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Schlagwort: Kräuter

Litha – die Sommersonnenwende

Litha (gesprochen Litta), wie die Sommersonnenwende vor allem bei den Wicca auch genannt wird, ist auch unter den Namen Mittsommer, Alban Heruin (Licht der Küste) oder Meán Samhraidh (Mitte des Sommers) bekannt. Es markiert im Jahreskreis den Gegenpol zum Julfest, der Wintersonnenwende. Die meisten werden das Fest gleich mit Freudenfeuern, die entzündet werden, in Verbindung bringen – und so stehen wohl auch die Johannesfeuer zur Geburt Johannes des Täufers in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni mit dieser Tradition in Verbindung.

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Das Datum der Sonnenwende ist der 20. oder 21. Juni, kalendarisch markiert dieser Zeitpunkt den Beginn des Sommers. Die Sonne hat zu diesem Tag ihre volle Kraft erreicht, ab diesem Zeitpunkt werden die Tage dann wieder kürzer. Daher ist ein Thema für diesen Tag der Abstieg, der in der Mythologie in verschiedenen Geschichten thematisiert wird, z.B. Persephones jährliche Reise in die Unterwelt; Isis, die ihren Gemahl Osiris aus der Unterwelt rettet oder Baldurs Abstieg von Asgard zu den unteren Welten.

Den Abstieg kann man auch als Innenschau betrachten, bei der wir unser inneres Selbst klar erkennen und feststellen, was wir verändern müssen, um spirituell zu wachsen.

Litha ist als Sonnenfest natürlich das Hauptfest des Gottes in der Wicca Tradition. Wichtige Ritualthemen für diesen Tag sind Liebe, Ehe und Divination. Daher werden an diesem Tag Freudenfeuer zu Ehren der Sonne entzündet. Früher wurden Räder aus brennbaren Materialien entzündet. Darüber hinaus glaubte man, dass in der Nacht gesammelter Morgentau Gesundheit und beständiges Glück bringen sollte – wer also mag, kann traditionell den Morgentau an diesem Tag sammeln, weihen und als Wasser im Ritual verwenden. Ebenso sollen Birkenzweige über der Tür Haus und Hof schützen.

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Zur Divination könnt ihr Folgendes probieren – pulverisiert eine Mixtur aus Scharfgarbe, Eisenkraut, Farn und Johanneskraut und verbrennt diese im Feuer oder verräuchert sie. Aus Länge, Breite und Farbe der Flammen wurde angeblich in früheren Zeiten an diesem Tag die Zukunft vorausgesagt. Auch wenn ich nicht an eine festgeschriebene, vorhersagbare Zukunft glaube, finde ich es eine schöne Tradition, die man auch im Familienkreis spaßig versuchen kann – ähnlich wie Bleigießen an Silvester.

Zur Räucherung eignen sich aber an Litha auch besonders Zitrone, Myrrhe, Pinie, Rose und Blauregen. Wenn ihr Dekorationen auswählt gehen neben Sommerblumen Kerzen, Bänder und Servietten in grün und blau sehr gut. Als Edelsteine zur energetischen Unterstützung empfehlen sich Smaragd und Jade. Bei den Speisen könnt ihr frisches, saisonales und vor allem regionales Obst und Gemüse aber auch Pumpernickel auftischen.

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In Schweden heißt es übrigens, dass in der Mittsommernacht besonders viele Naturgeister wie Feen, Elfen und Trolle unterwegs sind und die Nacht dadurch besonders von Magie erfüllt ist. Wenn unverheiratete Mädchen am Vorabend zur Mittsommernacht Wildblumen pflücken und diese in der Nacht unter ihr Kopfkissen legen, so träumen sie von ihrem zukünftigen Ehemann, so heißt es – allerdings funktioniert dies nur, wenn sie über den Traum Stillschweigen bewahren, so heißt es.

Ich kann das leider nicht mehr für Euch testen, hätte aber einige Rezepte mit Gänseblümchen für Euch – Gänseblümchen sind tatsächlich essbar und meist auch auffindbar, wenn Ihr nicht in Nähe eines Waldes wohnt. Außerdem erkennen auch Laien Gänseblümchen meist sicher.

Gänseblümchensuppe

  • 2 Handvoll Gänseblümchen
  • 2 EL Rapsöl
  • 1l Gemüsebrühe
  • 1 Scheibe Roggenbrot
  • Gänseblümchen zum Garnieren

Die Gänseblümchen in einem EL Öl andünsten. Das Brot in einem EL Öl anrösten. Die Gemüsebrühe aufkochen, in Teller füllen und angedünstete Gänseblümchen und Brot hinzugeben. Mit Gänseblümchen garniert servieren. Für eine gehaltvollere Variante könnt ihr auch nach dem Aufkochen der Brühe 7-8 EL vegane Crème fraîche in die Gemüsebrühe hinzugeben – danach nur nicht mehr zum kochen bringen, sondern nur erwärmen, damit die Crème fraîche nicht ausflockt.

„Frischkäse/ Quark“ mit Gänseblümchen

  • 250g vegane Frischkäsealternative (was ihr mögt, entweder selbstgemacht aus Cashews, über Nacht abgetropften, ungesüßten Sojajoghurt oder einen fertigen veganen Frischkäse in Natur)
  • 1 kleine Schalotte
  • 1,5-2 TL Olivenöl
  • 10g Pastinaken- oder Brennnesselblätter
  • 15g Gänseblümchenblätter
  • 1 kleines Sauerampferblatt
  • 6 Gänseblümchenblüten
  • Salz/Pfeffer nach Geschmack

Die Schalotte fein hacken und mit Quark und Öl mischen und würzen. Die Blätter fein hacken und unter die Mischung geben, mit Gänseblümchen garnieren und servieren.

Zum Eingangs erwähnte Johannestag gibt es den Volksglauben, dass ein an diesem Tag um die Mittagszeit gepflücktes Gänseblümchen, welches man trocknet und im folgenden Jahr bei sich trägt, dafür sorgt, dass einem keine wichtige Arbeit schief ginge – daher finde ich Gänseblümchenrezepte eine sehr passende Korrespondenz zum Mittsommerfest.

Nun seid Ihr dran – welche Bräuche gibt es bei Euch in der Region zum Mittsommerfest? Werden bei Euch Johannesfeuer entzündet? Bei uns in der Gegend leider nicht, wobei es nur 100 km weiter im Harz solche Traditionen gibt. Kennt Ihr andere Traditionen aus anderen Ländern – gerade in den skandinavischen Ländern gibt es hier ja vielfältige Traditionen (und ich meine nicht Midsommar beim Möbelschweden ;)) – vielleicht hat von Euch ja schon jemand in Persona mitgefeiert und mag davon in den Kommentaren berichten. Ich freue mich darauf.

Be blessed, Keya

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Haare färben – so natürlich wie möglich

Meine Haare und ich pflegen seit Jahren eher eine Hassliebe. Als Kind hatte ich zur Einschulung einen „feschen“ Kurzhaarschnitt. Gut sah er genau an dem Tag aus, an dem ich den Friseursalon verließ – danach musste meine Mutter ihn dann stylen und gleich am ersten Tag hieß ich dann Mecki in der Schule. Also ging ich ab da nicht zum Friseur, bis zur 4. Klasse, da hatte ich dann hüftlanges Haar.

Im Teenageralter wurde das immer kürzer auf Anrraten der jeweiligen Friseurin, da das für mein sehr feines Haar besser ist. Ab einem gewissen Alter gab es mich dann meist mit Vernunfts- Kurzhaarschnitt. Ab und an wollte ich zwar mal wachsen lassen, kam aber nie weit. Die kurzen Haare hatte ich im Erwachsenenalter meist blond gesträhnt. Weil das das Haar schön kaputt äh griffiger macht.

Schon im Teenageralter habe ich mit Henna gefärbt – damals, weil rote Haare ja irgendwie zu einer Hexe gehören. Mein Vater hatte mir noch ein Shirt mit der Aufschrift Hexe dazu gekauft – es war seine Art zu sagen, dass er rote Haare nicht mochte, ich fand es cool.

Immer, wenn ich mal wieder wachsen lasse, komme ich auf Pflanzenfarbe zurück – sie macht das Haar nämlich auch griffiger, aber eben gesünder. Und ich mag rot – mein Mann nicht, da muss er durch. Ich war jetzt ja mal wieder eine Zeit lang blond. Das letzte Mal habe ich in der Elternzeit mit Radico Weinrot gefärbt – der Haarpracht aus der Zeit trauere ich nach, leider wurden die Haare mit Ende der Stillzeit so dünn, dass wieder vernunftskurz angesagt war.

Diesmal habe ich mich für Khadi Henna& Amla entschieden. Amla soll nochmal das rot intensivieren und die Haare zusätzlich pflegen. Kommt in einer schicken Metalldose und kostet derzeit noch 7,06 pro 100g. Khadi scheint aber gerade die Verpackungen von Metalldosen auf Pappschachteln zu 100g umzustellen (so etwas in der Art stand bei Khadi auf der Website) – wenn das der Fall sein sollte, wird die Farbe vermutlich zukünftig 9,69 pro 100g kosten. Damit aber immer noch 1 Euro weniger als das Radico Weinrot.

Radico war schon eine tolle Sache. Allerdings waren die Haare direkt nach dem Ausspülen der Farbe oft stumpf und trocken vom Gefühl her bis zu nächsten Waschen. Beim Färben mit Pflanzenhaarfarbe ist es wichtig, die Farbe nur mit klarem Wasser auszuspülen und frühestens nach 24h, besser erst nach 48 h mit Shampoo zu waschen. In der Zeit dunkelt die Farbe dann ggf. auch nach, daher sieht man das endgültige Ergebnis etwa 2 Tage nach dem Färben. Henna nach dem Einwirken über Stunden wie Zement am Kopf pappt und das Auswaschen mühsam ist, war ich aber schon von meinen Hennaversuchen in der Teenagerzeit gewohnt.

Umso überraschter bin ich jetzt nach dem Versuch mit Khadi – das war schnell abgespült und die Haare ware kämmbar und kein bisschen strohig. Direkt nach dem Föhnen glänzt das Haar wunderschön – selbst die Reste blonder Strähnchen. Das Farbergebnis gleicht bisher dem von Radico Weinrot, wobei es mir jetzt direkt nach dem Färben sogar etwas knalliger vor kommt.

Für mein noch kurzes Haar habe ich 50g angerührt. Ich wäre auch mit der Hälfte ausgekommen. Selbst für schulterlanges Haar habe ich bisher nie mehr als 50g gebraucht – mit der Metalldose kann ich noch 2 mal nachfärben.

Leider habe ich kein direktes Vorherbild gemacht – für das Neumondwochenende war nämlich Handy- Detox angesagt. als mir das einfiel, war die Farbe schon eine Stunde auf dem Kopf.

Das Ergebnis nach der ersten Wäsche ca. 36h nach dem Färben seht ihr im letzten Bild. Am Abend zuvor habe ich die Haare noch mit dem Vitality Grow Öl von Khadi gepflegt – dieses nutze ich gerade, um meine Haare gesund wachsen zu lassen. Khadi empfein Haaröl am Tag nach der Färbung, um die Farbe zu fixieren.

Wie sieht es bei Euch aus – Team chemische oder pflanzliche Haarfarbe? Oder habt ihr Euch an Pflanzenhaarfarbe noch nicht heran getraut? Und habt ihr Tipps für gesundes Haarwachstum?

Be Blessed, Keya

Ein magische Geschenkidee – eine selbstgegossene Kerze

Selbst in Seiten elektrischen Lichts und warmweißen LEDs – sogar in Kerzenform – haben echte Kerzen nichts von ihrer Magie verloren. Schließt die Augen und denkt kurz an das Gefühl, wenn ihr in der Weihnachtszeit die Kerzen auf dem Adventskranz entzündet- und ich glaube, ihr versteht, worauf ich hinaus will.

Gerade weil Kerzen nicht mehr zur alltäglichen Beleuchtung benötigt werden, ist das Anzünden einer Kerze an sich ein kleines Ritual – denn Es wird gemacht um Atmosphäre oder Ambiente zu schaffen oder um für Romantik zu sorgen.

Kerzen werden daher auch in vielen Religionen für Rituale eingesetzt- in den meisten Kirchen werden Kerzen im Gottesdienst eingesetzt und in vielen Kirchen kann man als Besucher eine kleine Gedenkkerze anzünden. Wicca und Hexen Salben oft Kerzen für einen bestimmten Zweck und nutzen sie dann in einem ihrer Rituale.

Diese Idee hier ist universal. Ihr könnt es unabhängig von eurer Religion oder spirituellen Ansichten einsetzen. Ihr könnt die Kerze am Ende verschenken- oder sie ist ein Geschenk für Euch selbst. Sie kann in einem vollständigen Ritual verwendet werden- ihr könnt sie aber auch in einem Moment ganz einfach anzünden, weil es sich für Euch richtig anfühlt. Oder ihr verschenkt sie- ich lade Euch einfach ein, es mal zu probieren. Die Kerze, die ich Euch vorstelle, habe ich für meinen Mann zum 11. Hochzeitstag gegossen.

Das Schöne am Kerzengießen – es dauert und entschleunigt ungemein. Stellt Euch während das Wachs schmilzt vor, was ihr Euch wünscht (für Euch oder für die Person, der ihr die Kerze schenken möchtet). Wenn ihr die Kerze gießt, dann stellt Euch vor, ihr gießt diese Wünsche in die Kerze ein. Dann dauert es nochmal, bis die Kerze fest wird – wieder Zeit, die ihr für Euch nutzen könnt. Nehmt ein Bad, macht einen Spaziergang im Wald- kurz, nutzt diese Zeit für Euch.

Zutaten:

  • Kerzengießform
  • Einen Topf und eine Gieß-/ Schmelzkelle
  • Ein Holzspatel/-Stöckchen zum umrühren
  • Wachs – entweder Pellets oder aber Kerzenreste – ich habe Stabkerzen genommen, die mein Mann für einen Kronleuchter ausgesucht hatte, den wir schon lange nicht mehr haben
  • Kräuter, die mit Eurem Wunsch korrespondieren, alternativ ein passendes Duftöl
  • Docht

Anleitung:

Den Topf mit Wasser füllen, auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Die Hitzezufuhr reduzieren. Den Wachs in die Gießkelle geben und diese in das Wasserbad hängen.

Nun rühren und warten, bis der Wachs geschmolzen ist. Wenn ihr Kerzenreste/ alte Kerzen verwendet, solltet ihr den alten Docht herausfischen. Währenddessen könnt ihr auch schonmal die Gießform präparieren. Den Doch durch den Boden der Form fädeln und mit einem Stück Knete oder mit Wachs abdichten. Damit der Docht schön mittig in der Kerze hängt, könnt ihr ein Holzstäbchen oder Bleistift oben auf die Form legen und den Docht dort fixieren.

Die Kräuter im Mörser fein zerstoßen und dabei auf die guten Wünsche, die ihr damit in die Kerze geben wollt, fokussieren. Wenn das Wachs vollständig geschmolzen ist, gebt ihr die Kräuter zum Wachs und rührt sorgfältig um. Dann die Wachsmischung in die Form gießen und dabei vorstellen, dass ihr die gut Wünsche mit in die Kerze gießt.

Die Kerze an der Luft 24h oder einige Stunden im Kühlschrank (nicht im Gefrierschrank!) aushärten lassen. Wenn ihr die Kerze aus der Form nehmt, diese noch einmal in beiden Händen halten und noch einmal an die Person, für die sie gedacht ist und Eure guten Wünsche für diese Person denken.

Ihr könnt die Kerze dann noch dekorieren oder verpacken, bevor ihr sie dann verschenkt.

Viel Spaß und magische Momente mit Eurer selbst gegossenen Kerze. Be blessed, Keya

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