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Keine Antwort – stellst Du die richtigen Fragen?

Tarot- und Orakelkartenlegungen leben von der richtigen Fragenstellung

Ich bin ja recht neu auf TikTok – und auch nicht ganz so aktiv, aber manchmal poste ich dort kleine Impulse aus meinen Neumond- und Vollmondlegungen. Neben der Reichweite, die dort echt immens ist, kamen jetzt aber auch ein paar Mal konkrete Fragen in den Kommentaren, die die Betreffenden gern von mir mittels Karten beantwortet haben wollten. Und ich versuche wirklich mein Bestes, aber einige Fragen zeigten wieder, wie tief die falschen Vorstellungen über das Kartenlegen verwurzelt sind.

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Nimmst Du Dein Leben in die Hand – oder verzettelst Du Dich in Fragen?

Ich möchte Euch eine Geschichte aus meinem Leben erzählen – ich habe meinen ersten Mann mit 14 Jahren kennen gelernt bzw. „wiedergefunden“. Wiedergefunden, weil wir uns sicher waren, uns aus einem früheren Leben zu kennen. Wir wurden ein Paar, als wir 16 waren und waren 9,5 Jahre zusammen, bis er endlich mal den Antrag machte- und so heiratete ich mit 23 zum ersten Mal. Leider hatte er ca. eine Woche vor der Hochzeit herausgefunden, dass er inzwischen unsere damals beste Freundin liebte – war aber zu feige, die Hochzeit abzusagen.

Kommt er wieder zurück zu mir?

Eine der häufigsten Fragen

Es kam, wie es kommen musste, mit 25 stand ich also vor einem Scherbenhaufen. Mein Ex hatte sich 1,5 Jahre auf den Knall vorbereitet und war sich sicher, dass er direkt bei seiner Neuen einziehen konnte – und ich stand auf der Straße, mitten im Studium, ohne Wohnung, Geld und Perspektive. Und auch ich stellte damals meinen Karten diese Frage – wie geht es mit uns weiter, kommt er wieder zurück? Ich hatte mit 21 Jahren das Kartenlegen begonnen und auch eine Zeit lang als Nebenjob Karten gelegt – aber nun saß ich vor diesem Kartenbild und fand keine Antwort, die mir geholfen hätte.

Was hätten die Tarotkarten auch sagen sollen?

Ihr müsst Euch die Karten vorstellen, wie Eure beste Freundin/ Euren besten Freund. Wenn Ihr verheult anruft und genau diese Frage stellt, dann tätschelt ein gute*r Freund*in Euch die Schulter, sagt tröstende Worte und versucht in Nebensätzen verpackt Optionen aufzuzeigen: Tue jetzt erst einmal etwas für Dich! Jetzt kannst Du endlich den Roadtrip machen, auf den der Partner/ die Partnerin keinen Bock hatte! Lass uns morgen zum Friseur und einen Beautytag machen/ Lass uns eine Kneipentour machen und das Nachtleben genießen!

Übrigens haben ich mein Tarot- Journal aus dieser Zeit noch – und was soll ich sagen, die Antworten, die ich gebraucht hätte, die lagen da! Ich konnte sie nur nicht sehen – weil mein Fokus seit Jahren auf einem „Wir“ lag, dass vielleicht schon lange vorher kein Wir mehr gewesen war. Weder er noch ich waren ehrlich zu uns selbst gewesen und hatten uns verrannt – während er schon immer dazu tendierte, sich aus solchen Situationen ohne offene Aussprache herauszuwinden, bin ich ein Mensch, der alles für eine Beziehung tut. Und somit war mein kompletter Lebensinhalt weggebrochen, von jetzt auf gleich.

Wie bereits in diesem Beitrag beschrieben, können Karten eben keine Zukunft voraus sagen – weil die Zukunft nicht in Stein gemeißelt ist. Wenn wir aber mal ehrlich sind – solange wir wie ein Häufchen Elend verrotzt und heulend hinter dem/der Ex laufen, wir die Motivation, zurückzukehren, nicht sehr groß sein. Denn der, der sich trennt, genießt meist erst einmal die neu gewonnene Freiheit. Meistens kommt die Einsicht, was man hatte, bei dieser Person erst ein halbes bis dreiviertel Jahr nach der Trennung (wenn sie denn kommt). Bewahrt Euch als Verlassener also bitte ein bisschen Restwürde.

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Die richtigen Fragen an die Karten

Stellt den Karten daher lieber nicht die Fragen, die Euer Gedankenkarussell bei Nacht antreiben und Euch um den Schlaf bringen. Diese Fragen bringen Euch meist nicht weiter, weil es tatsächlich keine Antworten gibt – Ihr bleibt gefangen in einem Hamsterrad. Eine Möglichkeit ist, nach dem Warum zu fragen – idealerweise auch nach dem eigenen Anteil an diesem Warum. Denn so könnt Ihr Euer eigenes Verhalten reflektieren und in Zukunft alte Muster durchbrechen oder vermeiden. Jedoch kann auch das direkt nach der Trennung noch unangebracht sein – denn meistens geht es da um sehr persönliche Dinge und die Verletzungen sind noch viel zu frisch.

Viel besser ist es, Fragen zu stellen, was man tun kann – dafür ist natürlich erst einmal eine Analyse sinnvoll. Was fehlt mir jetzt am meisten? Selbstvertrauen, Nähe oder will ich nur nicht allein sein? Habe ich Angst vor dem Allein sein? Will ich vielleicht nur nicht Allein sein? Geht es gar nicht darum, diesen einen Menschen wieder zu bekommen? Der nächste Punkt, den man mit den Karten dann analysieren kann ist: Was brauche ich jetzt? Was kann ich tun, um meine Situation zu verbessern? Wie kann ich meine Mitte wieder finden? Wie finde ich wieder zu mir selbst?

Auch mehrmaliges Befragen der Karten oder mehrerer Kartenleger wird das Ergebnis nicht verändern

Für Euch getestet – gern geschehen

Mein 25-jähriges Ich ließ übrigens nicht locker. Die Antwort gefällt nicht – ach, einfach nochmal mischen und legen. Irgendwann rief ich einen Kartenleger- Kollegen an. Auch dieser Kollege hatte eigentlich keine Antwort für mich, zu mindestens nicht die, die ich hören wollte. Das erlebe ich tatsächlich auch bei Anfragen auf TikTok- da wird man jeden Tag mit derselben Frage angeschrieben oder einfach derselbe Kommentar einmal bei mehreren Kanälen gepostet – irgendwer wird schon mit der Antwort kommen, die man hören will. So funktioniert das aber leider nicht. Die unbequemsten Antworten sind leider meistens die, die uns weiter bringen im Leben.

Ja, es tut weh. Das wird es auch noch eine Weile, jedoch könnt nur Ihr Euch selbst da rausholen. Und je eher Ihr das realisiert, desto eher könnt Ihr aktiv etwas zum Positiven verändern. Je länger Ihr an Fragen hängt, die Euch immer in der Trauer festhalten, desto weniger könnt Ihr in der Trauerverarbeitung voran schreiten.

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Ich weiß, wie einfach das geschrieben und gesagt ist. Es ist ja auch nichts Neues, wenn man aber in der Situation ist, dann will es einem nicht gelingen, loszulassen und nach vorne zu schauen. Genau da sollte eine gute Kartenlegung ansetzen – ein guter Kartenleger wird Euch nicht unbedingt die Frage beantworten, mit der Ihr zu ihm kommt, sondern Euch erst einmal beraten, was denn vielleicht eine geeignetere Formulierung wäre. Denn es geht nicht darum, Euch das zu sagen, was Ihr hören wollt – sondern Euch Handlungsoptionen aufzuzeigen. Ob Ihr diese umsetzen möchtet, ist Eure Entscheidung.

In diesem Sinne, be blessed, Keya


Zu jedem Vollmond und Neumond versende ich eine Tarotlegung oder Impulse für den kommenden Monat – trage Dich jetzt gern hier ein:

3 Kommentare

  1. Lene

    Schön geschrieben. 😊 Danke!

    • Keya

      Gerne, war mir eine Herzensangelegenheit 🙂
      Leider ist es so, dass vielen, den man helfen könnte, sich aus Missverständnissen die Karten nicht legen lassen wollen und viele, die Fragen stellen, mit falschen Erwartungen kommen – und dann enttäuscht sind, wenn man es richtig macht 🙈

  2. Lene

    Ja, genauso ist es. Es geht eher um das Sortieren und Strukturieren der eigenen Gefühle. Habe mich vor ein paar Wochen mal eingelesen. Finde es auch sehr wichtig, dass man nicht mit falschen Erwartungen daran geht. Liebe Grüße an dich. 🤗

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