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Schlagwort: Hexen (Seite 2 von 2)

Jul- Rituale mit Kindern

Mich hat dieses Jahr ja komplett durcheinander gebracht. Erst habe ich mich geärgert, dass Jul nicht in meinem magischen Kalender steht – um dann zu bemerken, dass ich es einfach mal für den 21.11. eingetragen hatte. Dann habe ich gestern, am 19.12. meinen Altar fertig dekoriert (ohne ein passendes Altardeckchen, denn das habe ich noch nicht fertig stellen können) und alles für mein Ritual bereit gestellt. Da ich kein eigenes Zimmer habe, steht mein Altar nämlich im Wohnzimmer und wenn die Jahreskreisfeste auf ein Wochenende fallen, dann stehe ich ganz früh auf, um ein wenig Zeit für mein Ritual zu haben – wenn meine 3 Langschläfer dann wach werden, kommt der Familienteil des Festes.

Ein Blick auf den Kalender ließ mich dann stutzig werden – da war ich doch glatt einen Tag zu früh dran. Und ich habe mich schon geärgert, dass ich nicht so viel zum Fest schreiben konnte dieses Jahr – gut, für die kommenden Jahre sollen ja auch noch Themen bleiben, aber gut. Wenigstens habe ich dann heute noch Zeit für diesen Beitrag. Und ein Rezept für einen Last- Minute- Braten.

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Über die Bedeutung und die Herkunft des Julfest habe ich hier schon geschrieben. Viele Bräuche können daher von den bekannten Weihnachtsbräuchen übernommen werden – denn die Feste sind von der Bedeutung her sehr ähnlich bzw. vermutlich wurde Weihnachten auf diesen Termin gelegt, um dem christlichen Glauben eine Akzeptanz bei den heidnischen Völkern zu verschaffen. Es geht also um die Wiederkehr/ Wiedergeburt des Lichts in der Dunkelheit sowie Schutz und Segen für die Familie. Mit Ritualen meine ich kleine Aktivitäten mit Kindern, die den Sinn und die Bedeutung des Festes den kleinsten näher bringen – bewusst ist kein komplettes Ritual im magischen Sinne gemeint, wer will, kann die Aktivitäten aber natürlich in ein magisches Ritual einbinden. Ebenso lassen sich diese Aktivitäten natürlich auch für das Weihnachtsfest nutzen – wer sich angesprochen fühlt, darf es probieren, ganz unabhängig von persönlichen Glaubensvorstellungen. Gerade in diesem Jahr wird das Weihnachtsfest für so viele von uns so anders, vielleicht hilft Euch die ein oder andere Idee, das Fest trotz der Einschränkungen schön zu gestalten.

1. Weihnachts-/ Julkarten schreiben (und magisch aufladen)

Setzt Euch hin, schreibt von Hand Weihnachtskarten (oder Julkarten, wenn Eure Lieben auch pagane Feste feiern, ich versende Weihnachtskarten) an Verwandte, Freunde und Bekannte. Gern könnt Ihr auch Blanko- Karten im Bastelbedarf verwenden und diese von Euren Kindern gestalten lassen. Ältere Kinder können auch schon die ein oder andere Karte selbst schreiben. Bemalt, beklebt den Umschlag, wie Ihr möchtet – macht anderen eine Freude mit einer schön dekorierten Weihnachtskarte. Ich persönlich versiegele Weihnachtspost z.B. immer noch mit Siegelwachs. Allein sich einmal bewusst die Zeit dazu nehmen, Wünsche von Hand zu Papier zu bringen, hat in den heutigen Zeiten schon etwas Magisches. Überlegt Euch beim Schreiben der Karte, welche Wünsche Ihr der Person mit senden wollt. Sprecht auch mit Euren Kindern, was sich diese für die Person wünschen – für den Onkel, der in diesem Jahr vielleicht leider seinen Job verloren hat, kann das z.B. der Wunsch nach einem neuen Job sein. Ihr werdet erstaunt sein, wie feinfühlig Kinder dafür sind, was wir Erwachsenen tatsächlich brauchen. Wenn Euch das Folgende zu esoterisch ist, schickt die Karten so ab.

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Ansonsten könnt Ihr die Karten vor dem Versenden mit guten Wünschen wie Gesundheit, Erfolg oder Liebe aufladen. Das könnt ihr auf verschiedene Arten machen. Haltet die Karten in der Hand oder, wenn Ihr alle gleichzeitig mitmachen wollt, haltet Eure Hände über die Karte. Fokussiert Eure Gedanken auf die Wünsche und visualisiert, wie diese Wünsche auf die Karte übergehen. Das macht Ihr so lange, bis Ihr das Gefühl habt, die Karten sind aufgeladen – dass kann sich z.B. durch ein warmes oder kribbelndes Gefühl in der Handfläche zeigen. Ihr könnt auch ein Räucherstäbchen anzünden und die Karte in den Rauch halten (Achtung, nicht zu nah am Stäbchen, sonst habt Ihr Ruß- Schlieren auf dem Umschlag) und Euch dabei vorstellen, wie Eure Wünsche auf die Karte übergehen. Das ganze funktioniert übrigens auch mit Geschenken, die Ihr an Weihnachten verschenken wollt.

2. Schmuck für den Weihnachts-/ Julbaum basteln oder backen

Ein Teil meiner Familie kommt aus Hannover, dort gab es vor dem zweiten Weltkrieg die Tradition der sogenannten Hitje-Puppen – diese werden aus einem weichen, weißen Pfefferkuchenteig hergestellt und sind nach der Verarbeitung unverderblich, so dass sie über Generationen als Baumschmuck dienen können. Heute werden sie nur noch von der Bäckerei Bochers in aufwändiger Handarbeit hergestellt. Obwohl ich den hannoverschen Teil meines Stammbaums bis 1870 zurückverfolgen kann, habe ich erst letztes Jahr von dieser Tradition erfahren.

Aus meiner Kindheit kenne ich aber auch noch selbstgemachten Baumschmuck, z.B. Stroh- oder Papiersterne oder Puppen. Und natürlich kennt man von Weihnachtsmärkten die Lebkuchenherzen, die ähnlich wie die Hitjepuppen quasi unverderblich sind. In meiner Kindheit haben sich die Kinder meines Dorfes tatsächlich auch getroffen, um Lebkuchenmänner als Baumschmuck zu backen. Allerdings war Verderben meist nicht das Problem bei diesen Lebkuchenmännern – am Ende der Weihnachtszeit durften sie beim „Baum plündern“ natürlich gegessen werden. Neben meinem Elternhaus wohnte ein alte Dame, ein Urgestein unserer Region, die ihren Baum tatsächlich nur mit diesen selbstgemachten Dingen, Äpfeln und Kerzen schmückte – beim Plündern durfte ich dann immer dabei sein und mitnehmen, soviel in meine Taschen passte.

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Wenn Ihr haltbaren Familienschmuck zum Vererben herstellen möchtet, dann kann ich Euch zu einer anderen Variante raten – Salzteig. Für einen einfachen Salzteig 2 Tassen Mehl, 1 Tasse Wasser und eine Tasse Salz vermengen. Der Teig sollte nach dem Kneten nicht kleben, ggf. noch etwas Mehl hinzufügen. Nun könnt Ihr den Teig ausrollen und mit Ausstechformen Schmuck herstellen oder mit dem Teig modellieren. Wenn der Teig zum Modellieren geschmeidiger sein soll, kann man bis zu 2 EL Öl zur oben genannten Mischung hinzugefügt werden. Mit Lebensmittelfarbe oder aber Gewürzen wie Kurkuma könnt Ihr den Teig auch vorher einfärben.

Löcher für die Aufhängung solltet Ihr vorher durch den Schmuck bohren, hinterher geht das nicht mehr ohne das Kunstwerk zu zerstören. Energiesparend ist es, wenn Ihr Euren Schmuck an einem warmen Ort lufttrocknen lasst. Soll es schneller gehen, könnt ihr den Teig im Backofen trocknen – die ersten 30 Minuten 60° Grad, weitere 30 Minuten bei 100° und weitere 2 Stunden bei 120° Celsius. Achtung – Salzteig mag keine große Hitze. Fertig ist das Ganze, wenn die Mitte der Unterseite auch trocken ist. Nach dem Trocknen kann Salzteig auch noch bemalt werden. Auf jeden Fall solltet Ihr am Ende eine Schicht Klarlack auftragen – denn sonst würde der Teig auf Dauer Feuchtigkeit aus der Luft ziehen, was der Haltbarkeit nicht zuträglich ist.

Typische Formen für Julschmuck sind übrigens Rentiere/ Rehe (ihr Geweih ist Symbol für den gehörnten Gott in den paganen Religionen) oder runde Formen, da Jul ja Rad bedeutet und die Wiedergeburt und einen neuen Zyklus ankündigt.

3. Baut ein Lebkuchenhaus mit Euren Kindern

Ihr habt Baumschmuck und wollt keinen Salzteig oder Papiersterne am Baum – aber was anderes als das normale Weihnachtsplätzchen backen veranstalten? Dann baut ein Lebkuchenhaus. Meine Patentante, die eine Kräuterhexe ist, hat jedes Jahr ein Hexenhaus für ihre beiden Töchter und eins für mich gemacht. Wir Kinder durften es dann nach Herzenslust mit Süßkram verzieren. Genascht haben wir dann wirklich sehr dosiert über die Weihnachtstage – denn im Gegensatz zum Weihnachtsteller ist der Verzehr eines solchen Hauses mit „Arbeit“ verbunden.

Und wenn Ihr (so wie ich meistens) so richtig viel um die Ohren habt in der Weihnachtszeit – die Häuser gibt es schon als Fertigbausatz (sozusagen ein Fertig-Hexenhaus). Meine Jungs fanden Häuser nicht so spannend, daher hatten wir im letzten Jahr eine Eisenbahn.

Unsere Lebkucheneisenbahn

4. Wintervogelfutter herstellen

Wir feiern die Jahreskreisfeste, um uns mit der Natur um uns herum wieder zu verbinden. Jul ist das Fest des Gebens, aber dies sollte man nicht nur auf seine eigene Familie beziehen. Während unserer magischen Rituale opfern wir den Göttern und Naturgeistern – mit Kindern kann man dies ganz praktisch tun, indem man Vogelfutter selbst herstellt. Fertiges Fettfutter ist meist nicht wirklich ausgewogen.

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Wildvögel kann man übrigens das ganze Jahr über füttern – natürlich hört man hier und da Meinungen, dass man dies nicht tun sollte, aber durch den Wandel in der Landwirtschaft finden die meisten körnerfressenden Arten oft das ganze Jahr über nicht mehr genug Nahrung. Besonders im Winter sollte man aber füttern, so man die Möglichkeit dazu hat. Achtung – gerade auf dem Balkon einer Mietwohnung ist es manchmal nicht erwünscht, dass Vögel gefüttert werden.

Eine Anleitung für Vogelfutter findet Ihr beim NABU, dort findet Ihr auch Tipps, welche Körner und Zutaten sich eignen – vielleicht könnt Ihr das Futter individuell auf die Vögel, die in Eurer Region heimisch sind, abstimmen. Ebenso findet Ihr da auch Anleitungen zur Einrichtung einer Futterstelle.

Mit dieser Aktivität gebt Ihr nicht nur der Natur etwas zurück, Ihr könnt auch den Winter über gemeinsam mit Euren Kindern die Vögel beobachten.

5. Ein Jul- Block gestalten

Der Julblock ist ein Brauch aus vorchristlicher Zeit, der in einigen Regionen sogar als Christklotz im christlichen Glauben verbreitet ist. Dies war ein großer Scheit aus Eichen- oder Eschenholz, der am Julfest bzw. später am Heiligen Abend im Kamin verbrannt wurde und nach Möglichkeit mindestens 12 Stunden brennen sollte. An diesem Feuer wurden alle Lichter der Hauses neu entzündet, als Symbol der Rückkehr des Lichtes. Es sollte Segen bringen, wenn der Klotz oder zumindest das Feuer für die folgenden 12 Rauhnächte am Brennen gehalten wurde. Die Asche wurde hinterher auf den Feldern verteilt und ins Tierfutter gemischt.

Nun hat nicht jeder das Glück, einen Kamin sein eigen zu nennen und viele moderen Kaminöfen würden einen so großen Scheit gar nicht fassen. Daher könnt Ihr die Tradition abwandeln, in dem Ihr einen dekorativen Holzscheit mit Kerzenhaltern bestückt und Ihn mit immergrünen Zweigen und Naturmaterialien schmückt. Diese könnt Ihr mit Euren Kindern auch selbst im Garten oder Wald sammeln, wie z.B. Tannenzapfen. So habt ihr eine tolle pagane Tischdeko – wenn Ihr 4 Kerzen nutzt, könnt Ihr das ganze auch als Adventskranz nutzen.

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Beim Recherchieren bin ich übrigens auf eine andere, sehr kreative Variante gestoßen – Ihr könnt auch einen Kuchen in Stammform backen und mit Kerzen schmücken – wenn Ihr vielleicht noch einen Geburtstag in dieser Zeit habt, wäre das doch ein tolles Crossover.

6. Musiziert oder lest Geschichten vor

Singt und musiziert mit Euren Kindern. Es geht in erster Linie ums Gefühl und das Zusammensingen, nicht um die richtigen Töne (ist ja kein Casting) – versucht es einfach. Wenn ihr kein Instrument spielt, wie wäre es mit Instrumenten, die man intuitiv spielen kann, wie eine Handpan oder eine Kalimba?

Wenn das nichts ist, lest Geschichten vor – passend zum Jul wäre beispielsweise “Frau Holle” (die Göttin Holle diente wohl als Vorlage für die Figur der Frau Holle). Ansonsten gibt es vielleicht Sagen/ Legenden aus Eurer Region, die man kuscheligen Stunden gemeinsam entdecken kann. Ein etwas weihnachtlicherer Vorschlag wären die Geschichten aus „Wirklich wahre Weihnachtsgeschichten“ von Margret Rettich. In den Geschichten geht es um die zwischenmenschlichen Dinge rund um die Feiertage- mal lustig, mal traurig und mal nachdenklich.

Erzählt mal, was Ihr feiert und wie Ihr feiert? Was macht Ihr mit Euren Kindern – oder was habt Ihr als Kinder gern gemacht. Hattet Ihr früher eine Aktivität, die zu dieser Zeit gehörte? Bleibt bitte gesund und macht Euch eine schöne Zeit, trotz aller widrigen Umstände. Be blessed, Keya

Das Julfest – die dunkelste Nacht des Jahres

Nach Samhain ist das nächste Fest im Jahreskreis das Julfest oder Jul. Oft sieht man auch die Schreibweise Yule – besonders im englischsprachigen Raum und dort auch in Weihnachtsliedern:

Have yourself a merry little Christmas, make the Yuletide gay.

Hugh Martin und Ralph Blane

Das Oxford Dictionary erklärt, Yuletide sei ein archaischer Ausdruck für Weihnachten – und tatsächlich hängen diese beiden Feste auch zusammen. Wie genau weiß man zwar heute nicht mehr ganz genau, ähnlich wie bei Samhain und Halloween gibt es diverse Theorien. Beide feste haben jedoch einen ähnlichen Anlass und ähnliche Traditionen. In einigen skandinavischen Ländern heißt Weihnachten auch tatsächlich Jul.

Jul wird zur Wintersonnenwende gefeiert. Der astrologische Zeitpunkt ist der Wechsel der Sonne von Schütze zu Steinbock (1° Steinbock). Als fixer Termin wird daher meist der 21.12. genannt. Die Wintersonnenwende ist die längste Nacht des Jahres – ab nun werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Das Licht kommt wieder, d.h. der an Samhain gestorbene Gott wird durch die Göttin wiedergeboren. Jul ist sinnbildlich die Wiederkehr allen neuen Lebens.

Viele Kulturen haben zu dieser Zeit die (Wieder-) Geburt des Gottes gefeiert, z.B. im römischen Sol Invictus (Mithras) Kult wurde die Geburt des Lichtgottes vermutlich am 25.12. gefeiert. Dieser Termin wurde später angeblich von den Christen als Geburt Jesu überno men, da die frühen Christen angeblich viele Parallelen zwischen dem Sonnengott und Jesus sahen. Der Tag ist seit 336 n. Chr. ein kirchlich belegter Feiertag.

Jul ist auch in den paganen Religionen das Fest der Familie. Es symbolisiert den Zusammenhalt in dunkler Nacht und erinnert uns, dass alles ewig währt. Es gibt Hoffnung in der dunkelsten Zeit des Jahres.

Um die Unsterblichkeit zu symbolisieren, wird das Haus mit dem immergrünen Julbaum oder Julbüschel (als Zweige oder Kränze) dekoriert. Dazu werden überall Kerzen und Lichter aufgestellt, die das wiedergeborene Licht präsentieren. Die traditionellen Farben zur Dekoration sind daher grün (Erde, Natur und Hoffnung), gold (Licht, der Gott) und rot (Leben, Geburt, das Blut der Göttin).

Als Symbole dienen neben immergrünen Pflanzenteilen wie o.g. Kerzen oder aber auch ein Rad als Symbol des Jahresrades – denn das Wort Jul bedeutet Rad oder Kreislauf. Sehr schön kann man daher auch getrocknete Orangenscheiben verwenden. Als Opfer eignen sich Glühwein oder Gewürzgebäck (oder eben die kinderfreundliche Variante Milch und Kekse).

Wer räuchern möchte, der kann auf jedes würziges Räucherwerk zurückgreifen: Rosmarin, Zeder, Kiefer, Lorbeer, Tanne, Zimt, Weihrauch, Myhrre und Salbei. Wer einen Kamin hat, der kann einen Julblock verbrennen – traditionell wurde an Jul ein Feuer mit einem lange brennenden Holzblock angezündet, dass mindestens 12 Stunden brennen sollte. Wer keinen Kamin hat, der kann einen Julblock dekorieren und mit Kerzen schmücken und symbolisch als Tischschmuck verwenden (ähnlich wie dem christlichen Adventskranz).

Ritualthemen an Jul sind neben Wiedergeburt auch Schutz und Segen für sich selbst und seine Lieben. Als Edelsteine zur Unterstützung können Malachite, grüner Aventurin und Rubin genutzt werden.

Das Festessen darf deftig sein. Meine Favoriten sind Drei- Nuß- oder Linsenbraten oder Mock- Duck à l’orange. An Naschereien eignen sich Nüsse, Äpfel, Obstkuchen und Apfelsinen.

Der Vollständigkeit halber – andere Namen für Jul sind Jolablót (Julopfer), Sonarblót (Eberopfer) oder Midvertblót (Mittwinteropfer), Modraniht oder Alban Arthuan (Licht von Arthur).

Während bei den Kelten Samhain als Beginn des Jahres gesehen wurde, war bei den Germanen Modraniht, die Nacht der Mütter mit den folgenden Nächten die Zeit des Jahreswechsel. Als Symbol wurden am Julabend alle Lichter gelöscht und am Feuer des Julblock neu entzündet. An Jul und den folgenden Rauhnächten durfte das Rad des Jahres nicht durch das Drehen eines anderen Rades gestört werden – Pflug, Spinnrad, Schubkarre und andere Gerätschaften durften in dieser Zeit nicht bewegt werden. Zu den Rauhnächten folgt aber noch ein gesonderter Artikel.

Erzählt doch mal – was feiert Ihr? Jul, Weihnachten oder beides? Was sind Eure Traditionen? Und wie feiert Ihr 2020 in dieser wirklich besonderen Situation durch Covid 19? Ich wünsche Euch eine schöne, besinnliche Zeit, lasst uns das Beste daraus machen. Be blessed, Keya

P.S. – wer sich über einen kleinen musikalischen Adventskalender freut und nichts gegen den ein oder anderen falschen Ton hat, kann mir auf Instagram lauschen, diesen Account hatte ich für musikalische Unterstützung meiner Lieben in der Coronazeit eingerichtet.

Happy Birthday Schröte

Goodbye to you my trusted friend

We’ve known each other since we were nine or ten

Terry Jacks, „Seasons in the Sun“

Ich bin heute einige Tage zu spät, meiner aller besten Freundin, meiner Seelenverwandten zu gratulieren. Das kennt sie leider schon, denn seit ich Mutter geworden bin, ist ihr Tag immer ein wenig vergessen worden, liegt er doch genau zwischen meinem und dem Geburtstag meines Sohnes. Trotzdem war sie all die Jahre da, meine unveränderliche Konstante seit meinem 11. Lebensjahr. Große Parties waren eh nie ihr Ding, ebenso wie sie eigentlich auch zufrieden mit allem (außer Salat!) als besonderen Snack war.

Wieso ich mit einem Zitat aus dem eigentlich recht traurigen Lied „Seasons in the Sun“ beginne – meine liebe Freundin ist Anfang Juni über die Regenbogenbrücke vorausgegangen, nach fast 27 gemeinsamen Jahren. Dieses Jahr hätten wir am 14.11.20 ihren 40. Geburtstag gefeiert, wobei das natürlich nur der Tag war, an dem sie mir geschenkt wurde.

Damals war ich wie gesagt 11 Jahre, sie war 13 Jahre. Und irgendwie war sie daher immer wie meine große Schwester. Ich fühle mich ohne sie ein wenig verloren und das wird wohl eine ganze Weile- oder vielleicht bis ich ihr folgen werde- so bleiben.

Zunächst war die Entscheidung, eine Schildkröte als Haustier haben zu wollen, eine ganz pragmatische: Meine Mutter hatte eine Tierhaarallergie und somit fielen ein Hund oder eine Katze aus. Ich schleppte hartnäckig diverse Sommergäste mit in mein Zimmer, um sie am Ende des Tages dann wieder in die Freiheit zu entlassen. Eine Schildkröte war jedoch eine sehr teure Angelegenheit (Hut ab, in der damaligen Zoohandlung sind wir aus heutiger Sicht sehr gut beraten worden) – und so lautete die Antwort meiner Eltern erst einmal „Nein“. Dann wurde uns jedoch eine Rotwangenschmuckschildkröte geschenkt.

Meine „Chillkröte“

Mit Ankunft meiner Freundin begann nicht nur meine Leidenschaft für Schildkröten an sich – ich fand in der Schildkröte im Allgemeinen mein Krafttier. In den 90ern hatten viele meiner Schulfreunde Schildkröten, aber keiner hatte so einen Draht zu seinen Tieren wie ich zu meiner Freundin. Wann immer ich jemanden zum Reden brauchte, war sie da und manchmal war es, als hörte ich ihre Antwort auf meine Fragen ganz tief in mir drin, wenn ich ihr in die Augen schaute.

Die Schildkröte als Krafttier steht für Schutz, Weisheit, Ruhe, Rückzug und Orientierung. Sie ermahnt, beharrlich zu bleiben, seinen Weg in Ruhe und ohne Ablenkung von Außen zu gehen. Gerade Introvertierten wie mir sagt die Schildkröte: „Trage Deinen Panzer mit Stolz – aber wehre Dich, wenn es Dir zu viel wird“. Krafttiere können je nach Lebenssituation einmal wechseln, ich bin aber der Meinung, jeder Mensch hat ein Krafttier, dass ihn sein Leben lang begleitet und ihm hilft, auch seine Schattenseiten zu lieben und zu nutzen. Und so kam ich zu meinem Namen – Keya heißt der Geist der Schildkröte bei den Lakota, dort ist die Schildkröte Symbol des Lebens und der Langlebigkeit.

Alter jedoch ist bei Schildkröten so eine Sache – mehr als die Hälfte sterben in der Natur direkt nach dem Schlupf und soweit schaffen es meist nicht alle Eier eines Geleges. Wie alt Schildkröten in der Heimtierhaltung werden, ist ganz unterschiedlich. Für die Art meiner Freundin liegen die Altersangaben bei 30-50 Jahre – mit 40 erreichte sie also einen guten Durchschnitt. Man muss bedenken, dass sie die ersten 13 Jahre ihres Lebens aus Unwissenheit und falscher Beratung bei der anderen Familie nicht wirklich artgerecht gehalten wurde (keine Beleuchtung, zu kleines Becken und keine verminderte Aktivitätsphase oder Winterstarre) – und das änderte sich auch bei mir leider erst peut a peut – denn ich sparte mir alle nötige Technik von meinem Taschengeld zusammen.

Am Ende hatte die Gute sogar zwei hervorragende Tierärzte überlebt, die sich mit Schildkröten auskannten. Letzten Dezember bemerkten wir schleichend eine Veränderung an ihr – sie erinnerte uns auf einmal an meine 2 Jahre zuvor verstorbene Großmutter – dieser Ausdruck in den Augen eines Lebewesens, das spürt, dass es bald Zeit ist, weiterzureisen. Alles ging noch, wie es sollte – nur wurde es jeden Tag ein klein wenig langsamer und bedächtiger. Anfang Juni spürten wir, dass eigentlich die Zeit zum Verabschieden gekommen war – und so fuhr ich an einem Freitag mit ihr ein letztes Mal zu einer Tierärztin, eigentlich mit dem Willen, meine Freundin gehen zu lassen. Aber leider wurde mir eingeredet, dass sich da noch was machen ließe – stationäre Aufnahme, Blutbild, Antibiotikum, Röntgenbild – was hätte ich darum gegeben, dass einer der anderen beiden Tierärzte noch verfügbar gewesen wäre.

„Schließlich ist der Tod für den gut vorbereiteten Geist nur das nächste große Abenteuer.“

Albus Dumbledore in „Harry Potter und der Stein der Weisen“ von J.K.Rowling

Meine liebe Freundin schlief in der Nacht des folgenden Samstag im stationären Aufenthalt ein (am Geburtstag meiner Großmutter, was ich ein wenig ironisch finde). Das Blutbild offenbarte dann eigentlich, was ich instinktiv schon wusste – für jedes Lebewesen ist die Zeit irgendwann einmal vorbei. Ich finde es sehr traurig, dass ich nicht bei ihr war in diesem Moment. Damit das jetzt aber nicht eine gar so traurige Geschichte hier wird und weil unsere Lieben ja in den Geschichten über uns weiterleben, hat eine gute Freundin folgende Geschichte über uns geschrieben:

Wie Oskar ein Ei legte

Oskar ist eine 24 Jahre alte Rotwangenschmuckschildkröte. Sie wurde als kleiner Schlüpfling in der Größe eines Fünf-Mark-Stücks mit einem Geschwistertier in einer Zoohandlung gekauft. Bei so kleinen Schildkröten kann man das Geschlecht noch nicht erkennen – daher nannte sie das kleine Mädchen, bei dem sie wohnte, „Oskar“.

Nicht alle Schildkröten werden groß, viele sterben noch ganz klein – so auch leider Oskars Geschwistertier. Aber wenn Schildkröten groß werden, dann werden sie uralt für so kleine Tiere. Rotwangenschmuckschildkröten wie Oskar werden 40 Jahre. Leider kommt vorher jedoch der Zeitpunkt, an dem die Kinder, die sich die Schildkröten wünschten, groß werden und ausziehen. Für die Schildkröte ist dann kein Platz mehr im Leben neben Studium, Ausbildung und Party. Also blieb Oskar bei den Eltern des Mädchens zurück.

Bis am 14.11.1993 auf einmal eine Frau mit einem Mädchen zu Besuch kam. Da war Oskar gerade 13 Jahre. Oskar hörte, dass über sie geredet wurde. Was sie gern mag – Bachflohkrebse, Sonne und im Gras rumlaufen. Das sie dabei auch schon von der Terrasse gefallen ist und sich ein Stück Panzer herausgebrochen hat. Warum interessiert sich das Mädchen denn dafür. Auf einmal hebt das Mädchen Oskar aus ihrem Becken, die Frau, die vermutlich die Mutter des Mädchens ist, nimmt das Becken mit. Es ist nur eine kurze Fahrt mit dem Auto, einmal auf die andere Seite des Dorfes. Die Mutter fragt: „Du sagst, Oskar ist ein Mädchen? Willst Du ihr dann einen anderen Namen geben, Sabrina?“ „Nein, ich möchte auch nicht von jetzt auf gleich anders heißen – sie ist meine Lady Oskar“ „Das ist mir zu lang, ich nenne sie Oskarine“ antwortet die Mutter.

Sabrina heißt also das Mädchen, bei dem Oskar jetzt wohnt. Oskar gefällt es. Das Mädchen scheint sehr allein zu sein, sie bringt kaum Freunde mit nach Hause. Dafür erzählt sie Oskar alles. Manchmal ohne Worte, wenn die beiden zusammen im Garten in der Sonne liegen. Sabrina gibt ihr ganzes Taschengeld dafür aus, Oskar ein größeres Aquarium und eine UV- Lampe zu kaufen. Schildkröten lieben die Sonne und nun muss Oskar nicht mehr auf den Sommer warten. Schildkröten sind nicht sehr zutraulich, aber bei Sabrina macht Oskar eine Ausnahme. Als einmal eine Katze auf sie zukommt, rennt sie einmal durch den gesamten Garten zu Sabrina, anstatt in den Teich zu springen, wie es der Fluchtinstinkt ihr sagt.

So ziehen die Jahre ins Land, Oskar sieht das Mädchen größer werden. Der erste Freund kommt. Innerlich glaubt Oskar schon zu wissen, was kommt – wo sie wohl hinzieht, wenn auch Sabrina geht? Ob wieder ein Mädchen kommt? Nur mit der Mutter wird es vielleicht selbst einer Schildkröte zu langweilig. Nachdem, was Oskar mit Sabrina alles erlebt. Der erste Freund geht wieder, aber Oskar und Sabrina bleiben zusammen. Dann kommt der zweite Freund. Oskar mag ihn nicht. Das zeigt sie ihm auch. Er bleibt trotzdem. Schlimmer noch, Sabrina und er wollen zusammenziehen.

Oskar sieht zu, wie das Kinderzimmer leergeräumt wird. Schildkröten können nicht weinen, auch wenn ihr gerade danach zu Mute ist. Doch Sabrina kommt nochmal ins Zimmer, hebt Oskar aus dem Becken. „Ich habe es Dir versprochen, nie mehr ohne Dich“ flüstert sie Oskar ins Ohr. So zieht Oskar in die Studentenwohnung der Beiden mit ein. Im Sommer 2004 geht es jedoch wieder in den Garten im Elternhaus. Sabrina und ihr Freund wollen mit den Eltern nach Schottland. Oskar soll bei Oma Hannchen bleiben, die auch in Sabrinas Elternhaus wohnt. „In Schottland ist es zu kalt für Dich“ sagt Sabrina zum Abschied „Aber ich grüße Nessie von Dir. Das ist ein Ungeheuer und lebt in einem Teich, wie Du, mein Drachenbaby“. Oskar verdreht die Augen. Sabrina ist doch zwei Jahre jünger, wieso soll sie denn das Baby sein.

Die ersten Tage ohne Sabrina sind komisch. Schildkröten haben soviel Hunger, dass man sie nur alle 2 Tage füttern soll, da sie sich sonst überfressen. Aber Oskar hat keinen Appetit. In Omas Garten ist es großartig und sie freut sich über die Sonne. Jedoch ist ohne Sabrina in der Sonne liegen nicht das Gleiche.

Oma Hannchen ist Sabrina sehr ähnlich. Sie ist genauso introvertiert und versteht ohne Worte, was Oskar beschäftigt. Allerdings kennt sie sich nicht so gut mit Schildkröten aus wie Sabrina. Die erklärt sogar Oskar, was sie falsch macht, denn Sabrina hat jedes Buch über Schildkröten gelesen, dass sie finden konnte. Und Sabrina hat ein eidetisches Gedächtnis und kann die Stellen der Bücher zitieren. Manchmal ist das aber auch nicht so gut, dass Sabrina alles weiß. Denn oft möchte Oskar gern etwas essen, darf das aber nicht. Weil das nicht gut für sie wäre, sagt Sabrina.

Oma Hannchen kümmert das nicht, sie möchte, dass Oskar wieder fröhlich ist. Also geht sie mit Oskar in die Küche und rührt in Schüsseln, erhitzt eine Pfanne und brutzelt etwas. Nach kurzem Abkühlen wirft sie Oskar kleine weiche Streifen ins Aquarium. Oskar macht sich darüber her, die Streifen schmecken sehr lecker. Sie guckt Oma an und Oma Hannchen versteht „Du möchtest mehr, gell?“ Einen ganzen Eierpfannkuchen verdrückt Oskar. „Das war gut, oder? Der Opa Willi und auch Sabrina haben auch immer Eierpfannkuchen von mir gekriegt, wenn sie traurig waren“ Oskar schläft an diesem Abend glücklich ein. Die zwei Wochen bis Sabrina wiederkommt, werden bestimmt nicht so langweilig, wie gedacht.

Doch in der Nacht wacht Oskar auf. Es rumort in ihrem Bauch. Vielleicht hat Sabrina Recht, wenn sie sagt, Schildkröten sollten kein Menschenfutter kriegen. Es drückt und tut weh. Was ist das bloß. Auf einmal ist es vorbei. Oskar schläft wieder ein, nimmt sich aber fest vor, morgen nicht wieder soviel Eierkuchen zu essen, wenn Oma Hannchen welchen macht.

Am nächsten Morgen wird Oskar wach, weil Oma ganz aufgeregt am Telefon spricht: „Der Oskar hat ein Ei gelegt! Ich habe nur Eierpfannkuchen für ihn gekocht und morgens war das Ei da“. Am anderen Ende der Leitung hört Oskar Sabrinas Lachen: „Oma, ich sage Dir doch seit fast zehn Jahren, Oskar ist ein Mädchen. Alles gut, sag ihr, ich bin stolz auf sie und ihr erstes Ei!“ Oskar hört das Lächeln in Sabrinas Stimme. Wer Schildkröten gut kennt, kann das Schmunzeln in Oskars Blick erkennen. Schildkröten sind nicht so teilnahmslos, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Man muss sich nur genauer in sie hineinfühlen.

Wenn mir meine Freundin eins beigebracht hat, dann, dass das Leben weiter geht. Und nachdem sie mir 27 Jahre gezeigt hat, wo es lang geht, bin ich jetzt erwachsen genug, zwei kleine Schlüpflinge in meinem Leben begrüßen zu dürfen – Willkommen Pech und Schwefel.

Schwefel und Pech

So, das war mal ein völlig anderer Beitrag. Aber auch die Beziehung zu Tieren hat ja was Magisches an sich? Was habt ihr für Tiere? Habt ihr Euer Seelentier gefunden? Erzählt mal in den Kommentaren, ich bin gespannt. Be blessed, Keya

Geburtstagslegung

Ich habe Hausarrest – und das an meinem Geburtstag…

Tja, heute ist mein Geburstag. Und wie eigentlich immer dieser Tage – nichts ist wie geplant. Achtung – ich muss mal ganz kurz „Jammern“. Ich bin seit über einem halben Jahr im Homeoffice und verlasse das Haus eigentlich nur alle 2 Wochen zum Einkaufen (in seiner Frühschicht geht mein Mann einkaufen). Zu Beginn habe ich mich gefragt, wie ich als introvertierter Mensch wohl noch Kontakte beschränken könnte – tatsächlich geht da immer noch was. Als sich Entspannung der Lage abzeichnete, freute ich mich, zu meinem 38. Wiegenfest, das nun mal so optimal auf einem Freitag liegt, eine Tea- Party veranstalten.

Da ja aber die Fallzahlen dann wieder stiegen, hatten wir uns überlegt, abends die Kinder an die Großeltern zu vermieten und ins Kino zu gehen – machen wir selten und tatsächlich ist ja Teil 2 des Hexenclubs am 29.10.2020 angelaufen – hätte sich so schön gepasst. Ganz kurz vor meinem Geburtstag wurde uns dann diese Hoffnung auch zu Nichte gemacht.

„Ätherische Visionen – Das illuminierte Tarot“ erschienen bei Königsfurth-Urania

Mein Mann hatte dann noch Spätschicht – zu der er früher fuhr, weil er Stunden nachholen musste, die er durch einen Notfall eine Woche zuvor mit unserem Hund gebraucht hatte. Also hatte ich heute (bis auf telefonischen Elternsprechtag und Gesangunterricht) einen ganz ruhigen Tag, mich mit dem Geburtstagsgeschenk meines Mannes auseinander zu setzen. Mein Mann hatte mir sein Geschenk allerdings schon vor ein paar Wochen überreicht, denn er schafft es meist eh nicht, dicht zu halten.

Ich habe eine kleine Sammlung Lenormand- und Tarotkarten, in Studentenzeiten habe ich sogar mal ganz kurzzeitig bei einer Hotline Erfahrungen sammeln dürfen. Derzeit verstecken sich die Decks aber alle vor mir. Als unser 2. Sohn unterwegs war, mussten wir meine „Hexenkammer“ ausräumen, um dort ein zweites Kinderzimmer zu haben. Die Decks sind ordentlich verpackt in einem Karton – nur finde ich diesen auf dem Dachboden gerade nicht. Sie werden mich wiederfinden, wenn ich sie brauche.

Mein Mann schenkte mir zum Geburtstag das Deck „Ätherische Visionen- Das illuminierte Tarot“ (erschienen beim Königsfurt-Urania Verlag). Ich habe zwar (weil ich das Deck ja schon da hatte), schonmal Tageskarten damit gezogen und auch die Legung an Samhain bereits mit diesem Deck gemacht, heute habe ich mir aber mal die Zeit genommen, eine große Legung für mich anlässlich meines Geburtstags für mich zu machen. Ich bin so verliebt in dieses zauberhafte Deck, ich wollte Euch daran teil haben lassen.

Wie findet Ihr das Deck? Welches sind Eure Lieblings- Kartendecks? Hättet Ihr Interesse an dem Inhalt der Legung?

Be blessed, Keya

P.S. demnächst brauche ich eine größere Decke zum Auslegen – ist ja bald Jul/ Weihnachten

Abbildungen der Karten mit freundlicher Genehmigung des Königfurt-Urania Verlags, © Königsfurt-Urania Verlag, www.koenigsfurt-urania.com

Samhain 2020 – ein paar Eindrücke von unserer Feier

Kennt hr dieses komische Gefühl an einem freien Tag nach einem Feiertag? Das Knistern, die Magie des Tages liegt noch in der Luft – besonders, wenn ein Feiertag besonders harmonisch verlief.

Harmonisch heißt bei meiner Familie allerdings selten wie geplant. Ich möchte es hier eigentlich nicht zu lang werden lassen, aber tatsächlich haben wir alles geschafft, was ich geplant hatte – nur der Herbstspaziergang im Familienverbund fiel leider aus – mein Mann hat bei einer dringenden Renovierung mitgeholfen. Dafür hatten wir noch zwei Gäste zum Dinner dabei – spontan umgeplant und aus einem Gang irgendwie 2 Gänge gemacht, damit alle satt werden – aber Feiertage sind immer besser, wenn man sie teilt.

Das soll für dieses Kalenderjahr nun auch der letzte Eintrag zu Samhain sein – für das gerade heute beginnende Hexenjahr kann ich das leider nicht versprechen 😉

Be blessed, Keya

Abbildungen der Karten des „Ätherische Visionen – Das illuminierte Tarot“ mit freundlicher Genehmigung des Königfurt-Urania Verlags, © Königsfurt-Urania Verlag, www.koenigsfurt-urania.com

Allerseelenbrot

Seelenbrot wurde an Halloween in Irland gebacken, um es dann den Armen zu geben. Oftmals wurde eine Scheibe den Ahnen als Opfergabe dargebracht und/ oder draußen den Feen angeboten. Der Rest wurde verteilt, wenn Menschen von Haus zu Haus gingen, um Verse zu rezitieren (was später zum heutigen Trick or Treat wurde).

Die Inspiration zu meinem Rezept stammt aus einem Buch, dass sich an der englischen Tradition der sogenannten Sau’mas- Laibe, die in der früheren englischen Grafschaft Cleveland County gebacken wurden, orientiert. Auch in anderen englischen und schottischen Orten gab es ähnliche Traditionen.

Vor dem Backen

Aber Seelenbrot gibt es nicht nur in Irland- auch in Teilen Deutschlands war es üblich, Backwaren zu Allerseelen herzustellen. In der schwäbischen Küche gibt es die sogenannten Seele (auch schwäbische Seele genannt) – ein längliches Weißbrotgebäck aus Dinkel, außen knusprig, innen weich. Auch hier wird vermutet, dass der Brauch mit Allerseelen zusammenhängt – wer an der Wende vom Herbst zum Winter die armen Seelen verköstigt, der soll im folgenden Jahr durch eine reiche Ernte belohnt werden.

Eine andere Geschichte um die Seelen besagt, ein Bäcker aus Ravensburg habe in der Zeit des 30 jährigen Krieges ein Gelübde abgelegt, jedem Bedürftigen jedes Jahr an Allerseelen ein Brot zu schenken, wenn dafür die Pest an Ravensburg vorbeiginge – aus schwäbischer Sparsamkeit wurden aus Brotlaiben dann eben so eine Art Baguette.

Aber auch in Mexiko gibt es zum Fest der Toten (Dia de Los Muertos, 31.10.-2.11) das Brot der Toten (pan de muerto), ein Hefeteiglaib verziert mit Mustern, die Gebeine darstellen sollen sowie Zuckerfigürchen in Form von Totenköpfen (calaveras de dulce). Aber auch in Italien und Österreich findet man traditionelle Backwaren zu Allerheiligen/ Allerseelen. Spannend, dass es hier in unterschiedlichen Kulturen solche Ähnlichkeiten gibt.

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Hier meine vegane Variante des Aller- Seelenbrot:

Zutaten:

  • 1 Hefewürfel (Fruchtbarkeit und Geld)
  • 250 ml Pflanzendrink Eurer Wahl (ich bevorzuge Hafer oder Dinkel, da heimisch und auch leicht selbst gemacht)
  • 500 g Mehl (Fruchtbarkeit und Geld)
  • 1/2 TL Salz (Schutz)
  • 4 EL Kürbispüree (Fruchtbarkeit)
  • 120g Zucker (Liebe)
  • 1 TL unbehandelte Orangenschalen (Liebe und Geld)
  • 1 TL unbehandelte Zitronenschalen (Schutz)
  • 60 g Alsan oder eine andere pflanzliche Margarine
  • 1/2 TL Mohnsamen (Glück)

Die Hefe in 100 ml des Pflanzendrink verrühren und 120g Mehl hinzugeben. Verkneten und mit Mehl bestäubt gehen lassen, bis die Masse sich verdoppelt hat.

Salz und Kürbispüree hinzugeben und aufschlagen. Dann die Fruchtschalen, den Zucker und die Margarine sowie das restliche Mehl, den restlichen Pflanzendrink hinzugeben und durchkneten – wenn Mehl und Flüssigkeit immer abwechselnd in kleinen Portionen hinzugeben wird, wird die Masse nie zu trocken oder feucht und lässt sich besser kneten.

5-10 Minuten wird der Teig jetzt geknetet. Wenn Ihr mögt, könnt ihr folgenden Segen dabei immer wiederholen:

Segne die Lebenden,
Gedenke der Toten

Das müsst Ihr aber nicht machen, nur wenn Ihr Euch wirklich damit wohlfühlt. Sollte der Teig am Ende klebrig sein, noch ein bisschen Mehl hinzugeben und nochmal kurz Kneten.

Den Teig dann in einer Schüssel an einen warmen Ort stellen und mit einem Tuch abgedeckt aufgehen lassen, bis er wieder doppelte Größe erreicht hat.

In 3 Teile teilen und einen Zopf aus den Strängen flechten. Mit Pflanzendrink bestreiche und mit den Mohnsamen bestreuen. Noch einmal eine halbe Stunde aufgehen lassen und dann bei 180 Grad Ober- Unterhitze 1 Stunde backen.

Das fertige Brot

Wenn ihr mögt, könnt Ihr in der Samhain Nacht auch eine Scheibe des Brotes für die Feen und Naturgeister nach draußen stellen. Viel Spaß beim Backen!

Be Blessed, Keya

Freifliegend – über mich

Auf der Startseite habe ich alles noch ein wenig wage gelassen – weil ich tatsächlich noch nicht so richtig weiß, wo die Reise (oder der Ritt auf dem Besen) so hingeht.

Ich habe schon oft geblogt, ob für meinen Etsyshop oder dann auch mal über Vintagestyling. Und eigentlich habe ich das aus Zeitgründen alles wieder sein lassen. Und ich frage mich auch jetzt, ob die Welt noch einen Blog braucht- und ich glaube (hoffe) ja.

Wie kam es dazu. Nun, im Gesangunterricht habe ich das Stück „A Living Prayer“ bekannt durch Alison Krauss gesungen. Dieses Lied hat mir sehr aus dem Herzen gesprochen, denn seit meiner Kindheit bin ich schon der Überzeugung, dass Beten nichts bringt, wenn man danach nicht entsprechend sein Leben gestaltet. Nun stellte mir meine Gesanglehrerin die Frage „Bist Du religiös?“

Vielleicht ersetze ich das nochmal durch ein Cover des Liedes von mir 😉

Nein, nicht religiös- jedoch gläubig. Magie und ein ganz bestimmtes Wissen, dass ich nicht in diesem Leben erworben habe, begleiten mich schon mein ganzes Leben. Wer nun denkt „Na toll, noch so eine Esoterik- Tante“ – ja, mein Verstand hat sich das oft gefragt, ob ich in die Esoterik abdrifte. Ich will im Folgenden kurz erklären, wieso das nicht der Fall ist.

Mein ganzes Leben fühle ich mich schon wie ein Beobachter. Selbst wenn ich Teil einer Gruppe bin, gehöre ich nie ganz dazu. Ich habe Erinnerung an meine frühste Kindheit- z.B. meine frühste Erinnerung ist an einen Urlaub in Ostfriesland, als ich 1,5 Jahre war. Mit etwa 6 Jahren fragte ich meine Eltern, ob wir nicht nochmal dahin fahren könnten – gefolgt von einer detailgetreuen Beschreibung der Ferienwohnung, die, so erklärten es sich meine Eltern, von einem Foto stammen würde, da ich mich ja unmöglich erinnern könnte.

Ich war schon immer ein introvertierter Mensch, in Gruppen, aber selbst in einer Freundschaft fällt es mir oft sehr schwer, alle meine Gedanken zu einem Thema überhaupt platzieren zu können. Meist werde ich jedoch intuitiv um Rat gefragt, wenn Freunde Liebeskummer haben – und vergessen, wenn er vorbei ist. Das ist o.k. – manchmal fühle ich mich wie eine Mary Poppins in Liebesdingen (wer hat als Kind auch immer geweint, wenn Mary melancholisch der Banks Familie hinterher sieht und begreift, dass es Zeit für sie ist, weiterzugehen, da sie nicht mehr gebraucht wird?)*

That’s the real magic, helping other people.

Cassie Nightingale, „The Good Witch“

Meine Mutter war sehr christlich und erzählte mir viel vom lieben Gott – der eigentlich den ganzen Tag wegen Kleinigkeiten auf mich böse war. Irgendwie begriff ich sowieso recht früh, dass die Bibel ein Buch zwar von Gott handelt, aber von Menschen für Menschen geschrieben wurde. Daher war es für mich nicht von der Allgemeingültigkeit mit der heute Menschen einzelne Passagen daraus zitieren, um das Leben anderer in Frage zu stellen. Grundsätzlich gefällt mir das Konzept der Nächstenliebe, offenbar hat es aber noch nicht der letzte verstanden.

Ich habe immer an das Göttliche geglaubt – für mich war es aber immer größer als ein einzelnes Bildnis einer einzelnen Gottheit. Für mich war das Göttliche das Universum- mit all den Erklärungen der Wissenschaft und all den Mysterien, die die Wissenschaft (noch) nicht erklären kann. Alle Gottheiten sind wie kleine Mosaiksteine in diesem großen Ganzen – sie zeigen einen Teilaspekt einer großen Kraft, die wir nie ganz erfassen können – im Gegenteil, wir sind auch kleine Mosaiksteine des großen Ganzen.

Photo by Hanny Naibaho on Unsplash

Mit 11 Jahren baute ich mir meinen ersten Altar im Zimmer. Als Kraftort, als Rückzugsort, wenn mich die Welt wieder überfordert. Zunächst mit christlichen Symbolen, da meine Familie sehr christlich geprägt war – bis heute bin ich selbst noch ein Mitglied der Gemeinde hier im Ort und habe auch meine Kinder bewusst taufen lassen. Ich begreife die Gemeinde als Institution des Miteinander hier vor Ort.

Kurz vor meiner Konfirmation wurde mein Bruder Buddhist. Meine Mutter war am Boden zerstört und konnte das nicht verstehen. Grundsätzlich habe ich gespürt, wieviel Kraft meine Eltern für die Probleme meiner deutlich älteren Brüder aufbringen müssen und war daher ein sehr ruhiges, „erwachsenes“ Kind. Ich wusste, welche Ansichten ich einfach lieber für mich behalten, um meine Mutter nicht zusätzlich zu beunruhigen. Parallel erfuhr ich durch meinen Bruder sehr viel über den Buddhismus, ging auch selbst einige Male ins Buddhistische Kloster, um mehr zu erfahren und dort auch selbst zu meditieren. Noch heute ziert ein kleiner Buddha, den mein Bruder mir schenkte, meinen Altar.

Meine Buddha Figur

Was ich nicht verstand, war, dass mein Bruder den Finger noch so in die Wunde legen musste – er ging zwar Weihnachten mit in die Kirche und sang inbrünstig „Oh Du Fröhliche mit“, ließ aber dann das Wort „Christenheit“ demonstrativ aus. Ich war schon immer der Meinung „When you’re in Rome, do as the Romans do“ – bis heute spreche ich das „Vater unser“ aus Respekt mit, wenn ich einen christlichen Gottesdienst besuche. Ich fand einfach, dass mein Bruder sich wie ein Teenie benimmt, um gegen meine Mutter zu rebellieren – immerhin war ich der Teenie und er Ende seiner 20er.

Ich nahm daher die ganze Konfirmationssache sehr ernst, obwohl ich dann auf meine Weise rebellierte. Mein Bruder fragte mich immer, wie denn Gott für mich aussähe – und sagte, man könne nicht glauben, ohne ein konkretes Bild vor Augen. Daher weigerte ich mich, ein Konfirmationsspruch aus der Bibel zu wählen – ich wollte etwas, das zu mir passt und das meine Ansicht repräsentierte. Ich hatte kurz zuvor den Roman „Das Geheimnis der weißen Mönche“ von Rainer M. Schröder gelesen und dort meinen Spruch gefunden. Ich bin meinem Pastor so dankbar, dass er nicht einfach abgelehnt hat, sondern sagte, ich solle ihm den Spruch nennen und ihn überzeugen, warum das der richtige Spruch sei. Mein Konfirmationsspruch lautete also:

Zum Glauben gehört eben immer auch das Ringen mit Gott, dem unfassbaren, scheinbar stummen, schattenhaften Gott. Denn wäre Gott für uns Menschen zu fassen oder zu erklären, so wäre er nicht Gott, sondern bestenfalls ein billiger Götze.

Rainer M. Schröder, „Das Geheimnis der weißen Mönche“

Nach meiner Konfirmation trug ich lange mein silbernes Kreuz (ich bekam ein goldenes Kreuz von meiner Patentante geschenkt, dass ich als echtes Mondkind in Silber umtauschen musste). Grundsätzlich fehlte mir aber immer etwas im christlichen Glauben und ich fühlte mich nie ganz zu Hause. Ich war an Hexenverfolgung und den geschichtlichen Hergängen interessiert, war froh, dass meine Eltern wenigstens evangelisch waren, denn ich verstehe bis heute nicht, warum Frauen in der katholischen Kirche scheinbar klein gehalten werden. Ich verstehe heute, dass ich das nur für mich beurteilen kann, dass ich es nicht akzeptieren kann – für andere aber aus ganz persönlichen Gründen ein Austritt eben keine Option ist.

Ich fühlte mich also zeitgleich wohl mit der Kirche heute als auch wütend auf die Ansichten der Kirche in der Vergangenheit. Zeitgleich fehlte mir etwas, was ich nicht näher definieren konnte. Als ich dann nach Hannover zum Studieren zog, fand ich mich immer öfter in einer auf Spiritualität und Glauben ausgerichteten Bücherei wieder. Irgendwann kam dann ein Buch über Wicca mit nach Hause. Und beim Durchlesen fühlte ich mich, als käme ich nach Hause. Mein Altar änderte sich in der Folge optisch ein wenig, ich richtete ihn mehr auf die weibliche Energie aus und stattete ihn mit Pentagrammen aus. Auch das Kreuz um meinen Hals wich dann für Jahre einem Pentagramm.

Photo by Viva Luna Studios on Unsplash

Wenn ich auf die folgenden Jahre zurückblicke, verstehe ich meinen Bruder bei seinem Prozess viel besser. Denn wenn man anfängt sich abzunabeln, dann beginnt man erst einmal damit, sich vom Alten zu distanzieren. Die ersten Bücher, die ich über Wicca las, waren auch sehr negativ gegenüber der christlichen Religion – was ich heute als absolut unpassend empfinde, da Wicca eine der positivsten Religionen im Umgang mit anderen Religionen sein sollte. Meinem Ich in den 20ern kam dieser Ton aber gerade recht, obwohl ich wohl auch bemerkte, dass bei historischen Fakten oftmals dazu gedichtet oder übertrieben wurde. Für einige Jahre trat ich dann aus der Kirche aus (weil auf dem Standesamt auch keiner etwas über die Möglichkeit der Umpfarrung erzählt, dann wäre meine Entscheidung vermutlich damals schon eine andere gewesen).

Mein heutiges Ich ist viel versöhnlicher – ich bin vor Geburt meines ersten Sohnes wieder in die Kirche eingetreten, habe mich aber umpfarren lassen – d.h. egal, wohin ich gehe, meine Kirchensteuer geht an meine Heimatgemeinde. Dort fühle ich mich zu Hause – vom Ort und von den Menschen her. Auf Facebook bin ich Wicca – in Amerika eine anerkannte Religion und meinen eigenen Überzeugungen in so vielen Teilen vermutlich ähnlich, dass ich mich wahrscheinlich tatsächlich als Wicca bezeichnen kann. Tatsächlich nenne ich mich selbst aber Hexe – Wicca muss man länger erklären als Hexe, da können sich die Leute was drunter vorstellen (und manchmal sind damit auch Nachfragen vom Tisch). Zusätzlich ist Hexe wiederum mehr, als nur eine Religionsbezeichnung. Ich glaube, dass im Grunde alle Religionen (auch Atheismus) die große Wahrheit nur von einer anderen Seite beleuchten und wir im Kern einander respektieren und annehmen sollten – das ist der wirklich wahre Sinn des Lebens, dies zu lernen ohne anderen die eigenen Überzeugungen überstülpen zu wollen.

Und da schließt sich der Kreis zur Esoterik – den Begriff betrachte ich skeptisch. Klar, Bücher über Hexenkunst finden sich in der Esoterik- Ecke. Esoterik bedeutet ja, dass ein Wissen nur einem inneren Personenkreis zugänglich ist – und damit öffnet der Begriff Tür und Tor für alle möglichen „Seelenfänger“, die Menschen gezielt von ihren Lehren abhängig machen. Schon immer war mir klar – meinen Weg kann ich nur allein gestalten, es gibt hier und da Menschen oder Seelen, die mich wieder in die Spur bringen – aber ich treffe die Entscheidungen und muss die Erkenntnisse erlangen. Und nicht einem Guru immer wieder Geld zahlen, damit er mir die Karte für das nächste Wegstück mitgibt. Von daher bin ich froh, wenn die Freunde, denen ich über einen Verlust oder eine Trennung hinweg geholfen habe, irgendwann wieder vergessen und weiter ziehen – dann weiß ich, ich habe alles richtig gemacht.

So begreife ich dann auch alternative Medizin nicht als tatsächliche Alternative – die Begegnung mit dem Buddhismus hat mir verinnerlicht, dass es immer auf das richtige Maß ankommt. Normale Erkältung – kann ich mit zum Arzt, muss aber nicht unbedingt. Krank – ab zum Arzt, Medikamente geben lassen – mein Kräuter Wissen kann ich dann als Ergänzung nutzen. Schulmedizin und Naturmedizin sollten mehr miteinander arbeiten und sich nicht als Entweder/ Oder ausschließen. Und so möchte ich auch nicht in den Sumpf der Corona- Leugner mit einbezogen werden – ich stehe gerade da und bin erschüttert, wie viele meiner „alternativen“ Freunde gerade völlig assoziales Verhalten an den Tag legen. „Die Maske schützt andere, nicht mich? – Dann brauche ich sie ja nicht tragen. „ Mir fehlt dafür jegliches Verständnis- klar ist ein Schnutenpulli unangenehm, aber wenn die derzeitige Erkenntnis dies als beste Maßnahme erachtet, dann ist es derzeit einfach angebracht, mit dem Tragen der Maske seine Solidarität zu zeigen.

Ich derweil freue mich, dass Mutter Natur uns mal auf unsere Zimmer geschickt hat zum Nachdenken. Und das wir so viele Wissenschaftler und mutige Entscheidungsträger haben, so dass die Pandemie effektiv eingedämmt werden kann. Eines der Hexengesetze lautet nämlich: „Wende Dein Wissen weise an“.

Man darf anderer Meinung sein – aber wenn diese Meinung gefährlich für andere ist, eckt man damit eben an. Meinungsfreiheit bedeutet, seine Meinung aussprechen zu dürfen – nicht, dass diese auch von allen bestätigt werden muss. Und – es gibt keine alternativen Fakten. Sehr schön hat das Mailab hier erklärt (und ich fasse auch nicht, dass ich ein Video teile, für das der Wendler Inspiration war).

Meinungsfreiheit – gut erklärt 🙂

Was kann ich am Ende eines so langen Eintrags über mich noch sagen. Vielen Dank an alle, die bis hierher gelesen haben. So viel geschrieben und gefühlt noch so wenig erzählt – ich denke, hier wird noch mehr folgen. Habt Ihr Fragen oder Wünsche, über welchen Aspekt ich genau schreiben soll? Bleibt alle gesund und macht das beste aus dem kosmischen Hausarrest 😉

In diesem Sinne, be blessed, Keya

* Nein, ich halte mich nicht für „praktisch perfekt in jeder Hinsicht“ (eher oft genau das Gegenteil) – aber ich fühle mich genauso unnahbar wie die von Julie Andrews so wundervoll porträtierte Mary Poppins aus dem Jahr 1964. Und irgendwie war es in den letzten Jahren oft meine Aufgabe, Menschen wieder auf die Spur zu bringen und Ihnen dann nachzusehen, während sie mich vergessen.

Samhain – Beginn des Jahresrad

Samhain (sprich „Sau-in“) geht auf keltische Traditionen zurück und wird heute von vielen neupaganen Religionen wie Wicca, Heiden oder Druiden gefeiert. Samhain ist das erste der 8 Feste des Jahreskreises und ist das letzte der insgesamt 3 Erntedankfesten im Jahreszyklus.

Es gibt verschiedene überlieferte Daten, an denen die Samhain- Nacht gefeiert werden kann – traditionell wären es der 11. Neumond des Jahres oder aber die Nacht, in der die Sonne 15° Skorpion erreicht – üblicherweise wird Samhain aber in der Nacht vom 31.10. zum 1.11. gefeiert.

Samhain hat je nach Tradition und Region unterschiedliche Namen – so ist es vielen als Halloween bekannt, darüber hinaus finden sich auch noch weitere Bezeichnungen: Drittes Ertnefest, Apfelfest, Samana, Hallowmas, Nacht der Vorfahren, Fest der Toten. Bei den Germanen hieß das vergleichbare Fest Vetrnóttablót, das Winternachtopfer.

Samhain bedeutet Sommerende – die Kelten kannten vermutlich nur 2 Jahreszeiten, Sommer (Beltane-Samhain) und Winter (Samhain-Beltane). Samhain symbolisiert den Abschied vom Gott. Geweiht ist das Fest dem sterbenden Gott (wenn nur mit Gott und Göttin gearbeitet wird) oder aber allen Göttern der Unterwelt und der Erneuerung.

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An Samhain ist der Schleier zur Anderswelt besonders dünn, so dass uns unsere Ahnen, aber auch die Wesen der Anderswelt, Kobolde, Gespenster und Dämonen, besuchen können. In den meisten paganen Religionen werden die Wesen der Anderswelt nicht als böse angesehen, ebenso ist die Anderswelt nicht wie Himmel und Hölle im Christentum zu verstehen, sondern als Ort des Übergangs und der Transformation. Im Wicca wird dieser Ort auch „Summerland“ genannt, der Ort, an den die Seelen gehen zwischen ihren Inkarnationen auf der Welt.

Wir ehren unsere Ahnen an Samhain, indem wir für sie einen Platz decken und diesen frei lassen, denn durch unser Gedenken leben die Verstorbenen weiter. Oft gibt es auch die Tradition des „Dumb Supper“ – das stille Mahl. Hier wird zu Ehren der Verstorbenen nicht während des Essens geredet. An Samhain wird so die Brücke geschlagen – es erinnert uns, dass ohne Tod kein Leben und ohne Abschied kein Wiedersehen möglich wäre.

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Ähnlich der Ofrenda am Dia de Muertos in Mexico können wir zu Ehren unserer Ahnen auch Bilder von ihnen auf unserem Altar oder Schrein aufstellen und mit Efeu (als Symbol für die Ewigkeit) und Chrysanthemen schmücken. Als weiterer Altarschmuck eignen sich Äpfel, Nüsse, Eibenzweige, Maiskolben und buntes Herbstlaub.

Da Samhain den Beginn des neuen Zyklus markiert, ist nun die Zeit, um das vergangene Jahr zu reflektieren – was wurde erreicht, was soll verbessert werden. So kann man z.B. schon in der Zeit vor der Samhain- Nacht alles auf kleine Zettel/ Pergamentstücke schreiben und in einem Glas auf dem Altar sammeln – diese Zettel verbrennt man dann symbolisch in der Samhain Nacht im Feuer oder in einer kleinen Schale.

Ein weiterer Brauch ist, um Mitternacht eine orangefarbene Kerze zu entzünden und diese bis zum Morgen brennen zu lassen – dies soll Glück im neuen Jahr bringen.

Die Dekoration (Kerzen und Bänder) gestalten wir traditionell in den Farben schwarz (Wiedergeburt, Unendlichkeit, Trennung), orange (Hindernisse überwinden, Aufmunterung und Trost) und braun (Sicherheit, Naturmagie). Als Pflanzen eignen sich Eibe, Efeu, Heidekraut sowie späte Früchte wie Äpfel, Kürbis, Nüsse, Vogelbeeren, Schlehen und Holunder und späte Blüten, z.B. Aster, Chryasntheme, Ringelblume, Herbstzeitlose und Disteln.

Das traditionelle Festmahl besteht aus deftigen Speisen wie Kartoffeln, Kohl, Spinat, Maronen, Kürbis und Mais. Oft wird auch ein sogenanntes „Seelenbrot“ gereicht. In Irland gibt es auch die Tradition des Bramback – ein süßer Hefekuchen mit Trockenfrüchten, in den kleine Gegenstände eingebacken werden – diese symbolisieren die Zukunft des Finders, wer z.B. den Ring in seinem Stück hat, wird im folgenden Jahr heiraten. Eine ähnliche Tradition wie das Bleigießen an Silvester. Natürlich geht auch jede andere Divinationstechnik wie Tarot, Runen, Pendeln oder auch das Hexenbrett (für Mutige?) – diese Nacht ist wie gemacht dafür.

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Zum Räuchern eignen sich Wacholder, Zeder, Myrrhe, Zimt, Muskat, Salbei, Heliotrop, Apfel oder Minze. Als Edelsteine können gut Obsidian, Gagat oder Onyx in die Rituale eingebaut werden.

Hier noch ein schönes englischsprachiges Video zu den Unterschieden einer wiccan und keltischen Art, Samhain zu feiern.

Ergänzt gern in den Kommentaren, was Euch zu diesem Fest bewegt. Was sind Eure Rituale zu Samhain? Feiert ihr Samhain, Halloween oder eher nicht?

Be Blessed, Keya

Ein magische Geschenkidee – eine selbstgegossene Kerze

Selbst in Seiten elektrischen Lichts und warmweißen LEDs – sogar in Kerzenform – haben echte Kerzen nichts von ihrer Magie verloren. Schließt die Augen und denkt kurz an das Gefühl, wenn ihr in der Weihnachtszeit die Kerzen auf dem Adventskranz entzündet- und ich glaube, ihr versteht, worauf ich hinaus will.

Gerade weil Kerzen nicht mehr zur alltäglichen Beleuchtung benötigt werden, ist das Anzünden einer Kerze an sich ein kleines Ritual – denn Es wird gemacht um Atmosphäre oder Ambiente zu schaffen oder um für Romantik zu sorgen.

Kerzen werden daher auch in vielen Religionen für Rituale eingesetzt- in den meisten Kirchen werden Kerzen im Gottesdienst eingesetzt und in vielen Kirchen kann man als Besucher eine kleine Gedenkkerze anzünden. Wicca und Hexen Salben oft Kerzen für einen bestimmten Zweck und nutzen sie dann in einem ihrer Rituale.

Diese Idee hier ist universal. Ihr könnt es unabhängig von eurer Religion oder spirituellen Ansichten einsetzen. Ihr könnt die Kerze am Ende verschenken- oder sie ist ein Geschenk für Euch selbst. Sie kann in einem vollständigen Ritual verwendet werden- ihr könnt sie aber auch in einem Moment ganz einfach anzünden, weil es sich für Euch richtig anfühlt. Oder ihr verschenkt sie- ich lade Euch einfach ein, es mal zu probieren. Die Kerze, die ich Euch vorstelle, habe ich für meinen Mann zum 11. Hochzeitstag gegossen.

Das Schöne am Kerzengießen – es dauert und entschleunigt ungemein. Stellt Euch während das Wachs schmilzt vor, was ihr Euch wünscht (für Euch oder für die Person, der ihr die Kerze schenken möchtet). Wenn ihr die Kerze gießt, dann stellt Euch vor, ihr gießt diese Wünsche in die Kerze ein. Dann dauert es nochmal, bis die Kerze fest wird – wieder Zeit, die ihr für Euch nutzen könnt. Nehmt ein Bad, macht einen Spaziergang im Wald- kurz, nutzt diese Zeit für Euch.

Zutaten:

  • Kerzengießform
  • Einen Topf und eine Gieß-/ Schmelzkelle
  • Ein Holzspatel/-Stöckchen zum umrühren
  • Wachs – entweder Pellets oder aber Kerzenreste – ich habe Stabkerzen genommen, die mein Mann für einen Kronleuchter ausgesucht hatte, den wir schon lange nicht mehr haben
  • Kräuter, die mit Eurem Wunsch korrespondieren, alternativ ein passendes Duftöl
  • Docht

Anleitung:

Den Topf mit Wasser füllen, auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Die Hitzezufuhr reduzieren. Den Wachs in die Gießkelle geben und diese in das Wasserbad hängen.

Nun rühren und warten, bis der Wachs geschmolzen ist. Wenn ihr Kerzenreste/ alte Kerzen verwendet, solltet ihr den alten Docht herausfischen. Währenddessen könnt ihr auch schonmal die Gießform präparieren. Den Doch durch den Boden der Form fädeln und mit einem Stück Knete oder mit Wachs abdichten. Damit der Docht schön mittig in der Kerze hängt, könnt ihr ein Holzstäbchen oder Bleistift oben auf die Form legen und den Docht dort fixieren.

Die Kräuter im Mörser fein zerstoßen und dabei auf die guten Wünsche, die ihr damit in die Kerze geben wollt, fokussieren. Wenn das Wachs vollständig geschmolzen ist, gebt ihr die Kräuter zum Wachs und rührt sorgfältig um. Dann die Wachsmischung in die Form gießen und dabei vorstellen, dass ihr die gut Wünsche mit in die Kerze gießt.

Die Kerze an der Luft 24h oder einige Stunden im Kühlschrank (nicht im Gefrierschrank!) aushärten lassen. Wenn ihr die Kerze aus der Form nehmt, diese noch einmal in beiden Händen halten und noch einmal an die Person, für die sie gedacht ist und Eure guten Wünsche für diese Person denken.

Ihr könnt die Kerze dann noch dekorieren oder verpacken, bevor ihr sie dann verschenkt.

Viel Spaß und magische Momente mit Eurer selbst gegossenen Kerze. Be blessed, Keya

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