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Schlagwort: Paganismus (Seite 1 von 2)

Lughnasadh Rituale für die gesamte Familie

Hier noch ganz schnell die Last- Minute Liste für Euer Lughnasadh- Fest gemeinsam mit Kindern, Familie und Freunden. Wenn Ihr noch nicht genau wisst, was wir an diesem Tag feiern, lest Euch meinen ersten Beitrag zu diesem Fest gern noch einmal durch.

Ein besonderer Vorschlag zu diesem Fest – was immer Ihr von den Vorschlägen machen möchtet – wenn Ihr kleine Kinder dabei habt, könnt Ihr die einzelnen Zutaten im Garten verstecken und die Kinder suchen lassen oder gemeinsam mit Ihnen suchen – bei jedem gefundenen Gegenstand erklärt, wofür er im Zusammenhang mit Lughnasadh steht und was damit gemacht wird. Sind alle gefunden könnt Ihr gemeinsam die gewählte Aktion zur Feier des Tages durchführen.

1. Backt Brot

Da Lughnasadh den Beginn der Kornernte markiert, ist natürlich selbstgebackenes Brot das Festessen zu diesem Tag. Für alle Eiligen habe ich hier ein Blitzbrotrezept:

Zutaten:

  • 1 Würfel Hefe
  • 450ml Wasser
  • 250g Dinkelvollkornmehl
  • 250g Weizenvollkornmehl
  • 80g Sonnenblumenkerne
  • 80g Leinsamen geschrotet
  • 2TL Salz
  • 2EL Essig (alternativ Zitronensaft)
  • Fett für die Form

Hefe und Wasser verrühren, dann die restlichen Zutaten zugeben und alles verkneten. In eine gefettete Form füllen und im nicht vorgeheizten Backofen bei 200°C 60 Minuten backen.

Als Belag macht sich eine Mischung aus einem Teil veganem Butterseratz und einem Teil veganem Frischkäse gut – teilt diese Grundmischung zu gleichen Teilen auf und würzt sie verschieden – fertig ist ein tolles Lammas Festmahl. Probiert einmal folgende Würzungen aus:

  • Tomatenmark & Basilikum
  • Kräuter & Knoblauch
  • Curry oder Kurkuma
  • kleingeschnittene Blüten und Kapuzinerkresse
Photo by Mariana Kurnyk on Pexels.com

Soll es etwa warmes dazugeben, eignet sich Schmorkohl. Dafür einen Spitzkohl putzen, den Strunk entfernen und vierteln. In dünne Streifen schneiden. Eine Zwiebel würfeln, diese in einer Pfanne mit Öl dünsten und den Kohl dazugeben und scharf anbraten, dabei öfter wenden – wenn der Kohl Farbe angenommen hat, etwa 250- 350ml Gemüsebrühe angießen, mit Paprikapulver, Kümmel und Salz, Pfeffer würzen und mit geschlossenem Pfannendeckel 5 Minuten schmoren lassen. Danach den Deckel öffnen und solange weiterschmoren, bis die Flüssigkeit verdampft ist.

2. Eine Kornpuppe basteln

Früher hat sich unser Dorf getroffen, um die Erntekrone für das Erntedankfest zu binden – manchmal hat dies mehrere gesellige Abende/ Nachmittage gedauert (je nachdem, ob es viel zu klönen gab oder konzentriert gearbeitet wurde). Zu Lammas bauen wir entweder Strohpuppen aus Getreidehalmen oder eine „Corn Husk“ Puppe aus Mais. Anregungen habe ich Euch hier auf einer Pinterest Pinnwand zusammengestellt:

https://www.pinterest.de/freifliegend_keya/kornpuppe/

3. Ein Sonnenrad aus Maiskolben bauen

Alternativ könnt Ihr ein Sonnenrad aus Maiskolben binden – wenn Ihr das dann trocknen lasst, habt Ihr bis in den Herbst hinein für alle 3 Erntefeste eine tolle Dekoration:

https://www.pinterest.de/freifliegend_keya/sonnenrad/

4. Zelten im Freien oder ein Picknick in der Natur

Wenn möglich, verbringt diese Nacht im Zelt draußen in der Natur, um die Magie der Nacht zu spüren. Gern einfach im Garten oder aber, wenn das Fest günstig liegt, fahrt auf einen Campingplatz und lasst die Seele baumeln. Alternativ geht auch ein Picknick im Freien – mit den Rezepten von Oben könnt Ihr so eine richtig tolle Brotzeit in der Natur machen.

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5. Trinkt Bier – für die jüngsten gern ein Malzbier

Bier war früher nicht nur in Deutschland ein Grundnahrungsmittel. Im Mittelalter wurde es mit altbackenem Brot als Biersuppe gereicht – natürlich war das zu Hause gebraute Bier vom Alkoholgehalt nicht mit unserem heutigen Bier vergleichbar.

Bierbrauen hat in Deutschland eine lange Tradition und nicht um sonst haben wir ein Reinheitsgebot, das besagt, dass ein Bier nur aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser bestehen darf – damit ist es natürlich das Getränk der Wahl zum Schnitterfest. Für die Kinder und für alle, die auf Alkohol verzichten möchten, gibt es mit Malzbier eine tolle, alkoholfreie Variante. Aber auch einige andere alkoholfreie Biere schmecken inzwischen echt gut. Feiert Abends an der Feuerschale die Nacht vom 31.7. auf den 1.8. mit Freunden bei Bier und guten Gesprächen oder lasst das Fest am 01.08. abends mit einem Bierchen ausklingen.

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Ich wünsche Euch ein tolles Schnitterfest – be blessed, Keya

Das erste Erntefest – Lughnasadh

Der Name dieses Fests (gesprochen Luu-a-sah oder auch Luu- na- sah) ist ähnlich wie Samhain keltischen Ursprungs, jedoch fanden auch bei den Germanen Feierlichkeiten um diese Zeit statt. Lughnasadh ist das erste der 3 Erntefesten im Jahreskreis (gefolgt von Mabon und Samhain) und markiert sozusagen den Beginn der Erntezeit.

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Andere Namen für dieses Fest sind Lammas (ein alt-christlicher Name, der vom alt-englischen „loaf-mass“, also Laibfest abstammt) oder aber auch Schnitterfest und Kräuterweihe – der letzte Begriff zeigt, dass auch die Kräuterernte und Verarbeitung jetzt beginnt, bevor der Winter kommt.


Astrologischer Zeitpunkt für dieses Fest war ursprünglich entweder der 8. Vollmond des Jahres oder der Zeitpunkt, an dem die Sonne 15° Löwe erreicht. Eingebürgert hat sich aber die Nacht zum 01. August.
Wichtige Ritualthemen sind der Beginn der Erntezeit – vor allem die Getreide- und Kräuterernte, sportliche Wettkämpfe, Segnungen, Begleichen von Schulden sowie Wetterzauber. Ebenso fanden oft Handfastings, d.h. keltische Hochzeitsrituale zu dieser Zeit statt.

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Edelsteine, die in Korrespondenz zu den Energien des Lammas- Festes stehen sind Peridot, Sardonyx, Citrin und Aventurin. Geräuchert wird bevorzugt mit frischen und fruchtigen Düften – also Sandelholz, Aloe, Rose, Yasmin, Galgant und Brombeerblätter.


Die Kerzen wählt man in den warmen Farben des Sommers – gelb, orange, rot und gold. Den Altar dekoriert man am Besten mit Kornpuppen aus Getreidehalmen, einem Sonnenrad aus Maiskolben, Blumen, Kräuter, Ähren und Früchten – wer hat, kann eine Sichel für das Erntethema als Deko nutzen.


Zum Lughnasadh- Festessen gehört natürlich frisch und am Besten selbst gebackenes Brot. Ein Brauch ist, das Brot zu brechen und unter Verwandten und Freunden mit guten Segenswünschen zu verteilen. Frisches Brot und verschiedene Dipsorten reichen fast. Ein weiterer Brauch ist, dass zum Fest jeder geladene Gast die schönste Frucht mitbringt – aus allen Früchten wird dann gemeinsam ein Obstsalat gemacht und mit Honig gewürzt und zusammen verspeist. Ansonsten kann man Spitz- oder Weißkohl in Wasser und ggf. etwas Wein dünsten.

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Weitere Anregungen rund um das Lughnasad findet Ihr hier. Im nächsten Blogpost verrate ich Euch noch, wie Ihr das Fest mit Euren Kindern gestalten könnt. Bis dahin, be blessed, Keya.

Last- Minute Litha- Rituale mit Kindern

Oh, verdammt – ich bin schon wieder mächtig spät dran. Das liegt aber auch daran, dass ich gerade im Hintergrund daran arbeite, hier alle meine Interessen zusammenzuführen und unter einen Hut zu bekommen – ihr dürft gespannt sein, was ich demnächst hier präsentiere – eine Seite ist schon hinzugekommen, unter Galerie findet ihr ab jetzt Arbeiten von mir.

Trotzdem will ich es mir nicht nehmen lassen, eine Liste mit Ideen für das Litha- Fest mit Kindern zu teilen – auf Grund der Kürze der Zeit in der Last- Minute Version. Auf geht’s:

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1. Betrachtet gemeinsam den Sonnenauf-/ untergang

Klingt einfach – aber mal Hand aufs Herz, wann habt ihr zum letzten Mal mit euren Kindern bewusst den Sonnenauf- oder Untergang beobachtet und in dabei wirklich genossen? Meist sitzen wir abends im Garten, auch während des Sonnenuntergangs, aber sind dabei in Gespräche vertieft und bekommen den wunderschönen Anblick nur am Rande mit. Den Sonnenuntergang mal ganz bewusst zu erleben und sich auf ihn zu fokussieren, ist eine tolle Achtsamkeitsübung für uns alle – auch die Jüngsten sind heute ja schon ständig abgelenkt. Versucht es mal.

2. Kocht zusammen

Klingt auch banal – aber in meinem Litha– Beitrag hatte ich ja über Rezepte mit Gänseblümchen geschrieben. Kocht mal mit den Kindern zusammen – und das mit saisonalen und regionalen Zutaten. Ihr könnt das auch mit einem Einkauf auf dem Markt oder im regionalen Hofladen verbinden. Meine Kids wünschen sich zu jeder Jahreszeit Pizza – und oft machen wir die dann natürlich auch zu Familien-Filmabenden auf der Couch. Aber mal etwas kochen, was kein typisches Kindergericht ist, hilft unheimlich dabei, die Gaben der Natur wertschätzen zu lernen – und auf einmal mögen die Kinder auch Dinge, die vorher „Bäh“ waren. Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht.

3. Tanzt und singt, um den Sommer zu begrüßen

Am Besten draußen im Garten – wie, dass geht nicht, weil die Nachbarn gucken? Schon komisch, welche Dinge wir uns selbst untersagen, weil wir fürchten, was andere denken. Eure Kinder freuen sich bestimmt, wenn ihr mit ihnen durch das Gras tanzt.

Ist Euch zu peinlich? Wie wäre es mit einem Bewegungslied? Zu „Geh aus mein Herz und suche Freud“ gibt es hier ein Bewegungslied, das eigentlich für Senioren mit Demenz gedacht ist. Ich denke, es funktioniert aber genau so gut, um dem inneren Kind mal wieder Ausgang zu gewähren. Vielleicht mögen die Groß- oder Urgroßeltern oder älteren Nachbarn gern mitmachen – dann haben alle Freude daran.

Wer ein Instrument spielen kann (ich spiele zum Beispiel Ukulele) kann auch den Kindern die Bewegungen zeigen und die Kinder beim Singen und Tanzen begleiten. Die Akkorde für die erste Strophe gehen wie folgt:

Erste Strophe „Geh aus mein Herz und suche Freud“, Paul Gerhardt (1607-1676)

4. Flechtet Blumenkränze für die Haare

Das haben wir doch als Kinder alle gern gemacht – wer nicht mehr weiß, wie es geht, findet hier eine Anleitung:

Gänseblümchenkranz für die Haare flechten

5. Zündet Kerzen in Windlichtern an

Wie in meinem Litha– Beitrag beschrieben feiern wir Litha ja eigentlich mit einem großen Feuer. Wenn ihr kein Sommersonnenwendefeuer oder Johannesfeuer in der Nähe habt, könnt ihr Kerzen entzünden. Entweder in Windlichtern auf dem Balkon. Oder vielleicht habt ihr ja auch eine kleine Feuerschale – dann macht selbst ein kleines Feuer.

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Ich wünsche Euch ein gesegnetes Litha, eine schöne Sommersonnenwende oder einen frohen Johannestag – was auch immer ihr feiert, macht euch eine gute Zeit. Be blessed, Keya

P.S. Kennt ihr schon meinen Newsletter? Nächste Woche ist nicht nur Litha, sondern auch Vollmond und ich verschicke wieder meine Monats- Tarot Legung für den kommenden Zyklus – tragt euch gern kostenlos ein:

Litha – die Sommersonnenwende

Litha (gesprochen Litta), wie die Sommersonnenwende vor allem bei den Wicca auch genannt wird, ist auch unter den Namen Mittsommer, Alban Heruin (Licht der Küste) oder Meán Samhraidh (Mitte des Sommers) bekannt. Es markiert im Jahreskreis den Gegenpol zum Julfest, der Wintersonnenwende. Die meisten werden das Fest gleich mit Freudenfeuern, die entzündet werden, in Verbindung bringen – und so stehen wohl auch die Johannesfeuer zur Geburt Johannes des Täufers in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni mit dieser Tradition in Verbindung.

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Das Datum der Sonnenwende ist der 20. oder 21. Juni, kalendarisch markiert dieser Zeitpunkt den Beginn des Sommers. Die Sonne hat zu diesem Tag ihre volle Kraft erreicht, ab diesem Zeitpunkt werden die Tage dann wieder kürzer. Daher ist ein Thema für diesen Tag der Abstieg, der in der Mythologie in verschiedenen Geschichten thematisiert wird, z.B. Persephones jährliche Reise in die Unterwelt; Isis, die ihren Gemahl Osiris aus der Unterwelt rettet oder Baldurs Abstieg von Asgard zu den unteren Welten.

Den Abstieg kann man auch als Innenschau betrachten, bei der wir unser inneres Selbst klar erkennen und feststellen, was wir verändern müssen, um spirituell zu wachsen.

Litha ist als Sonnenfest natürlich das Hauptfest des Gottes in der Wicca Tradition. Wichtige Ritualthemen für diesen Tag sind Liebe, Ehe und Divination. Daher werden an diesem Tag Freudenfeuer zu Ehren der Sonne entzündet. Früher wurden Räder aus brennbaren Materialien entzündet. Darüber hinaus glaubte man, dass in der Nacht gesammelter Morgentau Gesundheit und beständiges Glück bringen sollte – wer also mag, kann traditionell den Morgentau an diesem Tag sammeln, weihen und als Wasser im Ritual verwenden. Ebenso sollen Birkenzweige über der Tür Haus und Hof schützen.

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Zur Divination könnt ihr Folgendes probieren – pulverisiert eine Mixtur aus Scharfgarbe, Eisenkraut, Farn und Johanneskraut und verbrennt diese im Feuer oder verräuchert sie. Aus Länge, Breite und Farbe der Flammen wurde angeblich in früheren Zeiten an diesem Tag die Zukunft vorausgesagt. Auch wenn ich nicht an eine festgeschriebene, vorhersagbare Zukunft glaube, finde ich es eine schöne Tradition, die man auch im Familienkreis spaßig versuchen kann – ähnlich wie Bleigießen an Silvester.

Zur Räucherung eignen sich aber an Litha auch besonders Zitrone, Myrrhe, Pinie, Rose und Blauregen. Wenn ihr Dekorationen auswählt gehen neben Sommerblumen Kerzen, Bänder und Servietten in grün und blau sehr gut. Als Edelsteine zur energetischen Unterstützung empfehlen sich Smaragd und Jade. Bei den Speisen könnt ihr frisches, saisonales und vor allem regionales Obst und Gemüse aber auch Pumpernickel auftischen.

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In Schweden heißt es übrigens, dass in der Mittsommernacht besonders viele Naturgeister wie Feen, Elfen und Trolle unterwegs sind und die Nacht dadurch besonders von Magie erfüllt ist. Wenn unverheiratete Mädchen am Vorabend zur Mittsommernacht Wildblumen pflücken und diese in der Nacht unter ihr Kopfkissen legen, so träumen sie von ihrem zukünftigen Ehemann, so heißt es – allerdings funktioniert dies nur, wenn sie über den Traum Stillschweigen bewahren, so heißt es.

Ich kann das leider nicht mehr für Euch testen, hätte aber einige Rezepte mit Gänseblümchen für Euch – Gänseblümchen sind tatsächlich essbar und meist auch auffindbar, wenn Ihr nicht in Nähe eines Waldes wohnt. Außerdem erkennen auch Laien Gänseblümchen meist sicher.

Gänseblümchensuppe

  • 2 Handvoll Gänseblümchen
  • 2 EL Rapsöl
  • 1l Gemüsebrühe
  • 1 Scheibe Roggenbrot
  • Gänseblümchen zum Garnieren

Die Gänseblümchen in einem EL Öl andünsten. Das Brot in einem EL Öl anrösten. Die Gemüsebrühe aufkochen, in Teller füllen und angedünstete Gänseblümchen und Brot hinzugeben. Mit Gänseblümchen garniert servieren. Für eine gehaltvollere Variante könnt ihr auch nach dem Aufkochen der Brühe 7-8 EL vegane Crème fraîche in die Gemüsebrühe hinzugeben – danach nur nicht mehr zum kochen bringen, sondern nur erwärmen, damit die Crème fraîche nicht ausflockt.

„Frischkäse/ Quark“ mit Gänseblümchen

  • 250g vegane Frischkäsealternative (was ihr mögt, entweder selbstgemacht aus Cashews, über Nacht abgetropften, ungesüßten Sojajoghurt oder einen fertigen veganen Frischkäse in Natur)
  • 1 kleine Schalotte
  • 1,5-2 TL Olivenöl
  • 10g Pastinaken- oder Brennnesselblätter
  • 15g Gänseblümchenblätter
  • 1 kleines Sauerampferblatt
  • 6 Gänseblümchenblüten
  • Salz/Pfeffer nach Geschmack

Die Schalotte fein hacken und mit Quark und Öl mischen und würzen. Die Blätter fein hacken und unter die Mischung geben, mit Gänseblümchen garnieren und servieren.

Zum Eingangs erwähnte Johannestag gibt es den Volksglauben, dass ein an diesem Tag um die Mittagszeit gepflücktes Gänseblümchen, welches man trocknet und im folgenden Jahr bei sich trägt, dafür sorgt, dass einem keine wichtige Arbeit schief ginge – daher finde ich Gänseblümchenrezepte eine sehr passende Korrespondenz zum Mittsommerfest.

Nun seid Ihr dran – welche Bräuche gibt es bei Euch in der Region zum Mittsommerfest? Werden bei Euch Johannesfeuer entzündet? Bei uns in der Gegend leider nicht, wobei es nur 100 km weiter im Harz solche Traditionen gibt. Kennt Ihr andere Traditionen aus anderen Ländern – gerade in den skandinavischen Ländern gibt es hier ja vielfältige Traditionen (und ich meine nicht Midsommar beim Möbelschweden ;)) – vielleicht hat von Euch ja schon jemand in Persona mitgefeiert und mag davon in den Kommentaren berichten. Ich freue mich darauf.

Be blessed, Keya

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Was treibe ich so in den Rauhnächten

Ich bin ein wenig abgetaucht, bitte entschuldigt mich. Eigentlich wollte ich ja noch einen Artikel über die Rauhnächte schreiben, dann hat mich aber Weihnachten und Silvester überrollt. Denn seid meine Oma nicht mehr da ist, sitzt die Familie bei mir an der Tafel, was ich ganz wunderbar finde.

Ich habe mir ein Rauhnachtskarten Set organisiert. Das fand ich wirklich sehr, sehr schön- allerdings habe ich durch den Lockdown wenige der Zutaten da. Also, eine Alraunewurzel gibt es nun wirklich nicht in jedem Supermarkt. Daher arbeite ich ein wenig anders mit dem Deck.

Die Arbeit, die durch das Kartenset inspiriert ist, werde ich dann nächstes Jahr hier genauer vorstellen. Ich sammle gerade erstmal die Inspirationen und schaue, wohin es mich treibt- die richtige Ausarbeitung erfolgt dann nach den Rauhnächten.

Ansonsten habe ich begonnen, noch intensiver mit meinem liebsten Tarot Deck zu arbeiten. Ich habe mir für meine Tarot- und Orakeldecks einen Ordner angelegt, in dem ich für die Decks allgemein sowie für jede Karte eine Seite mit Informationen sammeln kann. Im neuen Jahr wird daraus bestimmt hier eine Serie, wie man mit einem neuen Deck arbeiten kann, um eine tiefe Verbindung zum Deck zu bekommen.

Und natürlich ziehe ich jede Rauhnacht Karten. Dafür nutze ich mein Tarot – welche Einflüsse und welchen Grundcharakter wird der Monat (Anmerkung: jede der Rauhnacht steht für einen Monat des kommenden Jahres, die erste für Januar, die zweite für Februar usw.) haben. Was wird wichtig/ in den Vordergrund treten. Zusätzlich ziehe ich eine Karte aus meinem Isis Orakel. Das ist ein ganz tolles Deck zur Selbstreflexion. Jede Karte bringt Intentionen mit, wie man mehr zu sich selbst finden kann und bringt eine passende Meditation oder Übung mit. Daraus schreibe ich mir sozusagen mein „Self- Care“- Programm für die kommenden 12 Monate zusammen.

Würde es Euch interessieren, wenn ich meine Ergebnisse nach der letzen Rauhnacht hier verblogge und wir am Jahresende mal gemeinsam gucken, was war – und wie es mir so mit den Vorschlägen der Isiskarten ging?

Schreibt mir auch sehr gern, was Ihr vielleicht noch gern hier lesen möchtet. Soll ich die angesprochen Decks einmal vorstellen und rezensieren?

Ich wünsche Euch jetzt erst einmal einen guten Rutsch in ein tolles Jahr 2021. Bei genauerer Reflexion war 2020 nur unbequem, aber brachte doch überraschend viel Gutes. Man musste nur genauer hinsehen und negative Gedanken, die einem zum Teil auch eingepflanzt wurden, erst einmal bei Seite schieben. Be blessed, Keya

Jul- Rituale mit Kindern

Mich hat dieses Jahr ja komplett durcheinander gebracht. Erst habe ich mich geärgert, dass Jul nicht in meinem magischen Kalender steht – um dann zu bemerken, dass ich es einfach mal für den 21.11. eingetragen hatte. Dann habe ich gestern, am 19.12. meinen Altar fertig dekoriert (ohne ein passendes Altardeckchen, denn das habe ich noch nicht fertig stellen können) und alles für mein Ritual bereit gestellt. Da ich kein eigenes Zimmer habe, steht mein Altar nämlich im Wohnzimmer und wenn die Jahreskreisfeste auf ein Wochenende fallen, dann stehe ich ganz früh auf, um ein wenig Zeit für mein Ritual zu haben – wenn meine 3 Langschläfer dann wach werden, kommt der Familienteil des Festes.

Ein Blick auf den Kalender ließ mich dann stutzig werden – da war ich doch glatt einen Tag zu früh dran. Und ich habe mich schon geärgert, dass ich nicht so viel zum Fest schreiben konnte dieses Jahr – gut, für die kommenden Jahre sollen ja auch noch Themen bleiben, aber gut. Wenigstens habe ich dann heute noch Zeit für diesen Beitrag. Und ein Rezept für einen Last- Minute- Braten.

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Über die Bedeutung und die Herkunft des Julfest habe ich hier schon geschrieben. Viele Bräuche können daher von den bekannten Weihnachtsbräuchen übernommen werden – denn die Feste sind von der Bedeutung her sehr ähnlich bzw. vermutlich wurde Weihnachten auf diesen Termin gelegt, um dem christlichen Glauben eine Akzeptanz bei den heidnischen Völkern zu verschaffen. Es geht also um die Wiederkehr/ Wiedergeburt des Lichts in der Dunkelheit sowie Schutz und Segen für die Familie. Mit Ritualen meine ich kleine Aktivitäten mit Kindern, die den Sinn und die Bedeutung des Festes den kleinsten näher bringen – bewusst ist kein komplettes Ritual im magischen Sinne gemeint, wer will, kann die Aktivitäten aber natürlich in ein magisches Ritual einbinden. Ebenso lassen sich diese Aktivitäten natürlich auch für das Weihnachtsfest nutzen – wer sich angesprochen fühlt, darf es probieren, ganz unabhängig von persönlichen Glaubensvorstellungen. Gerade in diesem Jahr wird das Weihnachtsfest für so viele von uns so anders, vielleicht hilft Euch die ein oder andere Idee, das Fest trotz der Einschränkungen schön zu gestalten.

1. Weihnachts-/ Julkarten schreiben (und magisch aufladen)

Setzt Euch hin, schreibt von Hand Weihnachtskarten (oder Julkarten, wenn Eure Lieben auch pagane Feste feiern, ich versende Weihnachtskarten) an Verwandte, Freunde und Bekannte. Gern könnt Ihr auch Blanko- Karten im Bastelbedarf verwenden und diese von Euren Kindern gestalten lassen. Ältere Kinder können auch schon die ein oder andere Karte selbst schreiben. Bemalt, beklebt den Umschlag, wie Ihr möchtet – macht anderen eine Freude mit einer schön dekorierten Weihnachtskarte. Ich persönlich versiegele Weihnachtspost z.B. immer noch mit Siegelwachs. Allein sich einmal bewusst die Zeit dazu nehmen, Wünsche von Hand zu Papier zu bringen, hat in den heutigen Zeiten schon etwas Magisches. Überlegt Euch beim Schreiben der Karte, welche Wünsche Ihr der Person mit senden wollt. Sprecht auch mit Euren Kindern, was sich diese für die Person wünschen – für den Onkel, der in diesem Jahr vielleicht leider seinen Job verloren hat, kann das z.B. der Wunsch nach einem neuen Job sein. Ihr werdet erstaunt sein, wie feinfühlig Kinder dafür sind, was wir Erwachsenen tatsächlich brauchen. Wenn Euch das Folgende zu esoterisch ist, schickt die Karten so ab.

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Ansonsten könnt Ihr die Karten vor dem Versenden mit guten Wünschen wie Gesundheit, Erfolg oder Liebe aufladen. Das könnt ihr auf verschiedene Arten machen. Haltet die Karten in der Hand oder, wenn Ihr alle gleichzeitig mitmachen wollt, haltet Eure Hände über die Karte. Fokussiert Eure Gedanken auf die Wünsche und visualisiert, wie diese Wünsche auf die Karte übergehen. Das macht Ihr so lange, bis Ihr das Gefühl habt, die Karten sind aufgeladen – dass kann sich z.B. durch ein warmes oder kribbelndes Gefühl in der Handfläche zeigen. Ihr könnt auch ein Räucherstäbchen anzünden und die Karte in den Rauch halten (Achtung, nicht zu nah am Stäbchen, sonst habt Ihr Ruß- Schlieren auf dem Umschlag) und Euch dabei vorstellen, wie Eure Wünsche auf die Karte übergehen. Das ganze funktioniert übrigens auch mit Geschenken, die Ihr an Weihnachten verschenken wollt.

2. Schmuck für den Weihnachts-/ Julbaum basteln oder backen

Ein Teil meiner Familie kommt aus Hannover, dort gab es vor dem zweiten Weltkrieg die Tradition der sogenannten Hitje-Puppen – diese werden aus einem weichen, weißen Pfefferkuchenteig hergestellt und sind nach der Verarbeitung unverderblich, so dass sie über Generationen als Baumschmuck dienen können. Heute werden sie nur noch von der Bäckerei Bochers in aufwändiger Handarbeit hergestellt. Obwohl ich den hannoverschen Teil meines Stammbaums bis 1870 zurückverfolgen kann, habe ich erst letztes Jahr von dieser Tradition erfahren.

Aus meiner Kindheit kenne ich aber auch noch selbstgemachten Baumschmuck, z.B. Stroh- oder Papiersterne oder Puppen. Und natürlich kennt man von Weihnachtsmärkten die Lebkuchenherzen, die ähnlich wie die Hitjepuppen quasi unverderblich sind. In meiner Kindheit haben sich die Kinder meines Dorfes tatsächlich auch getroffen, um Lebkuchenmänner als Baumschmuck zu backen. Allerdings war Verderben meist nicht das Problem bei diesen Lebkuchenmännern – am Ende der Weihnachtszeit durften sie beim „Baum plündern“ natürlich gegessen werden. Neben meinem Elternhaus wohnte ein alte Dame, ein Urgestein unserer Region, die ihren Baum tatsächlich nur mit diesen selbstgemachten Dingen, Äpfeln und Kerzen schmückte – beim Plündern durfte ich dann immer dabei sein und mitnehmen, soviel in meine Taschen passte.

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Wenn Ihr haltbaren Familienschmuck zum Vererben herstellen möchtet, dann kann ich Euch zu einer anderen Variante raten – Salzteig. Für einen einfachen Salzteig 2 Tassen Mehl, 1 Tasse Wasser und eine Tasse Salz vermengen. Der Teig sollte nach dem Kneten nicht kleben, ggf. noch etwas Mehl hinzufügen. Nun könnt Ihr den Teig ausrollen und mit Ausstechformen Schmuck herstellen oder mit dem Teig modellieren. Wenn der Teig zum Modellieren geschmeidiger sein soll, kann man bis zu 2 EL Öl zur oben genannten Mischung hinzugefügt werden. Mit Lebensmittelfarbe oder aber Gewürzen wie Kurkuma könnt Ihr den Teig auch vorher einfärben.

Löcher für die Aufhängung solltet Ihr vorher durch den Schmuck bohren, hinterher geht das nicht mehr ohne das Kunstwerk zu zerstören. Energiesparend ist es, wenn Ihr Euren Schmuck an einem warmen Ort lufttrocknen lasst. Soll es schneller gehen, könnt ihr den Teig im Backofen trocknen – die ersten 30 Minuten 60° Grad, weitere 30 Minuten bei 100° und weitere 2 Stunden bei 120° Celsius. Achtung – Salzteig mag keine große Hitze. Fertig ist das Ganze, wenn die Mitte der Unterseite auch trocken ist. Nach dem Trocknen kann Salzteig auch noch bemalt werden. Auf jeden Fall solltet Ihr am Ende eine Schicht Klarlack auftragen – denn sonst würde der Teig auf Dauer Feuchtigkeit aus der Luft ziehen, was der Haltbarkeit nicht zuträglich ist.

Typische Formen für Julschmuck sind übrigens Rentiere/ Rehe (ihr Geweih ist Symbol für den gehörnten Gott in den paganen Religionen) oder runde Formen, da Jul ja Rad bedeutet und die Wiedergeburt und einen neuen Zyklus ankündigt.

3. Baut ein Lebkuchenhaus mit Euren Kindern

Ihr habt Baumschmuck und wollt keinen Salzteig oder Papiersterne am Baum – aber was anderes als das normale Weihnachtsplätzchen backen veranstalten? Dann baut ein Lebkuchenhaus. Meine Patentante, die eine Kräuterhexe ist, hat jedes Jahr ein Hexenhaus für ihre beiden Töchter und eins für mich gemacht. Wir Kinder durften es dann nach Herzenslust mit Süßkram verzieren. Genascht haben wir dann wirklich sehr dosiert über die Weihnachtstage – denn im Gegensatz zum Weihnachtsteller ist der Verzehr eines solchen Hauses mit „Arbeit“ verbunden.

Und wenn Ihr (so wie ich meistens) so richtig viel um die Ohren habt in der Weihnachtszeit – die Häuser gibt es schon als Fertigbausatz (sozusagen ein Fertig-Hexenhaus). Meine Jungs fanden Häuser nicht so spannend, daher hatten wir im letzten Jahr eine Eisenbahn.

Unsere Lebkucheneisenbahn

4. Wintervogelfutter herstellen

Wir feiern die Jahreskreisfeste, um uns mit der Natur um uns herum wieder zu verbinden. Jul ist das Fest des Gebens, aber dies sollte man nicht nur auf seine eigene Familie beziehen. Während unserer magischen Rituale opfern wir den Göttern und Naturgeistern – mit Kindern kann man dies ganz praktisch tun, indem man Vogelfutter selbst herstellt. Fertiges Fettfutter ist meist nicht wirklich ausgewogen.

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Wildvögel kann man übrigens das ganze Jahr über füttern – natürlich hört man hier und da Meinungen, dass man dies nicht tun sollte, aber durch den Wandel in der Landwirtschaft finden die meisten körnerfressenden Arten oft das ganze Jahr über nicht mehr genug Nahrung. Besonders im Winter sollte man aber füttern, so man die Möglichkeit dazu hat. Achtung – gerade auf dem Balkon einer Mietwohnung ist es manchmal nicht erwünscht, dass Vögel gefüttert werden.

Eine Anleitung für Vogelfutter findet Ihr beim NABU, dort findet Ihr auch Tipps, welche Körner und Zutaten sich eignen – vielleicht könnt Ihr das Futter individuell auf die Vögel, die in Eurer Region heimisch sind, abstimmen. Ebenso findet Ihr da auch Anleitungen zur Einrichtung einer Futterstelle.

Mit dieser Aktivität gebt Ihr nicht nur der Natur etwas zurück, Ihr könnt auch den Winter über gemeinsam mit Euren Kindern die Vögel beobachten.

5. Ein Jul- Block gestalten

Der Julblock ist ein Brauch aus vorchristlicher Zeit, der in einigen Regionen sogar als Christklotz im christlichen Glauben verbreitet ist. Dies war ein großer Scheit aus Eichen- oder Eschenholz, der am Julfest bzw. später am Heiligen Abend im Kamin verbrannt wurde und nach Möglichkeit mindestens 12 Stunden brennen sollte. An diesem Feuer wurden alle Lichter der Hauses neu entzündet, als Symbol der Rückkehr des Lichtes. Es sollte Segen bringen, wenn der Klotz oder zumindest das Feuer für die folgenden 12 Rauhnächte am Brennen gehalten wurde. Die Asche wurde hinterher auf den Feldern verteilt und ins Tierfutter gemischt.

Nun hat nicht jeder das Glück, einen Kamin sein eigen zu nennen und viele moderen Kaminöfen würden einen so großen Scheit gar nicht fassen. Daher könnt Ihr die Tradition abwandeln, in dem Ihr einen dekorativen Holzscheit mit Kerzenhaltern bestückt und Ihn mit immergrünen Zweigen und Naturmaterialien schmückt. Diese könnt Ihr mit Euren Kindern auch selbst im Garten oder Wald sammeln, wie z.B. Tannenzapfen. So habt ihr eine tolle pagane Tischdeko – wenn Ihr 4 Kerzen nutzt, könnt Ihr das ganze auch als Adventskranz nutzen.

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Beim Recherchieren bin ich übrigens auf eine andere, sehr kreative Variante gestoßen – Ihr könnt auch einen Kuchen in Stammform backen und mit Kerzen schmücken – wenn Ihr vielleicht noch einen Geburtstag in dieser Zeit habt, wäre das doch ein tolles Crossover.

6. Musiziert oder lest Geschichten vor

Singt und musiziert mit Euren Kindern. Es geht in erster Linie ums Gefühl und das Zusammensingen, nicht um die richtigen Töne (ist ja kein Casting) – versucht es einfach. Wenn ihr kein Instrument spielt, wie wäre es mit Instrumenten, die man intuitiv spielen kann, wie eine Handpan oder eine Kalimba?

Wenn das nichts ist, lest Geschichten vor – passend zum Jul wäre beispielsweise “Frau Holle” (die Göttin Holle diente wohl als Vorlage für die Figur der Frau Holle). Ansonsten gibt es vielleicht Sagen/ Legenden aus Eurer Region, die man kuscheligen Stunden gemeinsam entdecken kann. Ein etwas weihnachtlicherer Vorschlag wären die Geschichten aus „Wirklich wahre Weihnachtsgeschichten“ von Margret Rettich. In den Geschichten geht es um die zwischenmenschlichen Dinge rund um die Feiertage- mal lustig, mal traurig und mal nachdenklich.

Erzählt mal, was Ihr feiert und wie Ihr feiert? Was macht Ihr mit Euren Kindern – oder was habt Ihr als Kinder gern gemacht. Hattet Ihr früher eine Aktivität, die zu dieser Zeit gehörte? Bleibt bitte gesund und macht Euch eine schöne Zeit, trotz aller widrigen Umstände. Be blessed, Keya

Das Julfest – die dunkelste Nacht des Jahres

Nach Samhain ist das nächste Fest im Jahreskreis das Julfest oder Jul. Oft sieht man auch die Schreibweise Yule – besonders im englischsprachigen Raum und dort auch in Weihnachtsliedern:

Have yourself a merry little Christmas, make the Yuletide gay.

Hugh Martin und Ralph Blane

Das Oxford Dictionary erklärt, Yuletide sei ein archaischer Ausdruck für Weihnachten – und tatsächlich hängen diese beiden Feste auch zusammen. Wie genau weiß man zwar heute nicht mehr ganz genau, ähnlich wie bei Samhain und Halloween gibt es diverse Theorien. Beide feste haben jedoch einen ähnlichen Anlass und ähnliche Traditionen. In einigen skandinavischen Ländern heißt Weihnachten auch tatsächlich Jul.

Jul wird zur Wintersonnenwende gefeiert. Der astrologische Zeitpunkt ist der Wechsel der Sonne von Schütze zu Steinbock (1° Steinbock). Als fixer Termin wird daher meist der 21.12. genannt. Die Wintersonnenwende ist die längste Nacht des Jahres – ab nun werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Das Licht kommt wieder, d.h. der an Samhain gestorbene Gott wird durch die Göttin wiedergeboren. Jul ist sinnbildlich die Wiederkehr allen neuen Lebens.

Viele Kulturen haben zu dieser Zeit die (Wieder-) Geburt des Gottes gefeiert, z.B. im römischen Sol Invictus (Mithras) Kult wurde die Geburt des Lichtgottes vermutlich am 25.12. gefeiert. Dieser Termin wurde später angeblich von den Christen als Geburt Jesu überno men, da die frühen Christen angeblich viele Parallelen zwischen dem Sonnengott und Jesus sahen. Der Tag ist seit 336 n. Chr. ein kirchlich belegter Feiertag.

Jul ist auch in den paganen Religionen das Fest der Familie. Es symbolisiert den Zusammenhalt in dunkler Nacht und erinnert uns, dass alles ewig währt. Es gibt Hoffnung in der dunkelsten Zeit des Jahres.

Um die Unsterblichkeit zu symbolisieren, wird das Haus mit dem immergrünen Julbaum oder Julbüschel (als Zweige oder Kränze) dekoriert. Dazu werden überall Kerzen und Lichter aufgestellt, die das wiedergeborene Licht präsentieren. Die traditionellen Farben zur Dekoration sind daher grün (Erde, Natur und Hoffnung), gold (Licht, der Gott) und rot (Leben, Geburt, das Blut der Göttin).

Als Symbole dienen neben immergrünen Pflanzenteilen wie o.g. Kerzen oder aber auch ein Rad als Symbol des Jahresrades – denn das Wort Jul bedeutet Rad oder Kreislauf. Sehr schön kann man daher auch getrocknete Orangenscheiben verwenden. Als Opfer eignen sich Glühwein oder Gewürzgebäck (oder eben die kinderfreundliche Variante Milch und Kekse).

Wer räuchern möchte, der kann auf jedes würziges Räucherwerk zurückgreifen: Rosmarin, Zeder, Kiefer, Lorbeer, Tanne, Zimt, Weihrauch, Myhrre und Salbei. Wer einen Kamin hat, der kann einen Julblock verbrennen – traditionell wurde an Jul ein Feuer mit einem lange brennenden Holzblock angezündet, dass mindestens 12 Stunden brennen sollte. Wer keinen Kamin hat, der kann einen Julblock dekorieren und mit Kerzen schmücken und symbolisch als Tischschmuck verwenden (ähnlich wie dem christlichen Adventskranz).

Ritualthemen an Jul sind neben Wiedergeburt auch Schutz und Segen für sich selbst und seine Lieben. Als Edelsteine zur Unterstützung können Malachite, grüner Aventurin und Rubin genutzt werden.

Das Festessen darf deftig sein. Meine Favoriten sind Drei- Nuß- oder Linsenbraten oder Mock- Duck à l’orange. An Naschereien eignen sich Nüsse, Äpfel, Obstkuchen und Apfelsinen.

Der Vollständigkeit halber – andere Namen für Jul sind Jolablót (Julopfer), Sonarblót (Eberopfer) oder Midvertblót (Mittwinteropfer), Modraniht oder Alban Arthuan (Licht von Arthur).

Während bei den Kelten Samhain als Beginn des Jahres gesehen wurde, war bei den Germanen Modraniht, die Nacht der Mütter mit den folgenden Nächten die Zeit des Jahreswechsel. Als Symbol wurden am Julabend alle Lichter gelöscht und am Feuer des Julblock neu entzündet. An Jul und den folgenden Rauhnächten durfte das Rad des Jahres nicht durch das Drehen eines anderen Rades gestört werden – Pflug, Spinnrad, Schubkarre und andere Gerätschaften durften in dieser Zeit nicht bewegt werden. Zu den Rauhnächten folgt aber noch ein gesonderter Artikel.

Erzählt doch mal – was feiert Ihr? Jul, Weihnachten oder beides? Was sind Eure Traditionen? Und wie feiert Ihr 2020 in dieser wirklich besonderen Situation durch Covid 19? Ich wünsche Euch eine schöne, besinnliche Zeit, lasst uns das Beste daraus machen. Be blessed, Keya

P.S. – wer sich über einen kleinen musikalischen Adventskalender freut und nichts gegen den ein oder anderen falschen Ton hat, kann mir auf Instagram lauschen, diesen Account hatte ich für musikalische Unterstützung meiner Lieben in der Coronazeit eingerichtet.

Happy Birthday Schröte

Goodbye to you my trusted friend

We’ve known each other since we were nine or ten

Terry Jacks, „Seasons in the Sun“

Ich bin heute einige Tage zu spät, meiner aller besten Freundin, meiner Seelenverwandten zu gratulieren. Das kennt sie leider schon, denn seit ich Mutter geworden bin, ist ihr Tag immer ein wenig vergessen worden, liegt er doch genau zwischen meinem und dem Geburtstag meines Sohnes. Trotzdem war sie all die Jahre da, meine unveränderliche Konstante seit meinem 11. Lebensjahr. Große Parties waren eh nie ihr Ding, ebenso wie sie eigentlich auch zufrieden mit allem (außer Salat!) als besonderen Snack war.

Wieso ich mit einem Zitat aus dem eigentlich recht traurigen Lied „Seasons in the Sun“ beginne – meine liebe Freundin ist Anfang Juni über die Regenbogenbrücke vorausgegangen, nach fast 27 gemeinsamen Jahren. Dieses Jahr hätten wir am 14.11.20 ihren 40. Geburtstag gefeiert, wobei das natürlich nur der Tag war, an dem sie mir geschenkt wurde.

Damals war ich wie gesagt 11 Jahre, sie war 13 Jahre. Und irgendwie war sie daher immer wie meine große Schwester. Ich fühle mich ohne sie ein wenig verloren und das wird wohl eine ganze Weile- oder vielleicht bis ich ihr folgen werde- so bleiben.

Zunächst war die Entscheidung, eine Schildkröte als Haustier haben zu wollen, eine ganz pragmatische: Meine Mutter hatte eine Tierhaarallergie und somit fielen ein Hund oder eine Katze aus. Ich schleppte hartnäckig diverse Sommergäste mit in mein Zimmer, um sie am Ende des Tages dann wieder in die Freiheit zu entlassen. Eine Schildkröte war jedoch eine sehr teure Angelegenheit (Hut ab, in der damaligen Zoohandlung sind wir aus heutiger Sicht sehr gut beraten worden) – und so lautete die Antwort meiner Eltern erst einmal „Nein“. Dann wurde uns jedoch eine Rotwangenschmuckschildkröte geschenkt.

Meine „Chillkröte“

Mit Ankunft meiner Freundin begann nicht nur meine Leidenschaft für Schildkröten an sich – ich fand in der Schildkröte im Allgemeinen mein Krafttier. In den 90ern hatten viele meiner Schulfreunde Schildkröten, aber keiner hatte so einen Draht zu seinen Tieren wie ich zu meiner Freundin. Wann immer ich jemanden zum Reden brauchte, war sie da und manchmal war es, als hörte ich ihre Antwort auf meine Fragen ganz tief in mir drin, wenn ich ihr in die Augen schaute.

Die Schildkröte als Krafttier steht für Schutz, Weisheit, Ruhe, Rückzug und Orientierung. Sie ermahnt, beharrlich zu bleiben, seinen Weg in Ruhe und ohne Ablenkung von Außen zu gehen. Gerade Introvertierten wie mir sagt die Schildkröte: „Trage Deinen Panzer mit Stolz – aber wehre Dich, wenn es Dir zu viel wird“. Krafttiere können je nach Lebenssituation einmal wechseln, ich bin aber der Meinung, jeder Mensch hat ein Krafttier, dass ihn sein Leben lang begleitet und ihm hilft, auch seine Schattenseiten zu lieben und zu nutzen. Und so kam ich zu meinem Namen – Keya heißt der Geist der Schildkröte bei den Lakota, dort ist die Schildkröte Symbol des Lebens und der Langlebigkeit.

Alter jedoch ist bei Schildkröten so eine Sache – mehr als die Hälfte sterben in der Natur direkt nach dem Schlupf und soweit schaffen es meist nicht alle Eier eines Geleges. Wie alt Schildkröten in der Heimtierhaltung werden, ist ganz unterschiedlich. Für die Art meiner Freundin liegen die Altersangaben bei 30-50 Jahre – mit 40 erreichte sie also einen guten Durchschnitt. Man muss bedenken, dass sie die ersten 13 Jahre ihres Lebens aus Unwissenheit und falscher Beratung bei der anderen Familie nicht wirklich artgerecht gehalten wurde (keine Beleuchtung, zu kleines Becken und keine verminderte Aktivitätsphase oder Winterstarre) – und das änderte sich auch bei mir leider erst peut a peut – denn ich sparte mir alle nötige Technik von meinem Taschengeld zusammen.

Am Ende hatte die Gute sogar zwei hervorragende Tierärzte überlebt, die sich mit Schildkröten auskannten. Letzten Dezember bemerkten wir schleichend eine Veränderung an ihr – sie erinnerte uns auf einmal an meine 2 Jahre zuvor verstorbene Großmutter – dieser Ausdruck in den Augen eines Lebewesens, das spürt, dass es bald Zeit ist, weiterzureisen. Alles ging noch, wie es sollte – nur wurde es jeden Tag ein klein wenig langsamer und bedächtiger. Anfang Juni spürten wir, dass eigentlich die Zeit zum Verabschieden gekommen war – und so fuhr ich an einem Freitag mit ihr ein letztes Mal zu einer Tierärztin, eigentlich mit dem Willen, meine Freundin gehen zu lassen. Aber leider wurde mir eingeredet, dass sich da noch was machen ließe – stationäre Aufnahme, Blutbild, Antibiotikum, Röntgenbild – was hätte ich darum gegeben, dass einer der anderen beiden Tierärzte noch verfügbar gewesen wäre.

„Schließlich ist der Tod für den gut vorbereiteten Geist nur das nächste große Abenteuer.“

Albus Dumbledore in „Harry Potter und der Stein der Weisen“ von J.K.Rowling

Meine liebe Freundin schlief in der Nacht des folgenden Samstag im stationären Aufenthalt ein (am Geburtstag meiner Großmutter, was ich ein wenig ironisch finde). Das Blutbild offenbarte dann eigentlich, was ich instinktiv schon wusste – für jedes Lebewesen ist die Zeit irgendwann einmal vorbei. Ich finde es sehr traurig, dass ich nicht bei ihr war in diesem Moment. Damit das jetzt aber nicht eine gar so traurige Geschichte hier wird und weil unsere Lieben ja in den Geschichten über uns weiterleben, hat eine gute Freundin folgende Geschichte über uns geschrieben:

Wie Oskar ein Ei legte

Oskar ist eine 24 Jahre alte Rotwangenschmuckschildkröte. Sie wurde als kleiner Schlüpfling in der Größe eines Fünf-Mark-Stücks mit einem Geschwistertier in einer Zoohandlung gekauft. Bei so kleinen Schildkröten kann man das Geschlecht noch nicht erkennen – daher nannte sie das kleine Mädchen, bei dem sie wohnte, „Oskar“.

Nicht alle Schildkröten werden groß, viele sterben noch ganz klein – so auch leider Oskars Geschwistertier. Aber wenn Schildkröten groß werden, dann werden sie uralt für so kleine Tiere. Rotwangenschmuckschildkröten wie Oskar werden 40 Jahre. Leider kommt vorher jedoch der Zeitpunkt, an dem die Kinder, die sich die Schildkröten wünschten, groß werden und ausziehen. Für die Schildkröte ist dann kein Platz mehr im Leben neben Studium, Ausbildung und Party. Also blieb Oskar bei den Eltern des Mädchens zurück.

Bis am 14.11.1993 auf einmal eine Frau mit einem Mädchen zu Besuch kam. Da war Oskar gerade 13 Jahre. Oskar hörte, dass über sie geredet wurde. Was sie gern mag – Bachflohkrebse, Sonne und im Gras rumlaufen. Das sie dabei auch schon von der Terrasse gefallen ist und sich ein Stück Panzer herausgebrochen hat. Warum interessiert sich das Mädchen denn dafür. Auf einmal hebt das Mädchen Oskar aus ihrem Becken, die Frau, die vermutlich die Mutter des Mädchens ist, nimmt das Becken mit. Es ist nur eine kurze Fahrt mit dem Auto, einmal auf die andere Seite des Dorfes. Die Mutter fragt: „Du sagst, Oskar ist ein Mädchen? Willst Du ihr dann einen anderen Namen geben, Sabrina?“ „Nein, ich möchte auch nicht von jetzt auf gleich anders heißen – sie ist meine Lady Oskar“ „Das ist mir zu lang, ich nenne sie Oskarine“ antwortet die Mutter.

Sabrina heißt also das Mädchen, bei dem Oskar jetzt wohnt. Oskar gefällt es. Das Mädchen scheint sehr allein zu sein, sie bringt kaum Freunde mit nach Hause. Dafür erzählt sie Oskar alles. Manchmal ohne Worte, wenn die beiden zusammen im Garten in der Sonne liegen. Sabrina gibt ihr ganzes Taschengeld dafür aus, Oskar ein größeres Aquarium und eine UV- Lampe zu kaufen. Schildkröten lieben die Sonne und nun muss Oskar nicht mehr auf den Sommer warten. Schildkröten sind nicht sehr zutraulich, aber bei Sabrina macht Oskar eine Ausnahme. Als einmal eine Katze auf sie zukommt, rennt sie einmal durch den gesamten Garten zu Sabrina, anstatt in den Teich zu springen, wie es der Fluchtinstinkt ihr sagt.

So ziehen die Jahre ins Land, Oskar sieht das Mädchen größer werden. Der erste Freund kommt. Innerlich glaubt Oskar schon zu wissen, was kommt – wo sie wohl hinzieht, wenn auch Sabrina geht? Ob wieder ein Mädchen kommt? Nur mit der Mutter wird es vielleicht selbst einer Schildkröte zu langweilig. Nachdem, was Oskar mit Sabrina alles erlebt. Der erste Freund geht wieder, aber Oskar und Sabrina bleiben zusammen. Dann kommt der zweite Freund. Oskar mag ihn nicht. Das zeigt sie ihm auch. Er bleibt trotzdem. Schlimmer noch, Sabrina und er wollen zusammenziehen.

Oskar sieht zu, wie das Kinderzimmer leergeräumt wird. Schildkröten können nicht weinen, auch wenn ihr gerade danach zu Mute ist. Doch Sabrina kommt nochmal ins Zimmer, hebt Oskar aus dem Becken. „Ich habe es Dir versprochen, nie mehr ohne Dich“ flüstert sie Oskar ins Ohr. So zieht Oskar in die Studentenwohnung der Beiden mit ein. Im Sommer 2004 geht es jedoch wieder in den Garten im Elternhaus. Sabrina und ihr Freund wollen mit den Eltern nach Schottland. Oskar soll bei Oma Hannchen bleiben, die auch in Sabrinas Elternhaus wohnt. „In Schottland ist es zu kalt für Dich“ sagt Sabrina zum Abschied „Aber ich grüße Nessie von Dir. Das ist ein Ungeheuer und lebt in einem Teich, wie Du, mein Drachenbaby“. Oskar verdreht die Augen. Sabrina ist doch zwei Jahre jünger, wieso soll sie denn das Baby sein.

Die ersten Tage ohne Sabrina sind komisch. Schildkröten haben soviel Hunger, dass man sie nur alle 2 Tage füttern soll, da sie sich sonst überfressen. Aber Oskar hat keinen Appetit. In Omas Garten ist es großartig und sie freut sich über die Sonne. Jedoch ist ohne Sabrina in der Sonne liegen nicht das Gleiche.

Oma Hannchen ist Sabrina sehr ähnlich. Sie ist genauso introvertiert und versteht ohne Worte, was Oskar beschäftigt. Allerdings kennt sie sich nicht so gut mit Schildkröten aus wie Sabrina. Die erklärt sogar Oskar, was sie falsch macht, denn Sabrina hat jedes Buch über Schildkröten gelesen, dass sie finden konnte. Und Sabrina hat ein eidetisches Gedächtnis und kann die Stellen der Bücher zitieren. Manchmal ist das aber auch nicht so gut, dass Sabrina alles weiß. Denn oft möchte Oskar gern etwas essen, darf das aber nicht. Weil das nicht gut für sie wäre, sagt Sabrina.

Oma Hannchen kümmert das nicht, sie möchte, dass Oskar wieder fröhlich ist. Also geht sie mit Oskar in die Küche und rührt in Schüsseln, erhitzt eine Pfanne und brutzelt etwas. Nach kurzem Abkühlen wirft sie Oskar kleine weiche Streifen ins Aquarium. Oskar macht sich darüber her, die Streifen schmecken sehr lecker. Sie guckt Oma an und Oma Hannchen versteht „Du möchtest mehr, gell?“ Einen ganzen Eierpfannkuchen verdrückt Oskar. „Das war gut, oder? Der Opa Willi und auch Sabrina haben auch immer Eierpfannkuchen von mir gekriegt, wenn sie traurig waren“ Oskar schläft an diesem Abend glücklich ein. Die zwei Wochen bis Sabrina wiederkommt, werden bestimmt nicht so langweilig, wie gedacht.

Doch in der Nacht wacht Oskar auf. Es rumort in ihrem Bauch. Vielleicht hat Sabrina Recht, wenn sie sagt, Schildkröten sollten kein Menschenfutter kriegen. Es drückt und tut weh. Was ist das bloß. Auf einmal ist es vorbei. Oskar schläft wieder ein, nimmt sich aber fest vor, morgen nicht wieder soviel Eierkuchen zu essen, wenn Oma Hannchen welchen macht.

Am nächsten Morgen wird Oskar wach, weil Oma ganz aufgeregt am Telefon spricht: „Der Oskar hat ein Ei gelegt! Ich habe nur Eierpfannkuchen für ihn gekocht und morgens war das Ei da“. Am anderen Ende der Leitung hört Oskar Sabrinas Lachen: „Oma, ich sage Dir doch seit fast zehn Jahren, Oskar ist ein Mädchen. Alles gut, sag ihr, ich bin stolz auf sie und ihr erstes Ei!“ Oskar hört das Lächeln in Sabrinas Stimme. Wer Schildkröten gut kennt, kann das Schmunzeln in Oskars Blick erkennen. Schildkröten sind nicht so teilnahmslos, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Man muss sich nur genauer in sie hineinfühlen.

Wenn mir meine Freundin eins beigebracht hat, dann, dass das Leben weiter geht. Und nachdem sie mir 27 Jahre gezeigt hat, wo es lang geht, bin ich jetzt erwachsen genug, zwei kleine Schlüpflinge in meinem Leben begrüßen zu dürfen – Willkommen Pech und Schwefel.

Schwefel und Pech

So, das war mal ein völlig anderer Beitrag. Aber auch die Beziehung zu Tieren hat ja was Magisches an sich? Was habt ihr für Tiere? Habt ihr Euer Seelentier gefunden? Erzählt mal in den Kommentaren, ich bin gespannt. Be blessed, Keya

Samhain 2020 – ein paar Eindrücke von unserer Feier

Kennt hr dieses komische Gefühl an einem freien Tag nach einem Feiertag? Das Knistern, die Magie des Tages liegt noch in der Luft – besonders, wenn ein Feiertag besonders harmonisch verlief.

Harmonisch heißt bei meiner Familie allerdings selten wie geplant. Ich möchte es hier eigentlich nicht zu lang werden lassen, aber tatsächlich haben wir alles geschafft, was ich geplant hatte – nur der Herbstspaziergang im Familienverbund fiel leider aus – mein Mann hat bei einer dringenden Renovierung mitgeholfen. Dafür hatten wir noch zwei Gäste zum Dinner dabei – spontan umgeplant und aus einem Gang irgendwie 2 Gänge gemacht, damit alle satt werden – aber Feiertage sind immer besser, wenn man sie teilt.

Das soll für dieses Kalenderjahr nun auch der letzte Eintrag zu Samhain sein – für das gerade heute beginnende Hexenjahr kann ich das leider nicht versprechen 😉

Be blessed, Keya

Abbildungen der Karten des „Ätherische Visionen – Das illuminierte Tarot“ mit freundlicher Genehmigung des Königfurt-Urania Verlags, © Königsfurt-Urania Verlag, www.koenigsfurt-urania.com

Allerseelenbrot

Seelenbrot wurde an Halloween in Irland gebacken, um es dann den Armen zu geben. Oftmals wurde eine Scheibe den Ahnen als Opfergabe dargebracht und/ oder draußen den Feen angeboten. Der Rest wurde verteilt, wenn Menschen von Haus zu Haus gingen, um Verse zu rezitieren (was später zum heutigen Trick or Treat wurde).

Die Inspiration zu meinem Rezept stammt aus einem Buch, dass sich an der englischen Tradition der sogenannten Sau’mas- Laibe, die in der früheren englischen Grafschaft Cleveland County gebacken wurden, orientiert. Auch in anderen englischen und schottischen Orten gab es ähnliche Traditionen.

Vor dem Backen

Aber Seelenbrot gibt es nicht nur in Irland- auch in Teilen Deutschlands war es üblich, Backwaren zu Allerseelen herzustellen. In der schwäbischen Küche gibt es die sogenannten Seele (auch schwäbische Seele genannt) – ein längliches Weißbrotgebäck aus Dinkel, außen knusprig, innen weich. Auch hier wird vermutet, dass der Brauch mit Allerseelen zusammenhängt – wer an der Wende vom Herbst zum Winter die armen Seelen verköstigt, der soll im folgenden Jahr durch eine reiche Ernte belohnt werden.

Eine andere Geschichte um die Seelen besagt, ein Bäcker aus Ravensburg habe in der Zeit des 30 jährigen Krieges ein Gelübde abgelegt, jedem Bedürftigen jedes Jahr an Allerseelen ein Brot zu schenken, wenn dafür die Pest an Ravensburg vorbeiginge – aus schwäbischer Sparsamkeit wurden aus Brotlaiben dann eben so eine Art Baguette.

Aber auch in Mexiko gibt es zum Fest der Toten (Dia de Los Muertos, 31.10.-2.11) das Brot der Toten (pan de muerto), ein Hefeteiglaib verziert mit Mustern, die Gebeine darstellen sollen sowie Zuckerfigürchen in Form von Totenköpfen (calaveras de dulce). Aber auch in Italien und Österreich findet man traditionelle Backwaren zu Allerheiligen/ Allerseelen. Spannend, dass es hier in unterschiedlichen Kulturen solche Ähnlichkeiten gibt.

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Hier meine vegane Variante des Aller- Seelenbrot:

Zutaten:

  • 1 Hefewürfel (Fruchtbarkeit und Geld)
  • 250 ml Pflanzendrink Eurer Wahl (ich bevorzuge Hafer oder Dinkel, da heimisch und auch leicht selbst gemacht)
  • 500 g Mehl (Fruchtbarkeit und Geld)
  • 1/2 TL Salz (Schutz)
  • 4 EL Kürbispüree (Fruchtbarkeit)
  • 120g Zucker (Liebe)
  • 1 TL unbehandelte Orangenschalen (Liebe und Geld)
  • 1 TL unbehandelte Zitronenschalen (Schutz)
  • 60 g Alsan oder eine andere pflanzliche Margarine
  • 1/2 TL Mohnsamen (Glück)

Die Hefe in 100 ml des Pflanzendrink verrühren und 120g Mehl hinzugeben. Verkneten und mit Mehl bestäubt gehen lassen, bis die Masse sich verdoppelt hat.

Salz und Kürbispüree hinzugeben und aufschlagen. Dann die Fruchtschalen, den Zucker und die Margarine sowie das restliche Mehl, den restlichen Pflanzendrink hinzugeben und durchkneten – wenn Mehl und Flüssigkeit immer abwechselnd in kleinen Portionen hinzugeben wird, wird die Masse nie zu trocken oder feucht und lässt sich besser kneten.

5-10 Minuten wird der Teig jetzt geknetet. Wenn Ihr mögt, könnt ihr folgenden Segen dabei immer wiederholen:

Segne die Lebenden,
Gedenke der Toten

Das müsst Ihr aber nicht machen, nur wenn Ihr Euch wirklich damit wohlfühlt. Sollte der Teig am Ende klebrig sein, noch ein bisschen Mehl hinzugeben und nochmal kurz Kneten.

Den Teig dann in einer Schüssel an einen warmen Ort stellen und mit einem Tuch abgedeckt aufgehen lassen, bis er wieder doppelte Größe erreicht hat.

In 3 Teile teilen und einen Zopf aus den Strängen flechten. Mit Pflanzendrink bestreiche und mit den Mohnsamen bestreuen. Noch einmal eine halbe Stunde aufgehen lassen und dann bei 180 Grad Ober- Unterhitze 1 Stunde backen.

Das fertige Brot

Wenn ihr mögt, könnt Ihr in der Samhain Nacht auch eine Scheibe des Brotes für die Feen und Naturgeister nach draußen stellen. Viel Spaß beim Backen!

Be Blessed, Keya

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