlich erst einmal eine Analyse sinnvoll. Was fehlt mir jetzt am meisten? Selbstvertrauen, Nähe oder will ich nur nicht allein sein? Habe ich Angst vor dem Allein sein? Will ich vielleicht nur nicht Allein sein? Geht es gar nicht darum, diesen einen Menschen wieder zu bekommen? Der nächste Punkt, den man mit den Karten dann analysieren kann ist: Was brauche ich jetzt? Was kann ich tun, um meine Situation zu verbessern? Wie kann ich meine Mitte wieder finden? Wie finde ich wieder zu mir selbst?

Auch mehrmaliges Befragen der Karten oder mehrerer Kartenleger wird das Ergebnis nicht verändern

Für Euch getestet – gern geschehen

Mein 25-jähriges Ich ließ übrigens nicht locker. Die Antwort gefällt nicht – ach, einfach nochmal mischen und legen. Irgendwann rief ich einen Kartenleger- Kollegen an. Auch dieser Kollege hatte eigentlich keine Antwort für mich, zu mindestens nicht die, die ich hören wollte. Das erlebe ich tatsächlich auch bei Anfragen auf TikTok- da wird man jeden Tag mit derselben Frage angeschrieben oder einfach derselbe Kommentar einmal bei mehreren Kanälen gepostet – irgendwer wird schon mit der Antwort kommen, die man hören will. So funktioniert das aber leider nicht. Die unbequemsten Antworten sind leider meistens die, die uns weiter bringen im Leben.

Ja, es tut weh. Das wird es auch noch eine Weile, jedoch könnt nur Ihr Euch selbst da rausholen. Und je eher Ihr das realisiert, desto eher könnt Ihr aktiv etwas zum Positiven verändern. Je länger Ihr an Fragen hängt, die Euch immer in der Trauer festhalten, desto weniger könnt Ihr in der Trauerverarbeitung voran schreiten.

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Ich weiß, wie einfach das geschrieben und gesagt ist. Es ist ja auch nichts Neues, wenn man aber in der Situation ist, dann will es einem nicht gelingen, loszulassen und nach vorne zu schauen. Genau da sollte eine gute Kartenlegung ansetzen – ein guter Kartenleger wird Euch nicht unbedingt die Frage beantworten, mit der Ihr zu ihm kommt, sondern Euch erst einmal beraten, was denn vielleicht eine geeignetere Formulierung wäre. Denn es geht nicht darum, Euch das zu sagen, was Ihr hören wollt – sondern Euch Handlungsoptionen aufzuzeigen. Ob Ihr diese umsetzen möchtet, ist Eure Entscheidung.

In diesem Sinne, be blessed, Keya


Zu jedem Vollmond und Neumond versende ich eine Tarotlegung oder Impulse für den kommenden Monat – trage Dich jetzt gern hier ein:

Last- Minute Litha- Rituale mit Kindern

Oh, verdammt – ich bin schon wieder mächtig spät dran. Das liegt aber auch daran, dass ich gerade im Hintergrund daran arbeite, hier alle meine Interessen zusammenzuführen und unter einen Hut zu bekommen – ihr dürft gespannt sein, was ich demnächst hier präsentiere – eine Seite ist schon hinzugekommen, unter Galerie findet ihr ab jetzt Arbeiten von mir.

Trotzdem will ich es mir nicht nehmen lassen, eine Liste mit Ideen für das Litha- Fest mit Kindern zu teilen – auf Grund der Kürze der Zeit in der Last- Minute Version. Auf geht’s:

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1. Betrachtet gemeinsam den Sonnenauf-/ untergang

Klingt einfach – aber mal Hand aufs Herz, wann habt ihr zum letzten Mal mit euren Kindern bewusst den Sonnenauf- oder Untergang beobachtet und in dabei wirklich genossen? Meist sitzen wir abends im Garten, auch während des Sonnenuntergangs, aber sind dabei in Gespräche vertieft und bekommen den wunderschönen Anblick nur am Rande mit. Den Sonnenuntergang mal ganz bewusst zu erleben und sich auf ihn zu fokussieren, ist eine tolle Achtsamkeitsübung für uns alle – auch die Jüngsten sind heute ja schon ständig abgelenkt. Versucht es mal.

2. Kocht zusammen

Klingt auch banal – aber in meinem Litha– Beitrag hatte ich ja über Rezepte mit Gänseblümchen geschrieben. Kocht mal mit den Kindern zusammen – und das mit saisonalen und regionalen Zutaten. Ihr könnt das auch mit einem Einkauf auf dem Markt oder im regionalen Hofladen verbinden. Meine Kids wünschen sich zu jeder Jahreszeit Pizza – und oft machen wir die dann natürlich auch zu Familien-Filmabenden auf der Couch. Aber mal etwas kochen, was kein typisches Kindergericht ist, hilft unheimlich dabei, die Gaben der Natur wertschätzen zu lernen – und auf einmal mögen die Kinder auch Dinge, die vorher „Bäh“ waren. Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht.

3. Tanzt und singt, um den Sommer zu begrüßen

Am Besten draußen im Garten – wie, dass geht nicht, weil die Nachbarn gucken? Schon komisch, welche Dinge wir uns selbst untersagen, weil wir fürchten, was andere denken. Eure Kinder freuen sich bestimmt, wenn ihr mit ihnen durch das Gras tanzt.

Ist Euch zu peinlich? Wie wäre es mit einem Bewegungslied? Zu „Geh aus mein Herz und suche Freud“ gibt es hier ein Bewegungslied, das eigentlich für Senioren mit Demenz gedacht ist. Ich denke, es funktioniert aber genau so gut, um dem inneren Kind mal wieder Ausgang zu gewähren. Vielleicht mögen die Groß- oder Urgroßeltern oder älteren Nachbarn gern mitmachen – dann haben alle Freude daran.

Wer ein Instrument spielen kann (ich spiele zum Beispiel Ukulele) kann auch den Kindern die Bewegungen zeigen und die Kinder beim Singen und Tanzen begleiten. Die Akkorde für die erste Strophe gehen wie folgt:

Erste Strophe „Geh aus mein Herz und suche Freud“, Paul Gerhardt (1607-1676)

4. Flechtet Blumenkränze für die Haare

Das haben wir doch als Kinder alle gern gemacht – wer nicht mehr weiß, wie es geht, findet hier eine Anleitung:

Gänseblümchenkranz für die Haare flechten

5. Zündet Kerzen in Windlichtern an

Wie in meinem Litha– Beitrag beschrieben feiern wir Litha ja eigentlich mit einem großen Feuer. Wenn ihr kein Sommersonnenwendefeuer oder Johannesfeuer in der Nähe habt, könnt ihr Kerzen entzünden. Entweder in Windlichtern auf dem Balkon. Oder vielleicht habt ihr ja auch eine kleine Feuerschale – dann macht selbst ein kleines Feuer.

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Ich wünsche Euch ein gesegnetes Litha, eine schöne Sommersonnenwende oder einen frohen Johannestag – was auch immer ihr feiert, macht euch eine gute Zeit. Be blessed, Keya

P.S. Kennt ihr schon meinen Newsletter? Nächste Woche ist nicht nur Litha, sondern auch Vollmond und ich verschicke wieder meine Monats- Tarot Legung für den kommenden Zyklus – tragt euch gern kostenlos ein:

Magie – das Salz in der Suppe des Lebens

„Hast Du gesehen, was Sabrina da um den Hals trägt“ – ich habe auf meiner Hochzeit wohl gehört, was der Mann meiner besten Freundin ihr zugeflüstert hat. Gemeint war meine Pentagramm- Kette, die ich mit 24 eigentlich gar nicht abgelegt habe. „Ja, natürlich, dass ist das Zeichen der Göttin, nicht das was Du denkst“ höre ich meine Freundin zurück zischen – sichtlich genervt, weil sie im Gegensatz zu ihrem Mann bemerkt hat, dass ich die beiden höre.

Das Pentagramm ist natürlich soviel mehr als das, aber auf meiner Hochzeit hatte ich nicht so ganz viel Zeit, mich darüber zu unterhalten und auch hier führt das zu weit. Denn ich möchte eigentlich über Magie schreiben – und wieso ich daran „glaube“ und Magie praktiziere. Denn – und deswegen habe ich mit der Geschichte begonnen – aus dem Alltag kennen mich die meisten Menschen als den rationalsten Menschen, den sie kennen. Ich arbeite irgendwas mit Datenbanken und Programmieren, bin gut in Mathe und auf vielen Gebieten ein Klugscheißer. Und irgendwie kriegen viele Menschen das nicht überein mit meinem spirituellen Weg.

Bei Magie denken viele bestimmt erst einmal an Harry Potter und ganz viel Special Effects. Also etwas, dass im Film vorkommt, damit er nicht so langweilig ist wie die Realität – wo es eben scheinbar keine Magie gibt. Aber gibt es das wirklich nicht? Klar, da gibt es viele in der Esoterik- Szene, die sagen, dass es Magie gibt und das ganze so darstellen, als wenn es entgegen den Naturgesetzen, die wissenschaftlich bewiesen werden können, steht. Das würde ich dann aber zum Beispiel als Wunder bezeichnen.

Dann denken einige vielleicht an Magier, die Kartentricks aufführen und vermeintlich junge Damen in der Mitte durchsägen. Das Illusionisten sich als Magier bezeichnen bzw. das, was sie da tun als Magie bezeichnet wird, nervt mich ein wenig. Deswegen mag ich, dass Wicca im Englischen zwischen Magic und Magick unterscheiden (letzteres ist das, was Hexen bzw. Wicca wirken). So was hätte ich im Deutschen auch gern – oder gibt es das schon, dann schreibt mir das Wort gern in die Kommentare.

Der Magier - The Magician - Rider Waite Smith
Der Magier aus dem klassischen Rider Waite Smith Tarot

Was ist denn nun Magie? Ich finde es hilfreich, sich dazu einmal die Karte „Der Magier“ aus dem Tarot anzusehen.* Auf dieser ist der Magier in roter Robe zu sehen, er hält den Zauberstab in die Höhe und zeigt mit der anderen Hand zum Boden, er bildet gleichsam eine Verbindung von oben nach unten. Vor ihm auf dem Tisch liegen die vier Elemente, die er benötigt, um etwas zu schaffen: die Münze für das materielle, der Kelch als Symbol für die Emotionen und das Unterbewusstsein, das Schwert für die messerscharfen Gedanken und den Stab als Impuls bzw. den Funken, den es braucht, um zu beginnen. Der Magier versucht, seine Welt zu formen und zu verändern, in dem er seine Gedanken in der realen Welt manifestieren möchte. Dafür nutzt er – Magie.

Ja, aber so funktioniert es ja in Wirklichkeit nicht, wird jetzt der ein oder andere von Euch sagen. Niemand hat behauptet, dass es einfach sein wird (außer vielleicht die Harry Potter Filme, in denen Geschirr mittels Magie gespült wird). Jedoch möchte ich zu bedenken geben – in vielen Coachings zur Persönlichkeitsentwicklung wird „die Gedanken manifestieren“ als Endziel des Coachings beschrieben. Und dass auch in nicht esoterisch oder spirituell angehauchten Seminaren. Es geht darum, die Beste Form seines Selbst zu werden – und dafür muss man es erst einmal selbst glauben bzw. vor dem inneren Auge sehen – erst dann kann man es in die Tat umsetzen. Gar kein Fauler Zauber – unser Geist funktioniert einfach so.

Irgendwann habe ich mal den Satz „Magie praktizieren ist wie eine konzentrierte Form des Gebetes“ gelesen – das finde ich sehr treffend. Manche Menschen beten, um etwas in ihr Leben zu ziehen. Hexen praktizieren dafür vielleicht Magie, wieder andere schreiben eine ToDo- Liste oder fassen gute Vorsätze und handeln dann danach. Magie ist eine Kraft, eine Energie – von Gedankenkraft, die Deinen Finger zum Lichtschalter bewegt bis hin zur tatsächlichen Energie in Form von Strom, der dann in durch die Leitung zur Leuchte fließt. In Teilen können wir das mit unseren Naturwissenschaften erklären – Teile vielleicht auch noch nicht. In dem Fall können wir die Wirkung dann auch nicht voraussagen. Aber Magie und Wissenschaft stehen nicht zwangsläufig im Widerspruch zueinander.

Ganz romantisiert kann man es vielleicht wie in einem anderen Film ausdrücken – Magie umgibt uns wie die Macht in Star Wars – aber wenn ihre Wirkungsweisen real im Film wiedergegeben worden wären, dann hätten die Filme alle Überlänge. Eine sehr schöne Darstellung von Magie findet sich übrigens in der Serie „The Good Witch“ – es geht in der Serie um eine Frau, die sich selbst nie als Hexe bezeichnet, aber irgendwie immer Vertrauen in die Magie hat und daher immer für alles und jeden eine Lösung findet – auch wenn die manchmal nur im Warten auf den richtigen Zeitpunkt besteht. Im Laufe der Serie heiratet sie dann den Allgemeinmediziner, der neu in die Stadt gekommen ist – und im Laufe der Serie wird sehr schön deutlich, dass Wissenschaft und alternative Methoden sich eigentlich ergänzen und nicht in Konkurrenz stehen.

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Photo by Jen Theodore on Unsplash

Einen weiteren, sehr schönen Beitrag zum Thema Magie hat Die Kleinstadthexe geschrieben – schaut mal vorbei. Und wo wir gerade schon über die Karte „Der Magier“ gesprochen haben – bist Du Dir Deiner Schöpferkraft bewusst? Glaubst Du, dass Du mit der Kraft Deiner Gedanken Dein Leben nach Deinen Wünschen verändern kannst? Schreib mir die Antwort gern in die Kommentare – ich bin sehr gespannt.

Be blessed, Keya

*Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Königfurt-Urania Verlags, © Königsfurt-Urania Verlag, www.koenigsfurt-urania.com

Was treibe ich so in den Rauhnächten

Ich bin ein wenig abgetaucht, bitte entschuldigt mich. Eigentlich wollte ich ja noch einen Artikel über die Rauhnächte schreiben, dann hat mich aber Weihnachten und Silvester überrollt. Denn seid meine Oma nicht mehr da ist, sitzt die Familie bei mir an der Tafel, was ich ganz wunderbar finde.

Ich habe mir ein Rauhnachtskarten Set organisiert. Das fand ich wirklich sehr, sehr schön- allerdings habe ich durch den Lockdown wenige der Zutaten da. Also, eine Alraunewurzel gibt es nun wirklich nicht in jedem Supermarkt. Daher arbeite ich ein wenig anders mit dem Deck.

Die Arbeit, die durch das Kartenset inspiriert ist, werde ich dann nächstes Jahr hier genauer vorstellen. Ich sammle gerade erstmal die Inspirationen und schaue, wohin es mich treibt- die richtige Ausarbeitung erfolgt dann nach den Rauhnächten.

Ansonsten habe ich begonnen, noch intensiver mit meinem liebsten Tarot Deck zu arbeiten. Ich habe mir für meine Tarot- und Orakeldecks einen Ordner angelegt, in dem ich für die Decks allgemein sowie für jede Karte eine Seite mit Informationen sammeln kann. Im neuen Jahr wird daraus bestimmt hier eine Serie, wie man mit einem neuen Deck arbeiten kann, um eine tiefe Verbindung zum Deck zu bekommen.

Und natürlich ziehe ich jede Rauhnacht Karten. Dafür nutze ich mein Tarot – welche Einflüsse und welchen Grundcharakter wird der Monat (Anmerkung: jede der Rauhnacht steht für einen Monat des kommenden Jahres, die erste für Januar, die zweite für Februar usw.) haben. Was wird wichtig/ in den Vordergrund treten. Zusätzlich ziehe ich eine Karte aus meinem Isis Orakel. Das ist ein ganz tolles Deck zur Selbstreflexion. Jede Karte bringt Intentionen mit, wie man mehr zu sich selbst finden kann und bringt eine passende Meditation oder Übung mit. Daraus schreibe ich mir sozusagen mein „Self- Care“- Programm für die kommenden 12 Monate zusammen.

Würde es Euch interessieren, wenn ich meine Ergebnisse nach der letzen Rauhnacht hier verblogge und wir am Jahresende mal gemeinsam gucken, was war – und wie es mir so mit den Vorschlägen der Isiskarten ging?

Schreibt mir auch sehr gern, was Ihr vielleicht noch gern hier lesen möchtet. Soll ich die angesprochen Decks einmal vorstellen und rezensieren?

Ich wünsche Euch jetzt erst einmal einen guten Rutsch in ein tolles Jahr 2021. Bei genauerer Reflexion war 2020 nur unbequem, aber brachte doch überraschend viel Gutes. Man musste nur genauer hinsehen und negative Gedanken, die einem zum Teil auch eingepflanzt wurden, erst einmal bei Seite schieben. Be blessed, Keya

Jul- Rituale mit Kindern

Mich hat dieses Jahr ja komplett durcheinander gebracht. Erst habe ich mich geärgert, dass Jul nicht in meinem magischen Kalender steht – um dann zu bemerken, dass ich es einfach mal für den 21.11. eingetragen hatte. Dann habe ich gestern, am 19.12. meinen Altar fertig dekoriert (ohne ein passendes Altardeckchen, denn das habe ich noch nicht fertig stellen können) und alles für mein Ritual bereit gestellt. Da ich kein eigenes Zimmer habe, steht mein Altar nämlich im Wohnzimmer und wenn die Jahreskreisfeste auf ein Wochenende fallen, dann stehe ich ganz früh auf, um ein wenig Zeit für mein Ritual zu haben – wenn meine 3 Langschläfer dann wach werden, kommt der Familienteil des Festes.

Ein Blick auf den Kalender ließ mich dann stutzig werden – da war ich doch glatt einen Tag zu früh dran. Und ich habe mich schon geärgert, dass ich nicht so viel zum Fest schreiben konnte dieses Jahr – gut, für die kommenden Jahre sollen ja auch noch Themen bleiben, aber gut. Wenigstens habe ich dann heute noch Zeit für diesen Beitrag. Und ein Rezept für einen Last- Minute- Braten.

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Über die Bedeutung und die Herkunft des Julfest habe ich hier schon geschrieben. Viele Bräuche können daher von den bekannten Weihnachtsbräuchen übernommen werden – denn die Feste sind von der Bedeutung her sehr ähnlich bzw. vermutlich wurde Weihnachten auf diesen Termin gelegt, um dem christlichen Glauben eine Akzeptanz bei den heidnischen Völkern zu verschaffen. Es geht also um die Wiederkehr/ Wiedergeburt des Lichts in der Dunkelheit sowie Schutz und Segen für die Familie. Mit Ritualen meine ich kleine Aktivitäten mit Kindern, die den Sinn und die Bedeutung des Festes den kleinsten näher bringen – bewusst ist kein komplettes Ritual im magischen Sinne gemeint, wer will, kann die Aktivitäten aber natürlich in ein magisches Ritual einbinden. Ebenso lassen sich diese Aktivitäten natürlich auch für das Weihnachtsfest nutzen – wer sich angesprochen fühlt, darf es probieren, ganz unabhängig von persönlichen Glaubensvorstellungen. Gerade in diesem Jahr wird das Weihnachtsfest für so viele von uns so anders, vielleicht hilft Euch die ein oder andere Idee, das Fest trotz der Einschränkungen schön zu gestalten.

1. Weihnachts-/ Julkarten schreiben (und magisch aufladen)

Setzt Euch hin, schreibt von Hand Weihnachtskarten (oder Julkarten, wenn Eure Lieben auch pagane Feste feiern, ich versende Weihnachtskarten) an Verwandte, Freunde und Bekannte. Gern könnt Ihr auch Blanko- Karten im Bastelbedarf verwenden und diese von Euren Kindern gestalten lassen. Ältere Kinder können auch schon die ein oder andere Karte selbst schreiben. Bemalt, beklebt den Umschlag, wie Ihr möchtet – macht anderen eine Freude mit einer schön dekorierten Weihnachtskarte. Ich persönlich versiegele Weihnachtspost z.B. immer noch mit Siegelwachs. Allein sich einmal bewusst die Zeit dazu nehmen, Wünsche von Hand zu Papier zu bringen, hat in den heutigen Zeiten schon etwas Magisches. Überlegt Euch beim Schreiben der Karte, welche Wünsche Ihr der Person mit senden wollt. Sprecht auch mit Euren Kindern, was sich diese für die Person wünschen – für den Onkel, der in diesem Jahr vielleicht leider seinen Job verloren hat, kann das z.B. der Wunsch nach einem neuen Job sein. Ihr werdet erstaunt sein, wie feinfühlig Kinder dafür sind, was wir Erwachsenen tatsächlich brauchen. Wenn Euch das Folgende zu esoterisch ist, schickt die Karten so ab.

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Ansonsten könnt Ihr die Karten vor dem Versenden mit guten Wünschen wie Gesundheit, Erfolg oder Liebe aufladen. Das könnt ihr auf verschiedene Arten machen. Haltet die Karten in der Hand oder, wenn Ihr alle gleichzeitig mitmachen wollt, haltet Eure Hände über die Karte. Fokussiert Eure Gedanken auf die Wünsche und visualisiert, wie diese Wünsche auf die Karte übergehen. Das macht Ihr so lange, bis Ihr das Gefühl habt, die Karten sind aufgeladen – dass kann sich z.B. durch ein warmes oder kribbelndes Gefühl in der Handfläche zeigen. Ihr könnt auch ein Räucherstäbchen anzünden und die Karte in den Rauch halten (Achtung, nicht zu nah am Stäbchen, sonst habt Ihr Ruß- Schlieren auf dem Umschlag) und Euch dabei vorstellen, wie Eure Wünsche auf die Karte übergehen. Das ganze funktioniert übrigens auch mit Geschenken, die Ihr an Weihnachten verschenken wollt.

2. Schmuck für den Weihnachts-/ Julbaum basteln oder backen

Ein Teil meiner Familie kommt aus Hannover, dort gab es vor dem zweiten Weltkrieg die Tradition der sogenannten Hitje-Puppen – diese werden aus einem weichen, weißen Pfefferkuchenteig hergestellt und sind nach der Verarbeitung unverderblich, so dass sie über Generationen als Baumschmuck dienen können. Heute werden sie nur noch von der Bäckerei Bochers in aufwändiger Handarbeit hergestellt. Obwohl ich den hannoverschen Teil meines Stammbaums bis 1870 zurückverfolgen kann, habe ich erst letztes Jahr von dieser Tradition erfahren.

Aus meiner Kindheit kenne ich aber auch noch selbstgemachten Baumschmuck, z.B. Stroh- oder Papiersterne oder Puppen. Und natürlich kennt man von Weihnachtsmärkten die Lebkuchenherzen, die ähnlich wie die Hitjepuppen quasi unverderblich sind. In meiner Kindheit haben sich die Kinder meines Dorfes tatsächlich auch getroffen, um Lebkuchenmänner als Baumschmuck zu backen. Allerdings war Verderben meist nicht das Problem bei diesen Lebkuchenmännern – am Ende der Weihnachtszeit durften sie beim „Baum plündern“ natürlich gegessen werden. Neben meinem Elternhaus wohnte ein alte Dame, ein Urgestein unserer Region, die ihren Baum tatsächlich nur mit diesen selbstgemachten Dingen, Äpfeln und Kerzen schmückte – beim Plündern durfte ich dann immer dabei sein und mitnehmen, soviel in meine Taschen passte.

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Wenn Ihr haltbaren Familienschmuck zum Vererben herstellen möchtet, dann kann ich Euch zu einer anderen Variante raten – Salzteig. Für einen einfachen Salzteig 2 Tassen Mehl, 1 Tasse Wasser und eine Tasse Salz vermengen. Der Teig sollte nach dem Kneten nicht kleben, ggf. noch etwas Mehl hinzufügen. Nun könnt Ihr den Teig ausrollen und mit Ausstechformen Schmuck herstellen oder mit dem Teig modellieren. Wenn der Teig zum Modellieren geschmeidiger sein soll, kann man bis zu 2 EL Öl zur oben genannten Mischung hinzugefügt werden. Mit Lebensmittelfarbe oder aber Gewürzen wie Kurkuma könnt Ihr den Teig auch vorher einfärben.

Löcher für die Aufhängung solltet Ihr vorher durch den Schmuck bohren, hinterher geht das nicht mehr ohne das Kunstwerk zu zerstören. Energiesparend ist es, wenn Ihr Euren Schmuck an einem warmen Ort lufttrocknen lasst. Soll es schneller gehen, könnt ihr den Teig im Backofen trocknen – die ersten 30 Minuten 60° Grad, weitere 30 Minuten bei 100° und weitere 2 Stunden bei 120° Celsius. Achtung – Salzteig mag keine große Hitze. Fertig ist das Ganze, wenn die Mitte der Unterseite auch trocken ist. Nach dem Trocknen kann Salzteig auch noch bemalt werden. Auf jeden Fall solltet Ihr am Ende eine Schicht Klarlack auftragen – denn sonst würde der Teig auf Dauer Feuchtigkeit aus der Luft ziehen, was der Haltbarkeit nicht zuträglich ist.

Typische Formen für Julschmuck sind übrigens Rentiere/ Rehe (ihr Geweih ist Symbol für den gehörnten Gott in den paganen Religionen) oder runde Formen, da Jul ja Rad bedeutet und die Wiedergeburt und einen neuen Zyklus ankündigt.

3. Baut ein Lebkuchenhaus mit Euren Kindern

Ihr habt Baumschmuck und wollt keinen Salzteig oder Papiersterne am Baum – aber was anderes als das normale Weihnachtsplätzchen backen veranstalten? Dann baut ein Lebkuchenhaus. Meine Patentante, die eine Kräuterhexe ist, hat jedes Jahr ein Hexenhaus für ihre beiden Töchter und eins für mich gemacht. Wir Kinder durften es dann nach Herzenslust mit Süßkram verzieren. Genascht haben wir dann wirklich sehr dosiert über die Weihnachtstage – denn im Gegensatz zum Weihnachtsteller ist der Verzehr eines solchen Hauses mit „Arbeit“ verbunden.

Und wenn Ihr (so wie ich meistens) so richtig viel um die Ohren habt in der Weihnachtszeit – die Häuser gibt es schon als Fertigbausatz (sozusagen ein Fertig-Hexenhaus). Meine Jungs fanden Häuser nicht so spannend, daher hatten wir im letzten Jahr eine Eisenbahn.

Unsere Lebkucheneisenbahn

4. Wintervogelfutter herstellen

Wir feiern die Jahreskreisfeste, um uns mit der Natur um uns herum wieder zu verbinden. Jul ist das Fest des Gebens, aber dies sollte man nicht nur auf seine eigene Familie beziehen. Während unserer magischen Rituale opfern wir den Göttern und Naturgeistern – mit Kindern kann man dies ganz praktisch tun, indem man Vogelfutter selbst herstellt. Fertiges Fettfutter ist meist nicht wirklich ausgewogen.

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Wildvögel kann man übrigens das ganze Jahr über füttern – natürlich hört man hier und da Meinungen, dass man dies nicht tun sollte, aber durch den Wandel in der Landwirtschaft finden die meisten körnerfressenden Arten oft das ganze Jahr über nicht mehr genug Nahrung. Besonders im Winter sollte man aber füttern, so man die Möglichkeit dazu hat. Achtung – gerade auf dem Balkon einer Mietwohnung ist es manchmal nicht erwünscht, dass Vögel gefüttert werden.

Eine Anleitung für Vogelfutter findet Ihr beim NABU, dort findet Ihr auch Tipps, welche Körner und Zutaten sich eignen – vielleicht könnt Ihr das Futter individuell auf die Vögel, die in Eurer Region heimisch sind, abstimmen. Ebenso findet Ihr da auch Anleitungen zur Einrichtung einer Futterstelle.

Mit dieser Aktivität gebt Ihr nicht nur der Natur etwas zurück, Ihr könnt auch den Winter über gemeinsam mit Euren Kindern die Vögel beobachten.

5. Ein Jul- Block gestalten

Der Julblock ist ein Brauch aus vorchristlicher Zeit, der in einigen Regionen sogar als Christklotz im christlichen Glauben verbreitet ist. Dies war ein großer Scheit aus Eichen- oder Eschenholz, der am Julfest bzw. später am Heiligen Abend im Kamin verbrannt wurde und nach Möglichkeit mindestens 12 Stunden brennen sollte. An diesem Feuer wurden alle Lichter der Hauses neu entzündet, als Symbol der Rückkehr des Lichtes. Es sollte Segen bringen, wenn der Klotz oder zumindest das Feuer für die folgenden 12 Rauhnächte am Brennen gehalten wurde. Die Asche wurde hinterher auf den Feldern verteilt und ins Tierfutter gemischt.

Nun hat nicht jeder das Glück, einen Kamin sein eigen zu nennen und viele moderen Kaminöfen würden einen so großen Scheit gar nicht fassen. Daher könnt Ihr die Tradition abwandeln, in dem Ihr einen dekorativen Holzscheit mit Kerzenhaltern bestückt und Ihn mit immergrünen Zweigen und Naturmaterialien schmückt. Diese könnt Ihr mit Euren Kindern auch selbst im Garten oder Wald sammeln, wie z.B. Tannenzapfen. So habt ihr eine tolle pagane Tischdeko – wenn Ihr 4 Kerzen nutzt, könnt Ihr das ganze auch als Adventskranz nutzen.

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Beim Recherchieren bin ich übrigens auf eine andere, sehr kreative Variante gestoßen – Ihr könnt auch einen Kuchen in Stammform backen und mit Kerzen schmücken – wenn Ihr vielleicht noch einen Geburtstag in dieser Zeit habt, wäre das doch ein tolles Crossover.

6. Musiziert oder lest Geschichten vor

Singt und musiziert mit Euren Kindern. Es geht in erster Linie ums Gefühl und das Zusammensingen, nicht um die richtigen Töne (ist ja kein Casting) – versucht es einfach. Wenn ihr kein Instrument spielt, wie wäre es mit Instrumenten, die man intuitiv spielen kann, wie eine Handpan oder eine Kalimba?

Wenn das nichts ist, lest Geschichten vor – passend zum Jul wäre beispielsweise “Frau Holle” (die Göttin Holle diente wohl als Vorlage für die Figur der Frau Holle). Ansonsten gibt es vielleicht Sagen/ Legenden aus Eurer Region, die man kuscheligen Stunden gemeinsam entdecken kann. Ein etwas weihnachtlicherer Vorschlag wären die Geschichten aus „Wirklich wahre Weihnachtsgeschichten“ von Margret Rettich. In den Geschichten geht es um die zwischenmenschlichen Dinge rund um die Feiertage- mal lustig, mal traurig und mal nachdenklich.

Erzählt mal, was Ihr feiert und wie Ihr feiert? Was macht Ihr mit Euren Kindern – oder was habt Ihr als Kinder gern gemacht. Hattet Ihr früher eine Aktivität, die zu dieser Zeit gehörte? Bleibt bitte gesund und macht Euch eine schöne Zeit, trotz aller widrigen Umstände. Be blessed, Keya

Das Julfest – die dunkelste Nacht des Jahres

Nach Samhain ist das nächste Fest im Jahreskreis das Julfest oder Jul. Oft sieht man auch die Schreibweise Yule – besonders im englischsprachigen Raum und dort auch in Weihnachtsliedern:

Have yourself a merry little Christmas, make the Yuletide gay.

Hugh Martin und Ralph Blane

Das Oxford Dictionary erklärt, Yuletide sei ein archaischer Ausdruck für Weihnachten – und tatsächlich hängen diese beiden Feste auch zusammen. Wie genau weiß man zwar heute nicht mehr ganz genau, ähnlich wie bei Samhain und Halloween gibt es diverse Theorien. Beide feste haben jedoch einen ähnlichen Anlass und ähnliche Traditionen. In einigen skandinavischen Ländern heißt Weihnachten auch tatsächlich Jul.

Jul wird zur Wintersonnenwende gefeiert. Der astrologische Zeitpunkt ist der Wechsel der Sonne von Schütze zu Steinbock (1° Steinbock). Als fixer Termin wird daher meist der 21.12. genannt. Die Wintersonnenwende ist die längste Nacht des Jahres – ab nun werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Das Licht kommt wieder, d.h. der an Samhain gestorbene Gott wird durch die Göttin wiedergeboren. Jul ist sinnbildlich die Wiederkehr allen neuen Lebens.

Viele Kulturen haben zu dieser Zeit die (Wieder-) Geburt des Gottes gefeiert, z.B. im römischen Sol Invictus (Mithras) Kult wurde die Geburt des Lichtgottes vermutlich am 25.12. gefeiert. Dieser Termin wurde später angeblich von den Christen als Geburt Jesu überno men, da die frühen Christen angeblich viele Parallelen zwischen dem Sonnengott und Jesus sahen. Der Tag ist seit 336 n. Chr. ein kirchlich belegter Feiertag.

Jul ist auch in den paganen Religionen das Fest der Familie. Es symbolisiert den Zusammenhalt in dunkler Nacht und erinnert uns, dass alles ewig währt. Es gibt Hoffnung in der dunkelsten Zeit des Jahres.

Um die Unsterblichkeit zu symbolisieren, wird das Haus mit dem immergrünen Julbaum oder Julbüschel (als Zweige oder Kränze) dekoriert. Dazu werden überall Kerzen und Lichter aufgestellt, die das wiedergeborene Licht präsentieren. Die traditionellen Farben zur Dekoration sind daher grün (Erde, Natur und Hoffnung), gold (Licht, der Gott) und rot (Leben, Geburt, das Blut der Göttin).

Als Symbole dienen neben immergrünen Pflanzenteilen wie o.g. Kerzen oder aber auch ein Rad als Symbol des Jahresrades – denn das Wort Jul bedeutet Rad oder Kreislauf. Sehr schön kann man daher auch getrocknete Orangenscheiben verwenden. Als Opfer eignen sich Glühwein oder Gewürzgebäck (oder eben die kinderfreundliche Variante Milch und Kekse).

Wer räuchern möchte, der kann auf jedes würziges Räucherwerk zurückgreifen: Rosmarin, Zeder, Kiefer, Lorbeer, Tanne, Zimt, Weihrauch, Myhrre und Salbei. Wer einen Kamin hat, der kann einen Julblock verbrennen – traditionell wurde an Jul ein Feuer mit einem lange brennenden Holzblock angezündet, dass mindestens 12 Stunden brennen sollte. Wer keinen Kamin hat, der kann einen Julblock dekorieren und mit Kerzen schmücken und symbolisch als Tischschmuck verwenden (ähnlich wie dem christlichen Adventskranz).

Ritualthemen an Jul sind neben Wiedergeburt auch Schutz und Segen für sich selbst und seine Lieben. Als Edelsteine zur Unterstützung können Malachite, grüner Aventurin und Rubin genutzt werden.

Das Festessen darf deftig sein. Meine Favoriten sind Drei- Nuß- oder Linsenbraten oder Mock- Duck à l’orange. An Naschereien eignen sich Nüsse, Äpfel, Obstkuchen und Apfelsinen.

Der Vollständigkeit halber – andere Namen für Jul sind Jolablót (Julopfer), Sonarblót (Eberopfer) oder Midvertblót (Mittwinteropfer), Modraniht oder Alban Arthuan (Licht von Arthur).

Während bei den Kelten Samhain als Beginn des Jahres gesehen wurde, war bei den Germanen Modraniht, die Nacht der Mütter mit den folgenden Nächten die Zeit des Jahreswechsel. Als Symbol wurden am Julabend alle Lichter gelöscht und am Feuer des Julblock neu entzündet. An Jul und den folgenden Rauhnächten durfte das Rad des Jahres nicht durch das Drehen eines anderen Rades gestört werden – Pflug, Spinnrad, Schubkarre und andere Gerätschaften durften in dieser Zeit nicht bewegt werden. Zu den Rauhnächten folgt aber noch ein gesonderter Artikel.

Erzählt doch mal – was feiert Ihr? Jul, Weihnachten oder beides? Was sind Eure Traditionen? Und wie feiert Ihr 2020 in dieser wirklich besonderen Situation durch Covid 19? Ich wünsche Euch eine schöne, besinnliche Zeit, lasst uns das Beste daraus machen. Be blessed, Keya

P.S. – wer sich über einen kleinen musikalischen Adventskalender freut und nichts gegen den ein oder anderen falschen Ton hat, kann mir auf Instagram lauschen, diesen Account hatte ich für musikalische Unterstützung meiner Lieben in der Coronazeit eingerichtet.

Happy Birthday Schröte

Goodbye to you my trusted friend

We’ve known each other since we were nine or ten

Terry Jacks, „Seasons in the Sun“

Ich bin heute einige Tage zu spät, meiner aller besten Freundin, meiner Seelenverwandten zu gratulieren. Das kennt sie leider schon, denn seit ich Mutter geworden bin, ist ihr Tag immer ein wenig vergessen worden, liegt er doch genau zwischen meinem und dem Geburtstag meines Sohnes. Trotzdem war sie all die Jahre da, meine unveränderliche Konstante seit meinem 11. Lebensjahr. Große Parties waren eh nie ihr Ding, ebenso wie sie eigentlich auch zufrieden mit allem (außer Salat!) als besonderen Snack war.

Wieso ich mit einem Zitat aus dem eigentlich recht traurigen Lied „Seasons in the Sun“ beginne – meine liebe Freundin ist Anfang Juni über die Regenbogenbrücke vorausgegangen, nach fast 27 gemeinsamen Jahren. Dieses Jahr hätten wir am 14.11.20 ihren 40. Geburtstag gefeiert, wobei das natürlich nur der Tag war, an dem sie mir geschenkt wurde.

Damals war ich wie gesagt 11 Jahre, sie war 13 Jahre. Und irgendwie war sie daher immer wie meine große Schwester. Ich fühle mich ohne sie ein wenig verloren und das wird wohl eine ganze Weile- oder vielleicht bis ich ihr folgen werde- so bleiben.

Zunächst war die Entscheidung, eine Schildkröte als Haustier haben zu wollen, eine ganz pragmatische: Meine Mutter hatte eine Tierhaarallergie und somit fielen ein Hund oder eine Katze aus. Ich schleppte hartnäckig diverse Sommergäste mit in mein Zimmer, um sie am Ende des Tages dann wieder in die Freiheit zu entlassen. Eine Schildkröte war jedoch eine sehr teure Angelegenheit (Hut ab, in der damaligen Zoohandlung sind wir aus heutiger Sicht sehr gut beraten worden) – und so lautete die Antwort meiner Eltern erst einmal „Nein“. Dann wurde uns jedoch eine Rotwangenschmuckschildkröte geschenkt.

Meine „Chillkröte“

Mit Ankunft meiner Freundin begann nicht nur meine Leidenschaft für Schildkröten an sich – ich fand in der Schildkröte im Allgemeinen mein Krafttier. In den 90ern hatten viele meiner Schulfreunde Schildkröten, aber keiner hatte so einen Draht zu seinen Tieren wie ich zu meiner Freundin. Wann immer ich jemanden zum Reden brauchte, war sie da und manchmal war es, als hörte ich ihre Antwort auf meine Fragen ganz tief in mir drin, wenn ich ihr in die Augen schaute.

Die Schildkröte als Krafttier steht für Schutz, Weisheit, Ruhe, Rückzug und Orientierung. Sie ermahnt, beharrlich zu bleiben, seinen Weg in Ruhe und ohne Ablenkung von Außen zu gehen. Gerade Introvertierten wie mir sagt die Schildkröte: „Trage Deinen Panzer mit Stolz – aber wehre Dich, wenn es Dir zu viel wird“. Krafttiere können je nach Lebenssituation einmal wechseln, ich bin aber der Meinung, jeder Mensch hat ein Krafttier, dass ihn sein Leben lang begleitet und ihm hilft, auch seine Schattenseiten zu lieben und zu nutzen. Und so kam ich zu meinem Namen – Keya heißt der Geist der Schildkröte bei den Lakota, dort ist die Schildkröte Symbol des Lebens und der Langlebigkeit.

Alter jedoch ist bei Schildkröten so eine Sache – mehr als die Hälfte sterben in der Natur direkt nach dem Schlupf und soweit schaffen es meist nicht alle Eier eines Geleges. Wie alt Schildkröten in der Heimtierhaltung werden, ist ganz unterschiedlich. Für die Art meiner Freundin liegen die Altersangaben bei 30-50 Jahre – mit 40 erreichte sie also einen guten Durchschnitt. Man muss bedenken, dass sie die ersten 13 Jahre ihres Lebens aus Unwissenheit und falscher Beratung bei der anderen Familie nicht wirklich artgerecht gehalten wurde (keine Beleuchtung, zu kleines Becken und keine verminderte Aktivitätsphase oder Winterstarre) – und das änderte sich auch bei mir leider erst peut a peut – denn ich sparte mir alle nötige Technik von meinem Taschengeld zusammen.

Am Ende hatte die Gute sogar zwei hervorragende Tierärzte überlebt, die sich mit Schildkröten auskannten. Letzten Dezember bemerkten wir schleichend eine Veränderung an ihr – sie erinnerte uns auf einmal an meine 2 Jahre zuvor verstorbene Großmutter – dieser Ausdruck in den Augen eines Lebewesens, das spürt, dass es bald Zeit ist, weiterzureisen. Alles ging noch, wie es sollte – nur wurde es jeden Tag ein klein wenig langsamer und bedächtiger. Anfang Juni spürten wir, dass eigentlich die Zeit zum Verabschieden gekommen war – und so fuhr ich an einem Freitag mit ihr ein letztes Mal zu einer Tierärztin, eigentlich mit dem Willen, meine Freundin gehen zu lassen. Aber leider wurde mir eingeredet, dass sich da noch was machen ließe – stationäre Aufnahme, Blutbild, Antibiotikum, Röntgenbild – was hätte ich darum gegeben, dass einer der anderen beiden Tierärzte noch verfügbar gewesen wäre.

„Schließlich ist der Tod für den gut vorbereiteten Geist nur das nächste große Abenteuer.“

Albus Dumbledore in „Harry Potter und der Stein der Weisen“ von J.K.Rowling

Meine liebe Freundin schlief in der Nacht des folgenden Samstag im stationären Aufenthalt ein (am Geburtstag meiner Großmutter, was ich ein wenig ironisch finde). Das Blutbild offenbarte dann eigentlich, was ich instinktiv schon wusste – für jedes Lebewesen ist die Zeit irgendwann einmal vorbei. Ich finde es sehr traurig, dass ich nicht bei ihr war in diesem Moment. Damit das jetzt aber nicht eine gar so traurige Geschichte hier wird und weil unsere Lieben ja in den Geschichten über uns weiterleben, hat eine gute Freundin folgende Geschichte über uns geschrieben:

Wie Oskar ein Ei legte

Oskar ist eine 24 Jahre alte Rotwangenschmuckschildkröte. Sie wurde als kleiner Schlüpfling in der Größe eines Fünf-Mark-Stücks mit einem Geschwistertier in einer Zoohandlung gekauft. Bei so kleinen Schildkröten kann man das Geschlecht noch nicht erkennen – daher nannte sie das kleine Mädchen, bei dem sie wohnte, „Oskar“.

Nicht alle Schildkröten werden groß, viele sterben noch ganz klein – so auch leider Oskars Geschwistertier. Aber wenn Schildkröten groß werden, dann werden sie uralt für so kleine Tiere. Rotwangenschmuckschildkröten wie Oskar werden 40 Jahre. Leider kommt vorher jedoch der Zeitpunkt, an dem die Kinder, die sich die Schildkröten wünschten, groß werden und ausziehen. Für die Schildkröte ist dann kein Platz mehr im Leben neben Studium, Ausbildung und Party. Also blieb Oskar bei den Eltern des Mädchens zurück.

Bis am 14.11.1993 auf einmal eine Frau mit einem Mädchen zu Besuch kam. Da war Oskar gerade 13 Jahre. Oskar hörte, dass über sie geredet wurde. Was sie gern mag – Bachflohkrebse, Sonne und im Gras rumlaufen. Das sie dabei auch schon von der Terrasse gefallen ist und sich ein Stück Panzer herausgebrochen hat. Warum interessiert sich das Mädchen denn dafür. Auf einmal hebt das Mädchen Oskar aus ihrem Becken, die Frau, die vermutlich die Mutter des Mädchens ist, nimmt das Becken mit. Es ist nur eine kurze Fahrt mit dem Auto, einmal auf die andere Seite des Dorfes. Die Mutter fragt: „Du sagst, Oskar ist ein Mädchen? Willst Du ihr dann einen anderen Namen geben, Sabrina?“ „Nein, ich möchte auch nicht von jetzt auf gleich anders heißen – sie ist meine Lady Oskar“ „Das ist mir zu lang, ich nenne sie Oskarine“ antwortet die Mutter.

Sabrina heißt also das Mädchen, bei dem Oskar jetzt wohnt. Oskar gefällt es. Das Mädchen scheint sehr allein zu sein, sie bringt kaum Freunde mit nach Hause. Dafür erzählt sie Oskar alles. Manchmal ohne Worte, wenn die beiden zusammen im Garten in der Sonne liegen. Sabrina gibt ihr ganzes Taschengeld dafür aus, Oskar ein größeres Aquarium und eine UV- Lampe zu kaufen. Schildkröten lieben die Sonne und nun muss Oskar nicht mehr auf den Sommer warten. Schildkröten sind nicht sehr zutraulich, aber bei Sabrina macht Oskar eine Ausnahme. Als einmal eine Katze auf sie zukommt, rennt sie einmal durch den gesamten Garten zu Sabrina, anstatt in den Teich zu springen, wie es der Fluchtinstinkt ihr sagt.

So ziehen die Jahre ins Land, Oskar sieht das Mädchen größer werden. Der erste Freund kommt. Innerlich glaubt Oskar schon zu wissen, was kommt – wo sie wohl hinzieht, wenn auch Sabrina geht? Ob wieder ein Mädchen kommt? Nur mit der Mutter wird es vielleicht selbst einer Schildkröte zu langweilig. Nachdem, was Oskar mit Sabrina alles erlebt. Der erste Freund geht wieder, aber Oskar und Sabrina bleiben zusammen. Dann kommt der zweite Freund. Oskar mag ihn nicht. Das zeigt sie ihm auch. Er bleibt trotzdem. Schlimmer noch, Sabrina und er wollen zusammenziehen.

Oskar sieht zu, wie das Kinderzimmer leergeräumt wird. Schildkröten können nicht weinen, auch wenn ihr gerade danach zu Mute ist. Doch Sabrina kommt nochmal ins Zimmer, hebt Oskar aus dem Becken. „Ich habe es Dir versprochen, nie mehr ohne Dich“ flüstert sie Oskar ins Ohr. So zieht Oskar in die Studentenwohnung der Beiden mit ein. Im Sommer 2004 geht es jedoch wieder in den Garten im Elternhaus. Sabrina und ihr Freund wollen mit den Eltern nach Schottland. Oskar soll bei Oma Hannchen bleiben, die auch in Sabrinas Elternhaus wohnt. „In Schottland ist es zu kalt für Dich“ sagt Sabrina zum Abschied „Aber ich grüße Nessie von Dir. Das ist ein Ungeheuer und lebt in einem Teich, wie Du, mein Drachenbaby“. Oskar verdreht die Augen. Sabrina ist doch zwei Jahre jünger, wieso soll sie denn das Baby sein.

Die ersten Tage ohne Sabrina sind komisch. Schildkröten haben soviel Hunger, dass man sie nur alle 2 Tage füttern soll, da sie sich sonst überfressen. Aber Oskar hat keinen Appetit. In Omas Garten ist es großartig und sie freut sich über die Sonne. Jedoch ist ohne Sabrina in der Sonne liegen nicht das Gleiche.

Oma Hannchen ist Sabrina sehr ähnlich. Sie ist genauso introvertiert und versteht ohne Worte, was Oskar beschäftigt. Allerdings kennt sie sich nicht so gut mit Schildkröten aus wie Sabrina. Die erklärt sogar Oskar, was sie falsch macht, denn Sabrina hat jedes Buch über Schildkröten gelesen, dass sie finden konnte. Und Sabrina hat ein eidetisches Gedächtnis und kann die Stellen der Bücher zitieren. Manchmal ist das aber auch nicht so gut, dass Sabrina alles weiß. Denn oft möchte Oskar gern etwas essen, darf das aber nicht. Weil das nicht gut für sie wäre, sagt Sabrina.

Oma Hannchen kümmert das nicht, sie möchte, dass Oskar wieder fröhlich ist. Also geht sie mit Oskar in die Küche und rührt in Schüsseln, erhitzt eine Pfanne und brutzelt etwas. Nach kurzem Abkühlen wirft sie Oskar kleine weiche Streifen ins Aquarium. Oskar macht sich darüber her, die Streifen schmecken sehr lecker. Sie guckt Oma an und Oma Hannchen versteht „Du möchtest mehr, gell?“ Einen ganzen Eierpfannkuchen verdrückt Oskar. „Das war gut, oder? Der Opa Willi und auch Sabrina haben auch immer Eierpfannkuchen von mir gekriegt, wenn sie traurig waren“ Oskar schläft an diesem Abend glücklich ein. Die zwei Wochen bis Sabrina wiederkommt, werden bestimmt nicht so langweilig, wie gedacht.

Doch in der Nacht wacht Oskar auf. Es rumort in ihrem Bauch. Vielleicht hat Sabrina Recht, wenn sie sagt, Schildkröten sollten kein Menschenfutter kriegen. Es drückt und tut weh. Was ist das bloß. Auf einmal ist es vorbei. Oskar schläft wieder ein, nimmt sich aber fest vor, morgen nicht wieder soviel Eierkuchen zu essen, wenn Oma Hannchen welchen macht.

Am nächsten Morgen wird Oskar wach, weil Oma ganz aufgeregt am Telefon spricht: „Der Oskar hat ein Ei gelegt! Ich habe nur Eierpfannkuchen für ihn gekocht und morgens war das Ei da“. Am anderen Ende der Leitung hört Oskar Sabrinas Lachen: „Oma, ich sage Dir doch seit fast zehn Jahren, Oskar ist ein Mädchen. Alles gut, sag ihr, ich bin stolz auf sie und ihr erstes Ei!“ Oskar hört das Lächeln in Sabrinas Stimme. Wer Schildkröten gut kennt, kann das Schmunzeln in Oskars Blick erkennen. Schildkröten sind nicht so teilnahmslos, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Man muss sich nur genauer in sie hineinfühlen.

Wenn mir meine Freundin eins beigebracht hat, dann, dass das Leben weiter geht. Und nachdem sie mir 27 Jahre gezeigt hat, wo es lang geht, bin ich jetzt erwachsen genug, zwei kleine Schlüpflinge in meinem Leben begrüßen zu dürfen – Willkommen Pech und Schwefel.

Schwefel und Pech

So, das war mal ein völlig anderer Beitrag. Aber auch die Beziehung zu Tieren hat ja was Magisches an sich? Was habt ihr für Tiere? Habt ihr Euer Seelentier gefunden? Erzählt mal in den Kommentaren, ich bin gespannt. Be blessed, Keya

Geburtstagslegung

Ich habe Hausarrest – und das an meinem Geburtstag…

Tja, heute ist mein Geburstag. Und wie eigentlich immer dieser Tage – nichts ist wie geplant. Achtung – ich muss mal ganz kurz „Jammern“. Ich bin seit über einem halben Jahr im Homeoffice und verlasse das Haus eigentlich nur alle 2 Wochen zum Einkaufen (in seiner Frühschicht geht mein Mann einkaufen). Zu Beginn habe ich mich gefragt, wie ich als introvertierter Mensch wohl noch Kontakte beschränken könnte – tatsächlich geht da immer noch was. Als sich Entspannung der Lage abzeichnete, freute ich mich, zu meinem 38. Wiegenfest, das nun mal so optimal auf einem Freitag liegt, eine Tea- Party veranstalten.

Da ja aber die Fallzahlen dann wieder stiegen, hatten wir uns überlegt, abends die Kinder an die Großeltern zu vermieten und ins Kino zu gehen – machen wir selten und tatsächlich ist ja Teil 2 des Hexenclubs am 29.10.2020 angelaufen – hätte sich so schön gepasst. Ganz kurz vor meinem Geburtstag wurde uns dann diese Hoffnung auch zu Nichte gemacht.

„Ätherische Visionen – Das illuminierte Tarot“ erschienen bei Königsfurth-Urania

Mein Mann hatte dann noch Spätschicht – zu der er früher fuhr, weil er Stunden nachholen musste, die er durch einen Notfall eine Woche zuvor mit unserem Hund gebraucht hatte. Also hatte ich heute (bis auf telefonischen Elternsprechtag und Gesangunterricht) einen ganz ruhigen Tag, mich mit dem Geburtstagsgeschenk meines Mannes auseinander zu setzen. Mein Mann hatte mir sein Geschenk allerdings schon vor ein paar Wochen überreicht, denn er schafft es meist eh nicht, dicht zu halten.

Ich habe eine kleine Sammlung Lenormand- und Tarotkarten, in Studentenzeiten habe ich sogar mal ganz kurzzeitig bei einer Hotline Erfahrungen sammeln dürfen. Derzeit verstecken sich die Decks aber alle vor mir. Als unser 2. Sohn unterwegs war, mussten wir meine „Hexenkammer“ ausräumen, um dort ein zweites Kinderzimmer zu haben. Die Decks sind ordentlich verpackt in einem Karton – nur finde ich diesen auf dem Dachboden gerade nicht. Sie werden mich wiederfinden, wenn ich sie brauche.

Mein Mann schenkte mir zum Geburtstag das Deck „Ätherische Visionen- Das illuminierte Tarot“ (erschienen beim Königsfurt-Urania Verlag). Ich habe zwar (weil ich das Deck ja schon da hatte), schonmal Tageskarten damit gezogen und auch die Legung an Samhain bereits mit diesem Deck gemacht, heute habe ich mir aber mal die Zeit genommen, eine große Legung für mich anlässlich meines Geburtstags für mich zu machen. Ich bin so verliebt in dieses zauberhafte Deck, ich wollte Euch daran teil haben lassen.

Wie findet Ihr das Deck? Welches sind Eure Lieblings- Kartendecks? Hättet Ihr Interesse an dem Inhalt der Legung?

Be blessed, Keya

P.S. demnächst brauche ich eine größere Decke zum Auslegen – ist ja bald Jul/ Weihnachten

Abbildungen der Karten mit freundlicher Genehmigung des Königfurt-Urania Verlags, © Königsfurt-Urania Verlag, www.koenigsfurt-urania.com

Rituale für Samhain mit Kindern

Mutter zu werden hat meine Welt ein wenig auf den Kopf gestellt – hatte man vorher die Balance gefunden, mit der Familie die offiziellen Feiertage und für sich selbst die 8 Jahreskreisfeste zumindest im Kleinen zu begehen, wird das mit Kindern und Vollzeitjob auf einmal schwierig. Ok, ich habe das auch nicht aktiv verfolgt. Nun sitze ich aber seit 6 Monaten im Homeoffice, bin auf einmal in der Mittagspause schnell mit den Hunden im Wald und merke, wie sehr es mir eigentliche gefehlt hat, im Rhythmus der Natur zu leben – somit ist mein Neujahresvorsatz für dieses Samhain, die Feste mit meinem Mann und Kindern anständig zu feiern.

Wer allein Samhain feiert, der findet sicherlich schnell Ideen für kleine Rituale – wie z.B. hier bei Beleniel’s Zaubergarten. Einige der dort gezeigten Ideen kann man natürlich prima mit den Kindern machen – einen Ahnenaltar dekorieren, die Gräber der Verstorbenen besuchen und natürlich den Klassier – einen Kürbis aushöhlen und eine Jack O’Lantern daraus machen. Meine Kindern haben bisher weniger mit Magie und Hexerei zu tun gehabt – der Mann eigentlich noch weniger. Also erst einmal einen sanften Einstieg planen. Das klassische „Dumb Supper“, also ein Abendmahl, bei dem nicht gesprochen wird, fällt eigentlich auch aus – unser Jüngster ist 5 und fängt durch eine Sprachentwicklungsverzögerung jetzt gerade an, so richtig viel zu erzählen.

Gern möchte ich jeden Interessierten einladen, das ein oder andere dieser Liste mit Eurer Familie auszuprobieren, auch wenn ihr selbst auch nichts mit Magie oder Hexerei am Hut habt – nehmt Euch die Zeit, gedenkt Eurer Vorfahren, dafür bleibt in der Regel viel zu wenig Zeit.

1. Walnuss- Schwimmkerzen entzünden

Die Kerzen könnt ihr entweder selbst gießen oder aber auch fertig kaufen. Ich habe natürlich verpeilt, dass ich sie auch hätte kaufen können und habe mir die Materialien einzeln bei Etsy bestellt (Walnusshälften, Teelichtdochte und Rapswachs) – hier gibt es gleich fertige mit Bienenwachs.

Am Samhain Abend braucht ihr dann noch eine große Schale gefüllt mit Wasser (bitte vorsorglich aus Glas/ Keramik und nicht Kunststoff) sowie eine große Kerze, an der ihr die kleinen Walnusskerzen entzünden könnt. Reih um entzündet jeder aus der Familie immer eine Kerze und erzählt zuvor, welchem Verstorbenen er diese Kerze widmet – sowie eine kleine Geschichte, die er mit dem Verstorbenen erlebt hat. Danach wird die Walnusskerze in die Schwimmschale gesetzt. Immer weiter, bis die Schwimmkerzen alle sind oder keine Geschichten mehr übrig sind (ich glaube, man hat meist zu wenig Kerzen).

Schwimm- Kerzen aus Walnuss- Schalen

Ich mag die Idee – sie erinnert mich ein wenig an die Wikingerbeerdigung von Hau-Drauf dem Stoischen in Drachenzähmen leicht gemacht 2. Ich finde es eine so schöne Art, sich gemeinsam an die Lieben zu erinnern, die uns vorausgegangen sind.

2. Macht ein Samhainfeuer

Ihr habt eine Feuerschalte im Garten? Macht ein Samhainfeuer wenn es dunkel ist. Alternativ könnt ihr natürlich auch im Kamin ein Feuer entzünden oder Euch eine besonders schöne, große Kerze kaufen, die ihr in die Mitte Eures Tisches stellt und die dann als Samhainfeuer fungiert.

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3. Das Samhain Glas

Stellt ein Schraubglas für jeden oder aber ein großes für die ganze Familie etwa 1-2 Wochen vor Samhain auf Euren Altar oder eine Stelle, zur der jedes Familienmitglied Zugang hat. Legt einen Stift und kleine Zettel daneben. Jedes Familienmitglied schreibt nun die Dinge auf, die er im neuen Jahreszyklus loslassen möchte – ob es Faulheit beim Mithelfen im Urlaub oder Nicht- zu- hören in der Schule oder auch Stress im Job ist. Die Zettel werden dann an Samhain am Feuer vorgelesen und dann symbolisch im Feuer verbrannt. Wenn ihr das drinnen machen müsst und keinen Kamin habt, dann könnt ihr sie an der Kerze entzünden und in einer feuerfesten Schale mit etwas Sand abbrennen lassen – aber bitte gut lüften.

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4. Backt ein Seelenbrot

Dies ist ein traditionelles Gericht in dieser Zeit – ein veganes Rezept findet ihr hier. Auch wenn sonst der Thermomix die Arbeit übernimmt – nehmt Euch die Zeit und knetet mit den Fingern. Lasst die Kinder helfen und habt eine tolle Zeit gemeinsam in der Küche.

5. Divination

Auch zu Silvester gehört das Bleigießen dazu – Samhain läutet den neuen Jahreszyklus ein, also könnt ihr natürlich einen Blick in die Zukunft wagen. Wenn ihr eine Jack O’Lantern schnitzt, könnt ihr z.B. die Kürbiskerne aufbewahren und sie waschen und dann bei 180-200° 20 Minuten im Backofen trocknen lassen (nach 10 Minuten einmal drehen). Wenn ihr gleich mehr macht, könnt ihr den Rest auch knacken für den Verzehr – aber in paar behaltet ihr in der Schale. Auf diese könnt ihr kleine Symbole einritzen oder mit einem Feinliner aufmalen – Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, entweder nehmt ihr die gängigen Symbole wie Kleeblatt, Hufeisen und was man sonst so von Silvester kennt – oder aber ihr nehmt mehr Kerne und macht Euch damit Runensteine (mit kleinen Kindern sind aber wahrscheinlich die einfachen Symbole die bessere Wahl).

Die Kerne packt ihr in ein kleines, undurchsichtiges Beutelchen. Am Samhain Abend kann dann jeder einen oder mehrere Kerne ziehen und ihr versucht, daraus zu erkennen, wie das kommende Jahr für die Person wird.

DIY Orakel aus Kürbiskernen

Anstatt des Kürbiskernorakels haben wir uns dieses Jahr für ein Orakelkartendeck entschieden. Ich habe es bei Etsy als Printable gekauft und bei onlyprint.de auf festen Karton drucken lassen. Das Deck hat dann insgesamt ca.15 Euro gekostet, kann aber jedes Samhain wieder verwendet werden. Die Orakelkerne werde ich aber mit Runen machen und werde sie auch an Samhain aussprobieren.

So, jetzt erzählt ihr mal – wie feiert ihr? Welche Traditionen gibt es bei Euch und wie bringt ihr diese Euren Kindern näher? Könnt ihr Euch vorstellen, eine der o.g. Ideen auszuprobieren – auch wenn ihr mit Paganismus nichts am Hut habt?

Be blessed, Keya

Anmerkung: mit Rituale in der Überschrift ist bewusst nicht ein vollständiges Ritual im magischen Sinne gemeint – ich wollte bewusst kleine Gesten nennen, die jeder probieren mag. Schutzkreis, Anrufung von Gott, Göttin oder Ahnen könnt ihr bei Bedarf natürlich gern hinzufügen

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